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25.05.2015

16:51 Uhr

Umbau beim VfB

Stuttgart holt Trainer Zorniger

Klasse gehalten, Umbau begonnen: Unmittelbar nach dem Abschied von Trainer Huub Stevens stellt sich der VfB Stuttgart neu auf. Coach wird der ehemalige Leipziger Alexander Zorniger – kaum überraschend.

Alexander Zorniger übernimmt nun beim VfB Stuttgart. dpa

Aufstieg mit RB Leipzig

Alexander Zorniger übernimmt nun beim VfB Stuttgart.

StuttgartZwei Tage nach dem Klassenverbleib hat der VfB Stuttgart den großen Umbau angekündigt und wie erwartet Alexander Zorniger als neuen Cheftrainer bekanntgegeben. Selbst Präsident Bernd Wahler nannte den schwäbischen Fußball-Bundesligisten eine „Baustelle“. Sportvorstand Robin Dutt kritisierte in seinem Rundumschlag Vorgänger Fredi Bobic und stellte eine lange Mängelliste auf. „Wir sind am Samstag nochmal von der Schippe gesprungen. Das heißt nicht, dass wir die Intensivstation als VfB Stuttgart schon verlassen haben“, sagte Dutt bei einer einstündigen Pressekonferenz am Montag.

Als Nachfolger von Retter Huub Stevens soll der in Liga eins noch weitgehend unerfahrene Zorniger den deutschen Meister von 2007 aus dem Tabellenkeller wieder ins gesicherte Mittelfeld führen. Der frühere Trainer von Zweitligist RB Leipzig unterschreibt in Kürze einen Vertrag bis 2018 und nimmt seine Arbeit offiziell am 29. Juni auf. Der 47-Jährige vertrete eine Spielidee, die zur künftigen Spielkonzeption des VfB passe, meinte Dutt. „Daher ist er ein Kandidat, der zu unserem Aufbruch passt.“

Der 34. Spieltag im Überblick

1899 Hoffenheim - Hertha BSC 2:1

Das Spiel in Sinsheim beginnt furios, und eine der vielen Offensivszenen nutzt Modeste in der 8. Spielminute zur Führung für die Gastgeber. Anschließend überlässt die Elf von Trainer Pal Dardai den Hoffenheimern das Spiel und beschränkt sich auf die Defensivarbeit. In der zweiten Hälfte gleicht Roy Beerens, kurz zuvor erst eingewechselt, in der 72. Minute aus. Die Hoffenheimer antworten schnell, als Firmino nach einem Abpraller von Kraft zur Chance kommt und das 2:1 erzielt. Das Spiel hätte sicher auch Unentschieden ausgehen können - alles in allem geht der Sieg für die Kraichgauer jedoch in Ordnung.

Eintracht Frankfurt - Bayer Leverkusen 2:1

Die Gastgeber gewinnen die Partie verdient mit 2:1. Leverkusen ist aktiv auf dem Platz, hat viele Möglichkeiten, doch die Gäste sind nicht zwingend genug. Nach einer turbulenten Anfangsphase mit Toren durch Seferovic (4.) und Bellarabi (6.) verflacht die Partie zunehmend. Kurz vor Ende der zweiten Hälfte markiert Innenverteidiger Alexander Madlung den Siegtreffer (39.). Die zweite Halbzeit ist ein offenes Spiel, doch die SGE rettet den Sieg um die Zeit. Nach dem Abpfiff wird das Team gefeiert, doch am meisten Torjäger Alex Meier. Der 32-Jährige erhält unter tosendem Applaus die Torjäger-Kanone mit 19 Treffern.

SC Paderborn - VfB Stuttgart 1:2

In der ersten Halbzeit liegt Paderborn durch Vucinovic früh in Führung (4.), aber Stuttgart spielt engagiert auf den Ausgleich und belohnt sich durch Didavi (36.). In der zweiten Halbzeit lässt der VfB viele Chancen liegen, bis dann Ginczek doch noch das 2:1 erzielt (72.). Stuttgart muss in der Schlussphase ein wenig zittern, da der SCP noch einmal nach vorne spielt, kann dann aber letztlich die Führung über die Zeit retten.

1. FC Köln - VfL Wolfsburg 2:2

Direkt zu Beginn der Partie erwischt der 1. FC Köln, in Person von Osako, die Wölfe eiskalt und geht mit 1:0 in der dritten Minute in Führung. Wolfsburg zeigt sich allerdings wenig beeindruckt und dreht das Spiel durch Tore von Luiz Gustavo (8. Minute), und Perisic (15.) noch vor der Pause. Im zweiten Durchgang ist der 1. FC Köln die bessere Mannschaft und kommt durch ein Eigentor von Knoche in der 61. Minute zum verdienten Ausgleich. In der Folge nimmt das Tempo der Partie ab und die Mannschaften geben sich mit der Punkteteilung zufrieden.

Hamburger SV - Schalke 04 2:0

Lange mussten die HSV-Fans warten. Nach ganz schwacher erster Halbzeit steht es zwischen Hamburg und Schalke 0:0. Dann aber reichen zwei Standardsituationen für den HSV-Sieg. Erst stochert Olic (49.) den Ball nach einer Ecke rein, dann köpft Rudnevs (58.) zum Endstand nach einem Freistoß. Ganz schwache Schalker kommen nicht mehr ins Spiel und verlieren am Ende sogar noch Platz fünf an Augsburg. Auf Hamburg wartet die Relegation.

Hannover 96 - SC Freiburg 2:1

Die erste Hälfte wird früh von Hannover bestimmt, das überfallartig durch Kiyotake nach einer Albornoz-Vorlage mit 1:0 in Führung geht (3.). In Hälfte zwei übernimmt Freiburgs Offensivabteilung das Spielgeschehen, um den wichtigen Ausgleich zu erzielen, während Hannover weitestgehend auf schnelle Konter lauert und das 1:0 verteidigt. Dann plötzlich der Blackout von Krmas, der einen Hannoveraner Angriff über Karaman und Briand im eigenen Tor abschließt (84.). Freiburg probiert dennoch weiter alles und kommt noch durch Petersen zum letztlich unbedeutenden 1:2-Anschluss (90.+2).

FC Bayern - FSV Mainz 05 2:0

Die Gastgeber aus München sind über 90 Minuten die spielbestimmende Mannschaft und lassen defensiven Gästen keine Chance. Mainz steht über die gesamte Spielzeit tief in der eigenen Hälfte und ist immer einen Schritt langsamer als der Meister. Lewandowski (25.,Handelfmeter) und der überragende Schweinsteiger (48.) sind die Torschützen.

Borussia Dortmund - Werder Bremen 3:2

Die Borussia legt hier los wie die Feuerwehr und schnürt Bremen komplett in der eigenen Hälfte ein. In der 15. Minute belohnen sich die Borussen mit dem 1:0 durch Shinji Kagawa, kurz darauf macht Pierre-Emerick Aubameyang einen Doppelschlag daraus (17.) Mitte der ersten Hälfte steigert sich Bremen grandios und trifft in Minute 26 zum Anschluss. Kurz vor der Pause, in Minute 42, markiert Henrikh Mchitarjan dann per Traumtor das 3:1. Bremen wird erst gegen Ende hin stärker, es reicht aber nur zum erneuten Anschluss durch Theodor Gebre Selassie (85.). Alles in allem ein absolut verdienter Erfolg für die Gastgeber!

Borussia Mönchengladbach - FC Augsburg 1:3

In einem ereignisarmen ersten Durchgang ergeben sich nur wenige Chancen, Raffael nutzt die beste davon nach einem schönen Angriff zum 1:0 für Gladbach. Auch der zweite Durchgang geht zunächst verhalten los, gewinnt aber durch den Platzverweis für Nordtveit nach einer Notbremse in der 61. Minute an Schwung. In der 72. gleicht Höjbjerg mit einem echten Dampfhammer aus, fünf Minuten später köpft Joker Matavz zum 2:1 ein. Die Fohlen wehren sich zum Ende hin zwar noch einmal, doch den Schlusspunkt setzen die Augsburger, die durch Mölders mit dem Schlusspfiff auf 3:1 erhöhen.

Seine Bestandsanalyse mit einigen weiteren Personalien verband Dutt mit wenig schmeichelhaften Worten für die bisherigen Verantwortlichen auf allen Vereinsebenen - gemeint war vor allem Vorgänger Bobic, dessen Namen er jedoch nicht nannte. „Wir haben zu viele Spieler im Kader, für die es keinen Markt gibt“, sagte Dutt und stellte klar: „Es wird beim VfB Stuttgart bei der Kaderplanung keine One-Man-Show mehr geben.“ Der Umbruch nach dem Fast-Abstieg brauche aber Zeit.

Der 50-Jährige bemängelte auch das Scouting, das ohne klare Vorgaben stattgefunden habe. Künftig soll es eine einheitliche Spielkonzeption aller VfB-Mannschaften geben, die mit neuen Jugendtrainern umgesetzt werde. „Irgendwann haben wir vergessen, den Nachwuchs mitzunehmen. Es gibt hier kein gelebtes Spielkonzept, es ist keine Handschrift zu erkennen.“ Präsident Wahler, seit fast zwei Jahren im Amt, räumte ein es habe an Strategie und „sportlichem Konzept“ gefehlt.

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