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05.11.2016

10:21 Uhr

Uwe Seeler wird 80

„Ich weiß auch nichts Neues über mich“

Uwe Seeler war der erste Torschützenkönig der Fußball-Bundesliga und Kapitän der Nationalmannschaft. Zum 80. Geburtstag hat „Uns Uwe“ einen sehnlichen Wunsch: „Ich hoffe, dass ich den Abstieg des HSV nie erlebe.“

Zu seinem 80. Geburtstag wünscht sich Uwe Seeler: „Einen Sieg und Gesundheit. Ich hoffe, dass ich den Abstieg des HSV nie erlebe. Eine Weltstadt wie Hamburg muss einen Erstligisten haben. Ich komme am Geburtstag natürlich ins Stadion und will guten Fußball sehen. Es wird schwer gegen Dortmund.“ dpa

Sein Wunsch für 2016

Zu seinem 80. Geburtstag wünscht sich Uwe Seeler: „Einen Sieg und Gesundheit. Ich hoffe, dass ich den Abstieg des HSV nie erlebe. Eine Weltstadt wie Hamburg muss einen Erstligisten haben. Ich komme am Geburtstag natürlich ins Stadion und will guten Fußball sehen. Es wird schwer gegen Dortmund.“

HamburgEine große Party mit mächtig Trubel wird's nicht geben, dafür wünscht sich Uwe Seeler zum 80. Geburtstag sehnlichst den Klassenverbleib seines Hamburger SV. „Ich hoffe, dass ich den Abstieg des HSV nie erlebe“, sagte die hanseatische Fußball-Ikone im Interview der Deutschen Presse-Agentur. Am Samstag wird in einer HSV-Loge beim Bundesliga-Heimspiel gegen Borussia Dortmund im kleinen Kreis angestoßen.

Schon im Vorwege seines Ehrentages absolvierte der Jubilar einen Interview-Marathon. Tageszeitungen, Magazine, Fernsehstationen – jeder wollte mit Seeler sprechen. Und jedem wollte er es recht machen – trotz fehlender News. „Ich weiß auch nichts Neues über mich“, sagte Seeler verlegen.

Das Leben des Uwe Seeler

5. November 1936

Uwe Seeler wird in Hamburg geboren.

1948

Aufnahme in die Knaben-Mannschaft des Hamburger SV.

1953

Erste internationale Berufung in die Jugend- Nationalmannschaft beim UEFA-Turnier in Belgien.

29. August 1953

Debüt in der Oberliga-Mannschaft des HSV gegen den VfB Oldenburg. Erstes Oberliga-Tor.

1954

Beim UEFA-Jugendturnier in Deutschland erzielt er 13 der 20 deutschen Tore.

16. Oktober 1954

Erstes Länderspiel gegen Frankreich

1958

WM-Teilnahme in Schweden. Erstes Länderspieltor gegen Argentinien.

18. Februar 1959

Hochzeit mit Ilka Buck.

1960

Geburt von Tochter Kerstin. Helle (1963) und Frauke (1966) folgen.

25. Juni 1960

Einziger deutscher Meistertitel durch ein 3:2 im Endspiel gegen den 1. FC Köln in Frankfurt. Zweifacher Torschütze: Seeler.

20. September 1961

Gegen Dänemark (5:1) erstmals Kapitän der Nationalelf. Dreifacher Torschütze: Seeler.

1961

Angebot von Inter Mailand: 900.000 Mark Handgeld, 1,5 Millionen Mark Ablöse - Seeler lehnt ab.

1962

Zum siebten Mal Torschützenkönig der Oberliga Nord mit 28 Treffern. Zweite WM-Teilnahme.

14. August 1963

Der HSV schlägt im DFB-Pokalfinale in Hannover Borussia Dortmund mit 3:0. Dreifacher Torschütze: Seeler.

1964

Torschützenkönig der neugegründeten Bundesliga mit 30 Treffern.

20. Februar 1965

Achillessehnenriss im Spiel gegen Eintracht Frankfurt. Ärzte-Prognose: Karriereende wahrscheinlich.

26. September 1965

Rückkehr in die Nationalelf. Mit dem Tor zum 2:1 gegen Schweden schießt Seeler Deutschland zur WM 1966.

1966

WM-Teilnahme in England. Das Team von Kapitän Seeler wird nach dem Wembley-Tor „nur“ Vize-Weltmeister.

23. Mai 1968

Der HSV steht im Finale um den Europapokal der Pokalsieger und verliert in Rotterdam mit 0:2 gegen den AC Mailand.

31. Mai 1968

Seeler erklärt seinen Rücktritt aus der Nationalelf.

21. September 1969

Rückkehr in die Nationalmannschaft beim 1:1 in Wien gegen Österreich.

1970

Vierte und letzte WM. Platz drei in Mexiko. Zudem zum dritten Mal nach 1960 und 1964 „Fußballer des Jahres“.

9. September 1970

72. und letztes Länderspiel in Nürnberg gegen Ungarn (3:1).

1. Mai 1972

Abschied vom Profi-Fußball beim Spiel des HSV gegen eine Weltauswahl vor 70.000 im Volksparkstadion.

1972

Großes Bundesverdienstkreuz, Ernennung zum Ehrenspielführer der deutschen Nationalmannschaft.

1986

Inhaber der Sportbekleidungsfirma „Uwe-Seeler-Moden“

5. Oktober 1995

Präsident des HSV.

1996

Gründung der Uwe-Seeler-Stiftung für unschuldig in Not geratene Menschen

10. Juni 1998

Aufnahme in die „Hall of Fame des deutschen Fußballs“

30. Juni 1998

Rücktritt als HSV-Präsident

10. Mai 2002

Überreichung der „Goldenen Sportpyramide“ der Stiftung Deutsche Sporthilfe

November 2003

Ernennung zum 30. Ehrenbürger der Stadt Hamburg

April 2005

Errichtung des Uwe-Seeler-Denkmals, einer 2,5 Tonnen schweren überdimensionalen Bronzeskulptur seines rechten Fußes, vor der Arena am Volkspark.

31.12.2011

Seeler beendet nach mehr als 50 Jahren seine Tätigkeit als Repräsentant für Adidas

Viel gelitten hat der nach wie vor erfolgreichste Stürmer des Bundesliga-Dinos in den vergangenen Jahren mit den Hanseaten, zwei Relegationen haben ihm fast körperliche Schmerzen zugefügt. Heimspiele im Volkspark lässt er trotzdem nicht aus. „Ich komme am Geburtstag natürlich ins Stadion und will guten Fußball sehen. Es wird schwer gegen Dortmund“, meint er. Erstmals seit langer Zeit begleitet ihn auch seine Ilka in den Volkspark – mit ihr ist er seit 57 Jahren verheiratet.

Vor der Partie wollen der HSV und der Deutsche Fußball-Bund Seeler ehren. Dazu gibt es Schecks für seine Stiftung für benachteiligte Menschen. „Dann kann ich in Ruhe Weihnachten feiern, wenn den Bedürftigen geholfen ist.“ Das ist Seeler, wie man ihn kennt. Ihm liegt das Wohl der anderen am Herzen.

Traumurlaub, Schiffsreise, Nobelkarosse – all das ist nichts für den bodenständigen Hamburger. Persönliche Wünsche oder Träume hat der DFB-Ehrenspielführer nicht. Ausnahme: die Gesundheit. „Nach meinem schweren Unfall bin ich sehr eingeschränkt. Tennis, Golf oder Fahrradfahren gehen nicht mehr. Die Ärzte wollen immer, dass ich mich am Rücken operieren lasse. Aber mit Physiotherapie geht es“, berichtete Seeler. „Ich kann noch mit meinem Hund spazieren gehen. Mehr geht nicht.“ Vor Jahren war er unverschuldet in einen schweren Auffahrunfall verwickelt. Seither ist er auf einem Ohr taub.

Er dosiert die vielen Termine mehr als früher. „Meine Frau protestiert auch manchmal. Aber ich nehme mir auch Auszeiten, dann fahre ich nach St. Peter-Ording, mache die Tür einfach zu.“ In der frischen Nordseeluft kann das Urgestein des HSV sogar von seinem Club abschalten. Besser als in Hamburg, wo er an jeder Ecke gefragt wird, warum es beim HSV nicht laufe. „Egal, wo du gehst und stehst. Auch ich kann da nichts sagen.“

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