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31.05.2015

15:19 Uhr

Umstrittener Fifa-Präsident

Blatter startet Rachefeldzug

Joseph Blatter schaltet auf Attacke: Der neue alte Fifa-Präsident berichtet aus persönlichen Gesprächen mit Gegner Michel Platini – und benutzt Franz Beckenbauer als Kronzeugen gegen den DFB. Beckenbauer widerspricht.

Joseph Blatter (l., Archivbild von 2010) teilt aus: „Fraz Beckenbauer (r.) hat den deutschen Verbandspräsidenten zusammengefaltet“. ap

Blatter nutzt Beckenbauer als Kronzeugen

Joseph Blatter (l., Archivbild von 2010) teilt aus: „Fraz Beckenbauer (r.) hat den deutschen Verbandspräsidenten zusammengefaltet“.

GenfJoseph Blatter setzt die Attacken gegen Uefa-Chef Michel Platini und den DFB-Präsidenten Wolfgang Niersbach mit Berichten aus persönlichen Gesprächen fort. Franz Beckenbauer, der ihn nach seiner Wiederwahl zum Fifa-Präsidenten verteidigte, benutzt er dabei als Kronzeugen. „Ich habe mit Franz Beckenbauer telefoniert. Er sagte mir, er jedenfalls habe den deutschen Verbandspräsidenten zusammengefaltet, weil der gegen mich stimmte“, sagte Blatter in einem Interview der Schweizer Zeitung „Sonntagsblick“.

Beckenbauer widersprach umgehend. „Ich habe mit Wolfgang Niersbach freundschaftlich diskutiert“, sagte Beckenbauer der „Bild“-Zeitung am Sonntag. Von Zusammenfalten könne „überhaupt keine Rede sein“. Beckenbauer weiter: „Es steht mir auch nicht zu, einen DFB-Präsidenten zusammenzufalten. Wolfgang Niersbach und ich haben ein herzliches und offenes Verhältnis.“

Der Deutsche Fußball-Bund reagierte verwundert auf diese Aussage des kritisierten FIFA-Chefs. „Keine Ahnung, wie Blatter auf sowas kommt, ein Telefonat mit dem Inhalt hat überhaupt nicht stattgefunden. Im Übrigen war es ein Beschluss des gesamten DFB-Präsidiums, für den Wechsel an der FIFA-Spitze zu stimmen“, sagte DFB-Mediendirektor Ralf Köttker. Blatter hatte die Wahl gegen Al-Hussein am Freitag mit 133:73 Stimmen gewonnen.

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Über Platini erzählte Blatter, dass dieser ihm bei dem Vier-Augen-Gespräch in seinem Büro in der Fifa-Zentrale zur Mittagszeit am Donnerstag vorgeschlagen habe, „einen guten Whisky unter Freunden“ zu trinken. Dies habe er abgelehnt. Anschließend habe ihm der Franzose offenbar eine goldene Brücke bauen wollen: „Und dann meinte er allen Ernstes: 'Sepp, du machst den Kongress und am Schluss gibst du bekannt, dass du zurücktrittst. Du bekommst ein gigantisches Fest und dein Büro hier bei der Fifa kannst du behalten.'“

Eine Reaktion von Platini hierzu gab es vorerst nicht. Blatters Aussagen belegen jedoch, dass der Konflikt mit den Gegnern der Uefa noch lange nicht ausgestanden ist. Platini und Niersbach hatten sich neben US-Verbandschef Sunil Gulati nach dem jüngsten Korruptionsskandal um mehrere aktuelle und frühere Fifa-Funktionäre am deutlichsten gegen Blatter positioniert.

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Beckenbauer hat hatte Blatter nach dessen Wiederwahl in Schutz genommen und das Vorgehen der Uefa als Gegenspieler des Schweizers kritisiert. „Es ist das System, nicht der Einzelne“, sagte der Ehrenpräsident des FC Bayern München am Samstag bei einem Sponsorentermin im Vorfeld des DFB-Pokalfinales in Berlin. Der Fußball-Weltverband sei eine „Ansammlung von Funktionären“, die auch ein Fifa-Chef unmöglich alle kennen könne. „Er wird nicht unbedingt wissen, wer die Leute sind, die in den Verbänden gewählt wurden - aus Samoa oder Virgin Islands oder sonst was“, sagte das frühere Fifa-Exekutivkomitee-Mitglied.

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