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16.06.2016

18:15 Uhr

Vectoring-Pläne der Telekom

Netzagentur legt EU-Streit um Internet-Ausbau bei

Im Streit zwischen Bundesnetzagentur und der EU-Kommission über den Netzausbau in Deutschland gibt es eine Einigung: Die Bonner Behörde bessert ihren Vorschlag nach. Im Sommer sollen die neuen Regeln feststehen.

Per Vectoring will die Telekom höhere Geschwindigkeiten aus alten Kupferleitungen herausholen. dpa

Vectoring

Per Vectoring will die Telekom höhere Geschwindigkeiten aus alten Kupferleitungen herausholen.

FrankfurtDie Bundesnetzagentur hat im Streit mit der EU-Kommission um den geplanten milliardenschweren Internet-Ausbau der Deutschen Telekom eine Grundsatzeinigung erzielt. Die Bonner Behörde bessert ihren Vorschlag nach. „Ich gehe davon aus, dass wir die Bedenken der Kommission ausgeräumt haben“, sagte Behördenchef Jochen Homann am Donnerstag.

Mit dem sogenannten Vectoring will die Telekom aus ihren vor Jahrzehnten verlegten Kupfer-Telefonkabeln höhere Datengeschwindigkeiten herausholen. Bis 2018 will der Konzern so sechs Millionen Haushalte mit Internetgeschwindigkeiten von 100 Megabit pro Sekunde (MBit/s) versorgen. Derzeit surfen Bundesbürger nach Berechnungen des Technologiekonzerns Akamai im Schnitt mit 12,9 Mbit/s. Konkurrenten fürchten Wettbewerbsnachteile durch den Ausbau der Vectoring-Technologie, sie sehen diese als veraltet an. Sie kritisieren, dass sich dadurch der dringend erforderliche Ausbau des Glasfasernetzes auf dem Land deutlich verlangsame und erschwert werde.

Es sei mit der EU-Kommission eine Verständigung über die Grundzüge des Vectoring-Einsatzes in den sogenannten Nahbereichen erarbeitet worden, erlärte die Bonner Behörde. Diese sehe vor, dass Telekom-Wettbewerber in mehr Gebieten selbst Vectoring-Technik einsetzen können. Darüber hinaus würden für die Wettbewerber die Zugangsbedingungen für den ersatzweise anzubietenden virtuellen Zugang zur „letzten Meile“ verbessert. Die Bonner Behörde rechnet damit, dass sie noch im Sommer die Regelungen für den Nahbereich festlegen kann.

Fakten zur Telekom

Spitzenreiter in Europa

Die Deutsche Telekom ist mit einem Jahresumsatz von über 60 Milliarden Euro eines der größten europäische Telekommunikationsunternehmen. Der Konzern beschäftigt rund 220.000 Mitarbeiter. Größte Tochter mit mehr als 22 Milliarden Euro Umsatz ist Telekom Deutschland. Außerdem ist die Deutsche Telekom in 12 weiteren Ländern vertreten.

Ein Erbe der Bundespost

Hervorgegangen ist der Konzern aus der Deutschen Bundespost. Um das Staatsunternehmen wettbewerbsfähig zu machen, wurde es von 1990 an in die Geschäftsbereiche Telekom, Postdienst und Postbank aufgeteilt und schrittweise privatisiert. Seit 1995 ist die Deutsche Telekom eine Aktiengesellschaft.

Ein Global Player ...

Der erste Vorstandsvorsitzende Ron Sommer versuchte, den ehemaligen Staatsbetrieb mit Zukäufen in aller Welt zum „Global Player“ zu machen. Heute ist die Deutsche Telekom in 50 Ländern vertreten und erlöst mehr als die Hälfte ihres Umsatzes im Ausland.

... mit Hoffnung auf die USA

T-Mobile US tat sich gegen die Marktführer AT&T und Verizon lange schwer. Seit dem Zusammenschluss mit dem Wettbewerber MetroPCS und unter der Führung des CEOs John Legere, ist die Kundenzahl wieder deutlich gewachsen, der Umsatz ebenso. Allerdings stehen auch hohe Investitionen an.

AG mit Staatsbeteiligung

Bei mehreren Börsengängen nahm die Telekom Milliarden ein. Dennoch ist der Staat immer noch beteiligt: Die Staatsbank KfW und der Bund halten zusammen 31,7 Prozent der Anteile. Der Anteil der einst hofierten Privatanleger ist auf unter 15 Prozent gefallen, den Rest halten institutionelle Anleger.

„Wir gehen davon aus, dass die Telekom nunmehr ihre angekündigte Zusage für eine flächendeckende Erschließung aller Haushalte in den Nahbereichen mit schnellen Breitbandanschlüssen abgeben wird“, sagte Homann. „Gleiches gilt für die von den Wettbewerbern angekündigten Ausbau- und Investitionsangebote.“

Von

rtr

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