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08.01.2014

15:44 Uhr

Verwirrung um WM in Katar

Fifa kann sich nicht auf Termin einigen

Die Fußball-Weltmeisterschaft 2022 wird laut Fifa-Generalsekretär die erste Winter-WM. Der Fifa-Vizepräsident reagiert geschockt auf die Äußerung und dementiert sie sogleich. So geht die Posse um die WM in Katar weiter.

Heute in neun Jahren könnte WM-Finale sein: Das Klima dafür testet der FC Bayern derzeit mit seinem Trainingslager in Doha. dpa

Heute in neun Jahren könnte WM-Finale sein: Das Klima dafür testet der FC Bayern derzeit mit seinem Trainingslager in Doha.

LondonFifa-Generalsekretär Jerome Valcke hat mit seinen Aussagen zur Verschiebung der Fußball-Weltmeisterschaft in Katar vom Sommer auf den Winter für erheblichen Wirbel gesorgt. Der Franzose sagte am Mittwoch, das Turnier werde 2022 nicht wie üblich im Juni oder Juli ausgespielt, sondern wegen der hohen Temperaturen in dem Wüstenemirat irgendwann „zwischen dem 15. November und spätestens dem 15. Januar”. Der Weltfußballverband sah sich prompt zu der Klarstellung veranlasst, dass noch keine Entscheidung gefallen sei, wann genau die WM ausgetragen werde. Valcke habe lediglich „seine eigene Meinung” widergegeben.

Über das konkrete Datum der WM in Katar werde nach wie vor mit allen Beteiligten beraten, teilte die Fifa mit. Dazu zählten die nationalen Fußballverbände, die Ligen, die Vereine, die Spieler sowie die Geschäftspartner der Fifa. Da das Turnier erst in acht Jahren anstehe, sei keine Eile geboten. Sämtliche relevanten Aspekte würden berücksichtigt. Das Fifa-Exekutivkomitee, dem neben Valcke auch Verbandspräsident Sepp Blatter und der ehemalige Chef des Deutschen Fußballbundes, Theo Zwanziger, angehören, werde entsprechend keine Entscheidung vor der WM in Brasilien in diesem Sommer treffen.

Valcke hatte dem französischen Radiosender France Inter gesagt, er gehe davon aus, dass das Turnier in Katar nicht im Sommer ausgetragen werde, wo es dann im Schnitt 35 Grad heiß ist. „Wenn man zwischen dem 15. November und - sagen wir mal - Ende Dezember spielt, dann ist das die Zeit, in der das Wetter am günstigsten ist.” Die Temperaturen würden dann bei 25 Grad liegen. Das sei perfekt, um Fußball zu spielen.

Scharfe Kritik erntete Valcke von Fifa-Vizepräsident Jim Boyce. „Ich bin vollkommen schockiert, um ehrlich zu sein”, sagte der Nordire dem Sender Sky Sports News. „Ich kann zu 100 Prozent bestätigen, dass das Fifa-Exekutivkomitee keine Verschiebung der WM beschlossen hat.” Seiner Kenntnis nach wolle die Fifa-Spitze erst einen Bericht abwarten, in dem alle Beteiligten zu Wort kämen, also die Fernsehsender, die Ligen und die Sponsoren. Dieser sei irgendwann zwischen jetzt und der WM in Brasilien fällig. „Der Plan war, über die WM in Katar bis Dezember Ende diesen Jahres nicht weiter zu diskutieren.” Ob Valcke seine persönliche Meinung geäußert habe, wisse er schlichtweg nicht. „Aber ich kann bestätigen, dass dies nicht vom Fifa-Exekutivkomitee besprochen wurde. Ich bin sehr überrascht über das, was heute Morgen passiert ist.”

Positiv auf die Äußerungen Valckes reagierte dagegen der Präsident der internationalen Spieler-Gewerkschaft FIFPro, Philippe Piat. „Das sind ausgezeichnete Nachrichten”, sagte er der Nachrichtenagentur Reuters. „Das haben wir seit Monaten gefordert.”

Die hohen Temperaturen, die in Katar im Sommer herrschen, waren von Anfang an einer der großen Kritikpunkte, die nach der Vergabe der WM an das Emirat im Dezember 2010 aufkamen. Eine Verschiebung auf die Wintermonate würde aber bedeuten, dass der internationale Fußballkalender etwa auf Ebene der Bundesliga oder der Champions League gehörig durcheinandergeraten dürfte. Darüber hinaus sorgen Berichte über menschenunwürdige Arbeitsbedingungen für Gastarbeiter, die beim Bau der WM-Stadien in Katar eingesetzt werden, für schwere Vorwürfe gegen die Veranstalter.

Von

rtr

Kommentare (11)

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Account gelöscht!

08.01.2014, 13:10 Uhr

„......weil dort im Sommer sehr hohe Temperaturen herrschen.“

So, andere Sorgen haben die nicht? Wie sieht es denn damit aus; vor jedem Spiel wird doch immer eindrucksvoll gegen Rassismus etc. auf dem Feld demonstriert. Fällt diese Heuchlerveranstaltung in diesem islamischen Land dann aus? Es könnte ja sein, daß sich der Islam dadurch beleidigt fühlt oder gibt es für die FIFA eine Ausnahmegenehmigung und die Herrscher dulden zähneknirschend diese Demonstration, die den Islam ins Mark treffen muß, in Anbetracht der Suren, die zum Kampf gegen alles was nicht islamisch ist aufrufen.

AZ1969

08.01.2014, 13:17 Uhr

35 - 45 Grad ist ein wenig untertrieben, ich habe dort 2 jahre gearbeitet, ich waere froh gewesen 35 bis 45 Grad zu haben

lol

08.01.2014, 13:28 Uhr

WAS FÜR EINE POSSE!!!
lol...

P.S.: Wer erlöst uns endlich von Blatter? Und wer verhindert, dass der Nachfolger nicht genauso ein korrupter Vollpfosten ist? Also doch besser die gesamte FIFA abschaffen!

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