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07.10.2015

15:28 Uhr

Volkswagen prüft Sponsoring

Dieselgate kommt beim VfL Wolfsburg an

Der neue VW-Chef Matthias Müller muss angesichts der Folgekosten des Diesel-Skandals rigoros sparen. Möglicher Kandidat für Kürzungen ist Tochterverein VfL Wolfsburg. Für den Klub hätte das weitreichende Folgen.

Wolfsburgs Manager Klaus Allofs lässt sich von den Sparankündigungen VWs nicht verunsichern – nach außen hin zumindest. dpa

Bewahrt die Ruhe

Wolfsburgs Manager Klaus Allofs lässt sich von den Sparankündigungen VWs nicht verunsichern – nach außen hin zumindest.

Düsseldorf, WolfsburgDass der VfL Wolfsburg nicht ungeschoren aus der größten Krise der Firmengeschichte von Konzernmutter Volkswagen kommt, ist inzwischen auch Klaus Allofs klar. „Dieselgate“ - der VW-Skandal um manipulierte Abgaswerte - hat die VW-Tochter in der Fußball-Bundesliga längst erreicht. „Es ist natürlich klar, dass wir im Kontext dessen, was sich dort entwickeln muss, auch unsere Rolle spielen müssen“, sagte er der Deutschen Presse-Agentur.

Die Konsequenzen für den Klub sind nach wie vor nicht absehbar. „Wir müssen Herrn Müller da jetzt einfach noch ein paar Tage Zeit geben“, meinte der Geschäftsführer des VfL, der jährlich mit einer hohen zweistelligen Millionensumme von VW unterstützt wird. VW hat momentan drängendere Probleme, als sich um die Beziehung zu seiner hundertprozentigen Tochter zu kümmern.

Der Weltkonzern hat unter Vorstandschef Martin Winterkorn sukzessive ein Sportimperium aufgebaut. Und das nicht im Motorsport, sondern im Breitensport Fußball. Die Idee: Die Leidenschaft des Fans auf die eigenen Autos übertragen. Ein Schlüssel, so erfolgsverheißend, dass ihn verschiedene Automobilkonzerne seit Jahren intensiv einzusetzen versuchen.

Volkswagen im Fußball

Sponsor und Anteilseigner

Der Volkswagen-Konzern sponsert diverse Teams in der 1. und 2. Bundesliga. Überdies tritt der Autobauer auch als Anteilseigner auf. Ein Überblick.

Volkswagen

VfL Wolfsburg (Hauptsponsor), 100-prozentige Tochtergesellschaft der Volkswagen AG

TSV 1860 München (Hauptsponsor)

FC Schalke 04

Werder Bremen

RB Leipzig

Volkswagen Nutzfahrzeuge

Hannover 96

Audi

FC Ingolstadt (Hauptsponsor), 19,94 Prozent des Zweitligisten gehören zudem der quattro GmbH, eine 100-prozentige Audi-Tochter.

Bayern München, außerdem hält die Audi AG 8,33 Prozent am Rekordmeister.

TSG 1899 Hoffenheim

Borussia Mönchengladbach

Hertha BSC

1. FC Nürnberg

Hamburger SV

MAN

Borussia Dortmund

Bayern München

VfL Wolfsburg

Borussia Mönchengladbach

Hamburger SV

Porsche

RB Leipzig

VfB Stuttgart

Seat

Eintracht Braunschweig (Hauptsponsor)

Ob es bei der bisherigen Unterstützung bleibt, kann inzwischen zumindest angezweifelt werden, auch wenn Allofs noch gelassen bleibt: „Es gibt keinen Grund, sich jetzt Sorgen zu machen“.

„Herr Müller“ - der neue VW-Konzernchef Matthias Müller - sendete nämlich im Interview der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ (Mittwoch) eine Botschaft, die Konsequenzen sogar für den gesamten Profi-Fußball in Deutschland haben könnte. „Wir drehen jeden Stein um und werden uns auch das ansehen.“

Im Zuge des Abgasskandals muss der ins Wanken geratene Auto-Gigant rigoros sparen, es drohen Strafen in Milliardenhöhe. „Deshalb stellen wir jetzt alle geplanten Investitionen noch mal auf den Prüfstand. Was nicht zwingend nötig ist, wird gestrichen oder geschoben“, drohte der Nachfolger von Martin Winterkorn auf einer Betriebsversammlung im VW-Stammwerk in Wolfsburg: „Ich bin ganz offen: Das wird nicht ohne Schmerzen gehen.“

Darauf angesprochen gab sich Allofs ruhig. „Bei aller Bedeutung, die wir haben, glaube ich, dass dies in eine andere Richtung geht. Es gibt da brennendere Themen. Da geht es um andere finanzielle Größenordnungen“, sagte der VfL-Sportchef.

In der Tat ist die unter Fußball-Fan Winterkorn kontinuierlich ausgebaute großzügige finanzielle Unterstützung, mit deren Hilfe der VfL 2009 deutscher Meister und in diesem Jahr Vizemeister und Pokalsieger wurde, lächerlich gering im Vergleich zu den Summen, die VW nun an Strafe drohen. Wenn Müller im Rahmen seines Sparkurses nun aber schon das gesamte Fußball-Engagement infrage stellt, sollten auch bei Allofs die Alarmglocken klingeln.

Denn auch trotz großer Investitionen ist es bisher nicht gelungen, den VfL in der europäischen Fußballspitze dauerhaft zu etablieren. Galt der Klub in der vergangenen Saison als erster Bayern-Jäger, sind die sportlichen Probleme in dieser Saison sowohl in der Liga als auch der Champions League unübersehbar.

Kommentare (9)

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Herr Karl Mayr

07.10.2015, 16:24 Uhr

Das ist natürlich eine hervorragende Gelegenheit sich die Aktie von Borussia Dortmund mal genauer anzusehen. Die Borussia Dortmund AG wird einer der großen Profiteure eines Wolfsburg Sparkurses sein.

Herr Thomas Behrends

07.10.2015, 16:47 Uhr

Einsparungen ausgerechnet bei einem VW Aushängeschild zu treffen grenzt angesichts von zig- Millionen EURO für Manager-Gehaelter an Lächerlichkeit! Vielleicht sollte man in der Deutschen Wirtschaft dort erst einmal ansetzen und nicht alles zerstören!!!

Herr Walter Schimpf

07.10.2015, 16:50 Uhr

Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich.

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