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17.01.2006

18:09 Uhr

Unterstützung durch Fifa

WM-OK geht in die Offensive

Das Organisationskomitee der Fußball-WM will sich mit der von der Stiftung Warentest gezeigten "Roten Karte" für vier WM-Stadien nicht abfinden und fordert eine Korrektur der umstrittenen Studie. Der Sportausschuss des Bundestags will am Mittwoch vermitteln.

Das Leipziger Zentralstadion zählt zu den beanstandeten Arenen. Foto: dpa dpa

Das Leipziger Zentralstadion zählt zu den beanstandeten Arenen. Foto: dpa

HB FRANKFURT/MAIN. "Es hat uns sehr getroffen, dass es zu solchen Ergebnissen gekommen ist. Die Stiftung Warentest muss ihr Urteil revidieren", sagte OK-Vizepräsident Horst R. Schmidt am Dienstag in Frankfurt/Main. Unterstützung für ihre Offensive erhalten die deutschen WM-Macher dabei erstmals vom Weltverband Fifa, der sich mit einer Stellungnahme bislang zurückgehalten hatte.

Die Stiftung Warentest wies die Vorwürfe umgehend zurück. "Wir bleiben bei unseren Ergebnissen", sagte der Leiter der Warentest- Studie, Holger Brackemann der dpa. Die Methodik der Studie sei mit dem OK vorab besprochen worden. Die Stiftung hatte in ihrer Studie in allen zwölf WM-Stadien Sicherheitsrisiken festgehalten, vier Arenen wiesen demnach sogar "erhebliche Sicherheitsmängel" auf.

FOTOSTRECKEN:

 Olympia-Stadion Berlin

 Veltins-Arena Gelsenkirchen

 Fritz-Walter Kaiserslautern-Stadion

 Zentralstadion Leipzig

"Wir halten die gesamte Studie der Stiftung Warentest für fraglich, da sie weder die Komplexität des Themas Sicherheit noch die Gesamtzusammenhänge oder dahinter liegende Konzepte berücksichtigt", sagte Schmidt. Empörung und Unverständnis hätten sich beim OK und in den zwölf Städten nicht gelegt. "Wir fordern die Stiftung Warentest auf, die vier Roten Karten für die Stadien Kaiserslautern, Gelsenkirchen, Berlin und Leipzig zurück zu nehmen. Durch dieses Fehlurteil wurde im In- und Ausland ein Bild von den Arenen gezeichnet, welches in keinster Weise den hohen Sicherheits-Standards entspricht", sagte Schmidt.

Jim Brown, bei der Fifa für die Wettbewerbs-Organisation verantwortlich, sagte dem OK die Unterstützung des Weltverbandes zu. "Wir haben volles Vertrauen in die Arbeit des OK." Nach Bekanntwerden der Studien-Ergebnisse hatte die Fifa bislang öffentlich geschwiegen und damit beim OK zusätzlich für Verstimmung gesorgt. Fifa-Präsident Joseph Blatter hatte nach den von der Studie unabhängigen baulichen Stadion-Pannen in Frankfurt, Nürnberg und Kaiserslautern im Dezember eine Fifa-Überprüfung aller Stadien angekündigt. Brown wollte sich zu solchen Plänen nun nicht äußern.

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