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25.04.2014

20:13 Uhr

„Unsachlich“

Fifa kontert Kritik in Katar-Debatte

Die Diskussion um die Fußball-WM in Katar nimmt kein Ende. Der Vize-Chef der IG Bau kritisierte Weltverbandspräsident Blatter scharf. Die FIFA reagierte verärgert.

Das Computerbild zeigt das Stadion Al Shamal in Katar. Katar richtet die Fußball-Weltmeisterschaft 2022 aus und ist damit erstmals Gastgeber einer WM-Endrunde. Der Fußball- Weltverband FIFA gab dem Wüstenstaat den Vorzug vor den Bewerbungen aus den USA, Australien, Japan und Südkorea. dpa

Das Computerbild zeigt das Stadion Al Shamal in Katar. Katar richtet die Fußball-Weltmeisterschaft 2022 aus und ist damit erstmals Gastgeber einer WM-Endrunde. Der Fußball- Weltverband FIFA gab dem Wüstenstaat den Vorzug vor den Bewerbungen aus den USA, Australien, Japan und Südkorea.

ZürichIn der Debatte um die WM 2022 in Katar hat der Fußball-Weltverband FIFA die heftigen Vorwürfe der IG Bau als „unsachlich“ zurückgewiesen. Die Kritik von Gewerkschafts-Vize Dietmar Schäfers gegen FIFA-Chef Joseph Blatter sei „eines stellvertretenden Bundesvorsitzenden der IG Bau unwürdig“, teilte die FIFA am Freitagabend mit.

Schäfers hatte Blatter zuvor angegriffen, weil dieser europäische Firmen wegen der Arbeitsbedingungen auf den Baustellen in Katar kritisiert hatte. „Er täuscht die Öffentlichkeit, wenn er sich und seine Organisation für unzuständig erklärt, sobald es um Arbeits- und Menschenrechte geht. Die FIFA trägt auf jeden Fall einen maßgeblichen Teil der Verantwortung“, sagte Schäfers der „Bild“-Zeitung.

Blatter hatte zuletzt europäische Firmen für die Zustände beim Bau der WM-Anlagen in Katar verantwortlich gemacht. Die Arbeitsorganisation sei schlecht, hatte der 78-Jährige dem französischen Sportsender BeIN Sports mit Blick auf die mitunter menschenunwürdigen Zuständen auf den Baustellen gesagt. Das habe nichts mit dem Fußball zu tun. Die Verantwortung im Land des WM-Gastgebers 2022 trügen die großen europäischen Firmen.

„Absoluter Quatsch! Die Masse der Stadienbauten hat noch gar nicht begonnen. Zurzeit finden lediglich Infrastrukturarbeiten statt, an denen gar keine deutschen Bauunternehmen beteiligt sind“, entgegnete Schäfers und nahm die FIFA in die Pflicht: „Wenn Herr Blatter da weiter untätig bleibt, schadet er dem Fußball und somit dem Sport insgesamt. Dann hat er an der Spitze der FIFA nichts mehr zu suchen.“

Die FIFA betonte indes, das Thema habe für den Weltverband „höchste Priorität“. Ziel sei es, „konkrete und nachhaltige Verbesserungen zu erzielen“. Daher sei Theo Zwanziger, früherer Präsident des Deutschen Fußball-Bundes (DFB), von Blatter persönlich mit der Katar-Frage betraut worden. Von den bisherigen Bemühungen habe sich Schäfers auch im März in Zürich selbst überzeugen können.

Der Dialog und der Druck auf Katar werde vonseiten der FIFA „kontinuierlich aufrechterhalten“. Noch vor Juni wollen Blatter und Zwanziger demnach nach Katar reisen.

Von

dpa

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