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12.04.2006

16:45 Uhr

Unbegründete Übertragung weiterhin nicht möglich

63 000 Fans wollen WM-Ticket wieder los werden

Über zwei Prozent aller Karteninhaber für die Weltmeisterschaft 2006 wollen ihre erhaltenen Tickets wieder zurückgeben. Das WM-Organisationskomitee sieht sich dennoch in seiner Vergabepolitik bestätigt. Eine unbegründete Ticket-Übertragung bleibt weiterhin unmöglich.

HB FRANKFURT/MAIN. Zwei Prozent aller WM-Ticket- Inhaber wollen ihre Karten wieder los werden. Wie das Organisationskomitee am Mittwoch bekannt gab, liegen nach der am 9. April um Mitternacht zu Ende gegangenen ersten Phase des offiziellen Ticket-Portals 52 653 Anträge auf Übertragungen vor sowie 10 919 zum Weiterverkauf (Resale). "Unsere Prognose, nach der die Fans die Tickets selbst nutzen und alles möglich machen werden, um ins Stadion zu gehen, hat sich klar bestätigt", sagte OK-Vizepräsident Horst R. Schmidt dennoch. Anfangs war man in Frankfurt von einer noch niedrigeren Zahl ausgegangen.

Als Renner erwiesen sich die so genannten "Resale"-Karten. "Die Tickets, die über diesen Kanal wieder in den für jedermann zugänglichen Ticket-Shop gestellt wurden, waren fast ausnahmslos binnen weniger Minuten wieder verkauft, egal für welche Partie", so Schmidt. Der Verkäufer erhielt dabei den ursprünglich gezahlten Preis komplett zurück. Bei der Übertragung von Billets müssen derweil Gründe angegeben werden. "Denn wer durch eine Übertragung begünstigt wird, bekommt einen Vorteil gegenüber demjenigen, der noch in der virtuellen Warteschlange im Internet steht", betonte Schmidt.

Laut OK wurde fast die Hälfte der Anträge auf Übertragung mit Gründen "innerhalb der Familie" erklärt. 18 000 Mal wurden individuelle "Härtefälle" angeführt, 8500 Mal lautete die Begründung "Krankheit". Die verbleibenden rund 1150 Anträge hätten sich auf die vier Gründe verteilt, die ebenfalls durch das OK allgemein anerkannt würden: "kein Visum", "Ausreiseverbot", "höhere Gewalt" und "Todesfall".

Für Ticket-Inhaber, deren Anträge in der am 27. März gestarteten ersten Phase des Tauschportals nicht angenommen wurden, hat das OK zusammen mit dem Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (BMELV) und der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) nun eine Beschwerdestelle eingerichtet, die von sofort an unter der Internetadresse ombudsstelle ok2006.de angeschrieben werden kann. "Zu den Aufgaben der Ombudsstelle wird gehören, über mögliche Beschwerden von Ticketinhabern zu entscheiden, deren Anträge auf Ticket-Übertragung durch das OK zunächst abgelehnt wurden", erklärte Schmidt.

In dieser Beschwerdestelle haben die drei Institutionen jeweils einen Sitz und Stimme. Das operative Geschäft liegt allerdings in den Händen des OK. "In strittigen Fällen besteht der Spagat darin, einerseits im Sinne der Fans entscheiden zu wollen, andererseits aber dem Schwarzmarkt nicht zusätzlich Tür und Tor zu öffnen. Eine unbegründete Ticket-Übertragung ist und bleibt unmöglich. Daher war uns wichtig, in diesem sensiblen Bereich eine gemeinsame Basis zu finden im Sinne der Fans", führte Schmidt aus.

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