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23.01.2006

13:34 Uhr

Ursprünglich hatten sich bundesweit 350 Hotels beworben

WM-Teams verschmähen den Osten

Begehrter Westen, verschmähter Osten - im Wettstreit um die WM-Quartiere der 32 Mannschaften sind die neuen Bundesländer nahezu leer ausgegangen.

HB DÜSSELDORF. Als letzte Teams haben sich Australien zu Gunsten des Schlosshotels Friedrichsruhe in Zweifingen und die Elfenbeinküste für Clostermanns Hotel in Niederkassel bei Bonn entschieden. Die Afrikaner hatten bis dahin lange mit einem Zuschlag für den Robinson-Club Fleensee in Mecklenburg geliebäugelt. Größte Profiteure sind Nordrhein-Westfalen (7), Bayern (6) und Baden-Württemberg (6), wo insgesamt 19 WM-Teilnehmer absteigen. Nur das Votum der Ukraine für Potsdam verhinderte, dass das Gebiet der ehemaligen DDR teamfreie Zone bleibt. Selbst ein Appell der Bundesregierung verhalf zu keinem größeren Zuspruch.

Ebenso wirkungslos verpuffte die Entscheidung des WM-Organisationskomitees, die WM-Auslosung nach Leipzig zu vergeben. Auch im Anschluss an das gelungene Spektakel in der Leipziger Messehalle hielt der Trend unvermindert an. Die Botschaft vom vereinten und weltoffenen Deutschland, wesentlicher Bestandteil der WM-Philosophie des Veranstalters, nimmt nach Meinung von Wolfgang Niersbach dennoch keinen Schaden. "So hoch wollen wir dieses Thema nicht hängen. Es gab keine politische Komponente. Theoretisch hätten auch alle Teams nach Bayern gehen können", sagte der Vizepräsident des WM-OK.



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Und doch beschert das Ungleichgewicht neue unliebsame Diskussionen. Liebend gern würde sich Niersbach eine ähnliche aufgeregte Debatte wie die um die angeblichen Sicherheitsmängel in diversen WM-Stadien ersparen: "Es gab eine freie Wahl unserer Gäste und die müssen wir respektieren." Neben der günstigen Verkehrsanbindung sei in erster Linie die Qualität der Unterkunft und der Trainingsplätze ausschlaggebend gewesen.

Der "Hauptgewinn" ging ins Millionärs-Dorado Königstein. Weltmeister Brasilien wird seine Zelte zunächst in dem 16 000 Einwohner zählenden Städtchen nahe Frankfurt aufschlagen, das mit 97 Einkommens-Millionären auf 10 000 steuerpflichtige Bürger eine der wohlhabensten deutschen Gemeinden ist. Im noblen Kempinski Hotel wird es den Südamerikanern vor dem Umzug nach Bergisch Gladbach an nichts fehlen. Über fehlenden Komfort brauchen sich auch die Schützlinge von Bundestrainer Jürgen Klinsmann im Schlosshotel im Berliner Grunewald nicht zu beklagen.

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