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18.11.2016

06:03 Uhr

Umsatzrekord im Fußball

Bundesliga knackt Marke von drei Milliarden Euro

VonThomas Schmitt

Transfers und TV-Gelder pushen das Geschäft mit dem Fußball in Deutschland. Fast jeder Erstligist hat inzwischen die magische Umsatzmarke von 100 Millionen Euro übertroffen. Der fantastische Boom der Bundesliga.

Rekordumsatz im deutschen Fußball: Die Geldscheine für die Bundesliga im Fußball kommen aus England, China, von TV-Anstalten und natürlich auch von den Fans, die in Stadien gehen und Trikots kaufen. dpa

Geldregen

Rekordumsatz im deutschen Fußball: Die Geldscheine für die Bundesliga im Fußball kommen aus England, China, von TV-Anstalten und natürlich auch von den Fans, die in Stadien gehen und Trikots kaufen.

DüsseldorfDie Bundesliga boomt wie nie zuvor. Der Umsatz der 18 Erstligavereine ist in der vergangenen Saison um rund 400 Millionen auf mehr als drei Milliarden Euro gewachsen. Das ergibt eine Hochrechnung des Handelsblatts aufgrund der bisher verfügbaren Vereinsdaten. Offizielle Zahlen der Deutschen Fußball Liga (DFL) gibt es erst im kommenden Jahr.

Absolut ist dies das bisher stärkste Wachstum der deutschen Eliteklasse. Prozentual war die erste Liga zuletzt in der Saison 2004/05 besser, was jedoch auf einem Umsatzrückgang in der Spielzeit davor beruhte. Für die Saison 2014/15 hatte die DFL, der Verband der 36 Profiklubs, für die erste Liga einen Umsatz von 2,62 Milliarden Euro angegeben.

Seit mehr als zehn Jahren verbuchen die deutschen Top-Klubs nun stetig steigende Einnahmen. Im Schnitt wächst die erste Liga um rund neun Prozent. Schon dies ist im Vergleich zu anderen Branchen in Deutschland hervorragend. Die vergangene Spielzeit ragt dennoch hier mit einer Wachstumsrate von mehr als 14 Prozent deutlich heraus.

Bundesliga: So viele Mitglieder haben die Vereine

Weniger als 10.000 Mitglieder

Platz 18: RasenBallsport Leipzig – 750 Mitglieder – Vollzahler 100 Euro, ermäßigt 70 Euro

Platz 17: FC Ingolstadt 04 – 2.092 Mitglieder – Vollzahler 30 Euro, keine Ermäßigung

Platz 16: TSG 1899 Hoffenheim – 7.000 Mitglieder – Vollzahler 55 Euro, ermäßigt 25 Euro

Platz 15: SV Darmstadt 98 – 7.400 Mitglieder – Vollzahler 98 Euro, ermäßigt 91,80 Euro

Quelle: Sport-Bild, November 2016

Weniger als 15.000 Mitglieder

Platz 14: SC Freiburg – 11.000 Mitglieder – Vollzahler 40 Euro, ermäßigt 20 Euro

Platz 13: 1. FSV Mainz 05 – 14.000 Mitglieder – Vollzahler 78 Euro, ermäßigt 60 Euro

Platz 12: FC Augsburg – 14.800 Mitglieder – Vollzahler 92 Euro, ermäßigt 41 Euro

Weniger als 30.000 Mitglieder

Platz 11: VfL Wolfsburg – 21.500 Mitglieder – Vollzahler 30 Euro, ermäßigt 12 Euro

Platz 10: Bayer 04 Leverkusen – 28.000 Mitglieder – Vollzahler 35 Euro, keine Ermäßigung

Weniger als 40.000 Mitglieder

Platz 9: Hertha BSC – 34.000 Mitglieder – Vollzahler 84 Euro, ermäßigt 42 Euro

Platz 8: Werder Bremen – 36.500 Mitglieder – Vollzahler 84 Euro, ermäßigt 36 Euro

Platz 7: Eintracht Frankfurt – 37.000 Mitglieder – Vollzahler 76 Euro, ermäßigt 36 Euro

Platz 6

Hamburger SV – 76.800 Mitglieder

Vollzahler 48 Euro, ermäßigt 32 Euro

Platz 5

Borussia Mönchengladbach – 77.174 Mitglieder

Vollzahler 60 Euro, ermäßigt 40 Euro

Platz 4

1. FC Köln – 82.964 Mitglieder

Vollzahler 92 Euro, ermäßigt 42 Euro

Platz 3

FC Schalke 04 – 143.321 Mitglieder

Vollzahler 50 Euro, ermäßigt 12 Euro

Platz 2

Borussia Dortmund – 144.141 Mitglieder

Vollzahler 62 Euro, ermäßigt 30 Euro

Platz 1

FC Bayern München – 277.000 Mitglieder

Vollzahler 60 Euro, ermäßigt 30 Euro

Das immer steilere Wachstum steht auf drei Säulen: den TV-Einnahmen, den Transfer-Umsätzen sowie den nahezu vollen Stadien im Lande. Letztlich profitieren alle Klubs davon, dass durch gigantische TV-Deals in der englischen Premier League und die ungewöhnlich aggressive Einkaufspolitik der chinesischen Vereine wesentlich mehr Geld in den europäischen Fußball fließt.

Stetige Aufwärtsentwicklung im Fußball: Das Wachstum der 1. Bundesliga ist seit mehr als einem Jahrzehnt hervorragend.

Umsatz der Bundesliga

Stetige Aufwärtsentwicklung im Fußball: Das Wachstum der 1. Bundesliga ist seit mehr als einem Jahrzehnt hervorragend.

Von dem Hype profitieren vor allem Vereine, die traditionell auf gute Nachwuchsarbeit oder kluges Scouting setzen. Viele Bundesligisten haben diese beiden Elemente zur Grundlage ihres Geschäftsmodells gemacht. Der Boom im internationalen Fußball spiegelt sich daher in nahezu jeder Bilanz der 18 Erstligavereine wider.

Die Umsatzschwelle von 100 Millionen Euro hat inzwischen fast jeder Bundesligist überschritten – vor einigen Jahren erschien dies noch undenkbar. Nur drei der 18 Erstligavereine dürften in der vergangenen Saison noch darunter gelegen haben. Dazu zählen – wenig überraschend – die Aufsteiger Darmstadt 98 und FC Ingolstadt. Beide freuten sich gleichwohl über Rekordzahlen.

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