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14.10.2016

15:10 Uhr

Vergabe der Fußball-WM 2026

Europa und Asien sind raus – USA der neue Favorit

Europa und Asien scheiden als Ausrichter der Fußball-Weltmeisterschaft 2026 aus. Das hat das Council des Weltverbands FIFA beschlossen. Vor allem für einen Bewerber erhöht das die Chancen enorm.

Präsident Gianni Infantino sucht mit der Fifa den Ausrichter der Fußball-Weltmeisterschaft 2026. AFP; Files; Francois Guillot

Gianni Infantino

Präsident Gianni Infantino sucht mit der Fifa den Ausrichter der Fußball-Weltmeisterschaft 2026.

ZürichDie Fußball-Weltmeisterschaft 2026 wird nicht in Europa oder Asien stattfinden. Das Weltturnier in zehn Jahren solle nicht im Kontinent des Gastgebers der WM 2018 oder 2022 ausgetragen werden, wie das Council des Weltverbands FIFA beschloss. Das bestätigte das amerikanische Ratsmitglied Sunil Gulati am Freitag nach Ende des Treffens in Zürich. Damit dürfen lediglich Bewerber aus Nord- und Mittelamerika sowie der Karibik, Südamerika, Afrika und Ozeanien ins Rennen gehen. Gemeinsame Bewerbungen mehrerer Länder sind möglich.

Der US-Verband gilt nun als Favorit, auch Kanada und Mexiko hatten Interesse bekundet. Die USA hatten sich zuletzt für die WM 2022 beworben, waren aber im letzten Wahldurchgang gegen Katar gescheitert.

Die Kontinente-Regelung gilt nur für die WM 2026. Die europäischen Verbände scheiden als Gastgeber wegen des Turniers in zwei Jahren in Russland aus, Vertreter aus Asien sind durch die WM in Katar als Kandidaten ausgeschlossen. Sollte allerdings keiner der Bewerber die Kriterien erfüllen, würde eine zweite Ausschreibung folgen. Dies gilt jedoch als äußerst unwahrscheinlich.

Das FIFA-Council will bei seiner nächsten Sitzung am 9. und 10. Januar in Zürich einen Beschluss über eine mögliche Aufstockung auf 40 oder 48 Teams für die WM 2026 fällen. FIFA-Präsident Gianni Infantino wies diesbezüglich die Kritik von Bundestrainer Joachim Löw an der geplanten Aufstockung des WM-Teilnehmerfeldes zurück. „Für den Weltmeister ist es einfach eine Meinung zu haben, wenn es um die WM geht. Was kann ich ihm sagen? Dass er offen sein muss für Erneuerung, für den Fußball, für die Fußball-Entwicklung. Dass nicht alle die Chance haben, sich wie Deutschland jedes Mal zu qualifizieren“, sagte Infantino nach der Sitzung des FIFA-Councils.

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Löw hatte sich in der vergangenen Woche deutlich gegen mehr WM-Teams ausgesprochen. „Die besten Mannschaften sollen bei der WM und der EM dabei sein. Wenn man immer weiter aufstockt, gibt es eine Verwässerung der Qualität“, sagte der DFB-Coach. „Ich halte es auch für notwendig, das Rad nicht zu überdrehen“, betonte Löw.

Infantino ist anderer Meinung als der amtierende Weltmeistertrainer. „Die Qualität ist meines Erachtens vorhanden. Vergessen wir nicht, dass bei der letzten WM zwei europäische Größen, England und Italien, von Costa Rica nach Hause geschickt wurden. Deswegen müssen wir offen sein für neue Ideen, zum Beispiel eine WM mit 48 Teams. Die würde sogar eine Qualitätssteigerung mit sich bringen.“


Von

dpa

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