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24.01.2013

14:37 Uhr

Umsatzwachstum

Das runde Geschäft mit dem Fußball

VonAnis Micijevic

Auch in Krisenzeiten bleibt das Fußballgeschäft ein Wachstumsmarkt. Dabei setzen deutsche Teams auf andere Einnahmequellen als englische oder spanische Vereine. Fakt ist: Ohne sportlichen Erfolg geht es nicht.

Real Madrid bleibt der umsatzstärkste Fußballclub der Welt. Reuters

Real Madrid bleibt der umsatzstärkste Fußballclub der Welt.

DüsseldorfDie großen europäischen Fußballclubs haben auch in wirtschaftlich unsicheren Zeiten ihre Umsätze erneut steigern können. Das geht aus dem aktuellen Umsatzreport der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Deloitte hervor. Deloitte hat auch dieses Jahr die 20 umsatzstärksten Fußballclubs der Welt in seiner „Football Money League“ zusammengetragen und deren Finanzkraft in einem Ranking aufgelistet.

Zunächst wird deutlich, dass sich an der sportlichen und wirtschaftlichen Vorherrschaft der fünf großen europäischen Ligen (England, Italien, Deutschland, Spanien, Frankreich) in der vergangenen Saison nichts geändert hat. Vereine aus Osteuropa oder gar anderen Regionen der Welt haben weiterhin einen enormen Rückstand auf die westeuropäischen Clubs, die ihre Rangstellung festigen konnten. Die 20 größten Clubs haben in der Saison 2011/2012 über 4,8 Milliarden Euro eingenommen, das entspricht einem Zuwachs von zehn Prozent – bemerkenswert in wirtschaftlich so turbulenten Zeiten.

Der spanische Meister Real Madrid ist mit 512,6 Millionen Euro Umsatz pro Jahr der unangefochtene Spitzenreiter sowie der erste Club überhaupt, der die magische 500-Millionen-Marke beim Umsatz knacken konnte. Angesichts der schwierigen wirtschaftlichen Situation in Spanien wirkt diese Zahl noch beeindruckender. Platz zwei belegt der große Rivale FC Barcelona. Es folgen Manchester United, der FC Bayern München und der FC Chelsea aus London - alles wie gehabt.

Die größten Sprünge nach oben haben Manchester City, Borussia Dortmund und der SSC Neapel gemacht. Diese Teams haben es auf Grund von überragenden sportlichen Leistungen und daraus resultierenden Zusatzeinnahmen aus Uefa-Prämien und Fernsehgeldern geschafft, jeweils fünf Plätze im Deloitte-Ranking gutzumachen.

Bewertung der Trikotsponsoren 2012/2013

Bayern München

Sponsor: Deutsche Telekom
Investitionssumme: 23 Millionen Euro
Laufzeit: bis 2013

VfL Wolfsburg

Sponsor: Volkswagen
Investitionssumme: mindestens 20 Millionen Euro
Laufzeit: unbefristet

Schalke 04

Sponsor: Gazprom
Investitionssumme: bis zu 18 Millionen Euro
Laufzeit: 2017

Borussia Dortmund

Sponsor: Evonik
Investitionssumme: bis zu 15 Millionen Euro
Laufzeit: 2013

Hamburger SV

Sponsor: Emirates
Investitionssumme: bis zu 8,5 Millionen Euro
Laufzeit: 2015

Werder Bremen

Sponsor: Wiesenhof
Investitionssumme: 6 Millionen Euro
Laufzeit: 2014

Werder Bremen sind durch Vermarkter Infront für die Trikotwerbung acht Millionen garantiert.

VfB Stuttgart

Sponsor: Mercedes Bank
Investitionssumme: 6 Millionen Euro
Laufzeit: 2014

Bayer Leverkusen

Sponsor: Sunpower
Investitionssumme: 6 Millionen Euro
Laufzeit: 2016

Eintracht Frankfurt

Sponsor: Krombacher
Investitionssumme: 5,5 Millionen Euro
Laufzeit: 2018

Der Vertrag von Eintracht Frankfurt mit Krombacher läuft zwar bis 2018. Nach einem Jahr als Trikotsponsor wird die Brauerei ab dem zweiten Vertragsjahr aber zum Premiumsponsor.

1899 Hoffenheim

Sponsor: Suntech
Investitionssumme: 4,5 Millionen Euro
Laufzeit: 2014

Borussia Mönchengladbach

Sponsor: Postbank
Investitionssumme: 4,5 Millionen Euro
Laufzeit: 2013

Hannover 96

Sponsor: Tui
Investitionssumme: 4 Millionen Euro
Laufzeit: 2014

FSV Mainz 05

Sponsor: Entega
Investitionssumme: 4 Millionen Euro
Laufzeit: 2017

1.FC Nürnberg

Sponsor: NKD
Investitionssumme: 3,5 bis 4 Millionen Euro
Laufzeit: 2016

Fortuna Düsseldorf

Sponsor: o.tel.o
Investitionssumme: 2,8 Millionen Euro
Laufzeit: 2013

SC Freiburg

Sponsor: Ehrmann
Investitionssumme: 2,5 Millionen Euro
Laufzeit: 2014

SpVgg Greuther Fürth

Sponsor: Ergo Versicherungen
Investitionssumme: 2,2 Millionen Euro
Laufzeit: 2018

FC Augsburg

Sponsor: Al-Ko
Investitionssumme: 1,5 Millionen Euro
Laufzeit: 2013

Deloitte hat den ermittelten Jahresumsatz in drei Kategorien aufgeteilt: Spieleinnahmen, Einnahmen aus Übertragungsrechten sowie Werbe- und Sponsoreneinnahmen. Hier werden schon strukturelle Unterschiede zwischen den Ligen deutlich: Während sowohl spanische als auch englische Vereine einen Großteil ihrer Einnahmen aus Fernsehgeldern schöpfen, sind es bei Teams aus der Bundesliga vor allem lukrative Werbe- und Sponsorenverträge, die den Bärenanteil am Umsatz ausmachen.

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