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09.12.2014

11:47 Uhr

„Vereinsschädigendes Verhalten“

VfL Bochum entlässt Trainer Peter Neururer

Überraschende Beurlaubung: Der Revierklub Vfl Bochum trennt sich im Streit von seiner Klub-Ikone Peter Neururer. Nicht nur hinter den Kulissen des Zweitligisten fliegen die Fetzen. Neururer droht mit seinem Anwalt.

Hat kein Verständnis für seinen Rauswurf: Peter Neururer, lebende VfL-Legende. dpa

Hat kein Verständnis für seinen Rauswurf: Peter Neururer, lebende VfL-Legende.

BochumFußball-Zweitligist VfL Bochum hat sich von Trainer Peter Neururer getrennt. Der Coach sei mit sofortiger Wirkung von seinen Aufgaben entbunden, teilte der Tabellenzehnte am Dienstag mit. „Wir haben uns zu diesem Schritt entschlossen, weil das Auftreten und die in den vergangenen Tagen wiederholt getätigten Äußerungen von Peter Neururer aus unserer Sicht vereinsschädigendes Verhalten darstellen“, sagte Sportvorstand Christian Hochstätter. Neururer habe Spieler, „die sich in unangemessener Form zur Arbeit der Vereinsgremien geäußert haben, in dieser Meinung bestärkt.“ Vorerst wird das Team von Co-Trainer Frank Heinemann betreut.

„Ich bin geschockt. Ich habe absolut kein Verständnis für diese Entscheidung und kann sie in keiner Form nachvollziehen“, sagte Neururer dem Sport-Informationsdienst. „Ich habe meinen Kapitän bestätigt. Dazu stehe ich auch. Aber das hat aus meiner Sicht nichts mit vereinsschädigendem Verhalten zu tun“, fügte er im Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur hinzu – und bei „Sport Bild online“ kündigte er an, er werde sich „jetzt erst einmal mit meinem Anwalt beraten.“

Torwart Andreas Luthe hatte nach dem 3:3 des VfL gegen den FC St. Pauli am vergangenen Freitag unter anderem Aufsichtsratschef Hans-Peter Villis kritisiert. Villis hatte nach dem 0:3 der Bochumer in Ingolstadt die Charakterfrage gestellt.

Hochstätter hatte das 0:3 beim FC Ingolstadt in der Vorwoche als „peinlich und beschämend“ bezeichnet. Neururer hatte sich dagegen gewehrt. „Herr Hochstätter sollte sich dazu mal konkret äußern“, hatte er gesagt und auf die Frage nach seinem Verhältnis zu Hochstätter geantwortet: „Dazu sage ich gar nichts.“

Zudem hatte er Torhüter Andreas Luthe offenbar nicht gerüffelt, der Aufsichtsratschef Hans-Peter Villis nach dem Vorwurf mangelnder „Mentalität, Leistung und Charakter“ entgegnete: „Wenn man solche Aussagen tätigt, dann sollte man sich vielleicht hier mal blicken lassen. Wenn man intern dabei ist bei der Mannschaft, kann man diese Aussage tätigen, wenn nicht, sollte man den Mund halten.“

Der 59 Jahre alte Neururer hatte den VfL in zweiter Amtszeit seit dem 8. April 2013 betreut. In der ersten von Dezember 2001 bis Saisonende 2005 führte er die Westfalen bis in den UEFA-Cup. Derzeit belegt der VfL Rang zehn, ihm gelang in den letzten elf Spielen allerdings nur ein Sieg. Neururers Vertrag lief noch bis Ende der Saison. 

Neururer ist bereits der fünfte Trainer, der in dieser Zweitliga-Saison entlassen wurde. Zuvor hatten sich bereits der 1. FC Nürnberg (Valerien Ismael), 1860 München (Ricardo Moniz), Erzgebirge Aue (Falko Götz) und St. Pauli (Roland Vrabec) von ihren Trainern getrennt.

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