Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

02.09.2015

14:41 Uhr

Video-Botschaft des DFB

Weltmeister setzt Zeichen für Flüchtlinge

Mit einer Video-Botschaft greift die Fußball-Nationalmannschaft in die Flüchtlings-Debatte ein. Kapitän Schweinsteiger und Co. werben für Weltoffenheit, Toleranz, Hilfsbereitschaft, Respekt und Fairplay.


Frankfurt/MainRote Karte für Fremdenhass! Die deutschen Fußball-Weltmeister setzen ein Zeichen für die Flüchtlinge, die nach Deutschland kommen. In einem Video bezieht Kapitän Bastian Schweinsteiger mit vier Teamkollegen stellvertretend für die gesamte Nationalmannschaft Position gegen Gewalt und Ablehnung.

Es ist ein eindringliches Plädoyer für ein weltoffenes Deutschland. „Die Mannschaft wollte ein Statement abgeben. Wir müssen als Fußball, als Nationalmannschaft, vorneweg ein Zeichen setzen“, erläuterte Teammanager Oliver Bierhoff am Mittwoch in Frankfurt.

In dem kurzen Spot präsentieren fünf Akteure zunächst einzeln Botschaften in Wort und Schrift: Kapitän Schweinsteiger „für Hilfsbereitschaft“, Jérôme Boateng „für Respekt“, Ilkay Gündogan „für Integration“, Mesut Özil „für Weltoffenheit“ und Toni Kroos „für Fairplay“.

Abschließend ist das Quintett gemeinsam zu sehen, auf den Tafeln steht nun: „Gegen Gewalt und Fremdenhass.“ In der deutschen Mannschaft stehen zahlreiche Akteure mit einem Migrationshintergrund, dazu gehört auch das Trio Özil, Boateng, Gündogan.

Kroos bezeichnete die Aktion als „Pflicht“ der Nationalmannschaft. „Wir stehen in der Öffentlichkeit. Meine Meinung ist, dass wir als eines der reichsten Länder der Welt in der Lage sind zu helfen.“ Bierhoff sprach von einer „gesamtgesellschaftlichen Herausforderung“.

Was Bürger für Flüchtlinge tun können

Wie erfahre ich, wo Hilfe benötigt wird?

Ein paar Telefonanrufe helfen in der Regel weiter: Die örtlichen Kirchengemeinden, das Rote Kreuz, Caritas oder Diakonisches Werk wissen normalerweise, wo es in der Nähe Flüchtlingsunterkünfte gibt und wer gerade Helfer sucht. Ansprechpartner auf der Verwaltungsebene ist meist das Ordnungsamt, da meist hier die Bereiche Asyl und Migration angesiedelt sind. In jedem Bundesland gibt es zudem einen Flüchtlingsrat, der Kontakte vermitteln und weiterhelfen kann.

Wie kann ich mich tatkräftig engagieren?

Neu ankommende Flüchtlinge sind auf zupackende Unterstützung angewiesen: Helfer können Flüchtlinge mit dem neuen Wohnumfeld vertraut machen, sie zu Behörden und zum Arzt begleiten, Deutschunterricht geben, Hausaufgabenbetreuung anbieten und Kontakte zu Sportvereinen und Freizeiteinrichtungen herstellen. Manche Flüchtlingseinrichtungen vermitteln "Patenschaften", um den Flüchtlingen feste Ansprechpartner für Alltagsfragen anzubieten. Sprachliche und berufliche Vorkenntnisse sind bei Helfern oft nicht so wichtig – was zählt, ist die Einsatzbereitschaft.

Werden Sachspenden benötigt?

Oftmals ja – wobei immer gilt: Zunächst direkt bei der Flüchtlingsunterkunft nachfragen, was gerade gebraucht wird. Nachfrage besteht oft nach Spielzeug, Kleidung, Hygiene- und Gesundheitsartikeln, Bustickets, Telefonkarten, Sanitäranlagen oder Möbeln. Auch Handwerkerleistungen sind gefragt.

Machen Geldspenden Sinn?

Viele Flüchtlingshilfe-Organisationen sind auf private Spenden angewiesen. Auf internationaler Ebene gibt es etwa das Uno-Flüchtlingshilfswerk UNHCR, in Deutschland gibt es Vereinigungen wie Pro Asyl und auf kommunaler Ebene gibt es eine Vielzahl von Projekten. Die Spenden können steuerlich als Sonderausgaben abgesetzt werden, wenn die Empfänger als gemeinnützig anerkannt sind. Flüchtlingshelfer regen an, etwa bei Jubiläumsfeiern oder Geburtstagen auf das Beschenktwerden zu verzichten und Gäste um Spenden für Flüchtlinge zu bitten.

Kann ich Flüchtlinge bei mir daheim aufnehmen?

In manchen Bundesländern ist das bereits erlaubt, in anderen nicht. Ansprechpartner vor Ort ist in der Regel das Ordnungsamt, an das entsprechende Angebote für Privatunterkünfte zu richten sind. Hilfe bei der Vermittlung leistet die private Internetseite www.fluechtlinge-willkommen.de. Flüchtlingshelfer berichten, dass die Behörden nicht immer auf solche Angebote reagieren - möglicherweise aus Überlastung oder aus logistischen Gründen, weil es für die Verwaltung einfacher ist, Flüchtlinge zentral an einem Ort unterzubringen. In solchen Fällen raten Flüchtlingshelfer: Nicht aufgeben, immer wieder nachfragen.

Wie kann ich Verständnis für Flüchtlinge wecken?

Der Schulunterricht ist ein guter Ort, auf die gegenwärtige Lage einzugehen. Das Uno-Flüchtlingshilfswerk UNHCR bietet umfassendes deutschsprachiges Unterrichtsmaterial und vermittelt Schulbesuche von Flüchtlingen. Ganz allgemein raten Flüchtlingshelfer: Treten Sie beherzt ein gegen fremdenfeindliche Sprüche in ihrer Umgebung, suchen Sie Kontakt mit Flüchtlingen.

Der Manager verwies auf Aktionen des Deutschen Fußball-Bundes (DFB). So würden über die Egidius-Braun-Stiftung 600.000 Euro für die Aktion „1:0 für Willkommen“ gesammelt. Am kommenden Mittwoch wird eine von Präsident Wolfgang Niersbach angeführte DFB-Delegation eine Unterkunft der Christlichen Flüchtlingshilfe Egelsbach in Hessen besuchen.

Die Verbandsspitze will sich beim Besuch der SG Egelsbach stellvertretend bei den vielen Vereinen in Deutschland bedanken, die Flüchtlingen Fußballangebote machen, wie der DFB am Mittwoch mitteilte.

Das Flüchtlings-Thema gehe auch an der Nationalmannschaft nicht vorbei, berichtete Weltmeister Thomas Müller. Es sei „schockierend, wenn Menschen in einem Lkw ersticken“, erinnerte der Profi des FC Bayern München an den schrecklichen Tod von mehr als 70 Flüchtlingen in Österreich. Man müsse Lösungen finden, den Leuten zu helfen.

Von

dpa

Kommentare (2)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Herr Hans Läufer

02.09.2015, 19:16 Uhr

Illegaler Grenzübertritt ist auch eine Form von Gewalt. Und Sozialleistungen erschleichen unter Vortäuschung der Tatsache, politisch verfolgt zu sein ist Betrug. Und der Staat nimmt mir unter Androhung von Gewalt einen großen Teil meines sauer verdienten Geld ab, um die Folgen zu finanzieren.

Herr Bernd D

03.09.2015, 11:13 Uhr

Die haben gut reden! Die leben mit ihren Millionen in ihren Villen.
Das gemeine Volk muss mit den Asylanten leben, sich den verfügbaren Wohnraum und die vom Staat bereitgestellten Sozialbudgets teilen, auf dem Arbeitsmarkt mit den Flüchtlingen konkurrieren etc. Bei den Tafeln gibt’s schon Rangeleien (Bericht im Dt-Funk).

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×