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31.03.2006

11:57 Uhr

Volkswirte sagen WM-Sieger voraus

Vom Verhältnis von Ölpreis und Tordifferenz

Das wachsende Fußball-Fieber hat nun auch die Volkswirte in Deutschland erfasst. Die Ökonomen zerbrechen sich den Kopf, um mit Prognosen und Statistiken den Ausgang der Weltmeisterschaft vorherzusagen. Ergebnis sind teils präzise, teils kuriose Vorhersagen.

Gewinnt Brasilien nach dem Confed-Cup vor zwei Jahren auch den WM-Pokal? Foto: dpa

Gewinnt Brasilien nach dem Confed-Cup vor zwei Jahren auch den WM-Pokal? Foto: dpa

HB FRANKFURT/MAIN. Streng ökonomisch fundiert wird der Titelgewinner, die Länge der Spiele und die effektive Arbeitszeit der Spieler hochgerechnet. Das Ergebnis: die Volkswirte geben Brasilien die größten Chancen auf den Titel - sie tun es den Fußball-Kennern gleich. Gastgeber Deutschland hat laut Dekabank dagegen nur sechs Prozent Wahrscheinlichkeit auf den Titelgewinn.

Die Ökonomen trauen sich an überraschend präzise Vorhersagen heran: "Brasilien wird Frankreich im Endspiel in Berlin besiegen", schreibt zum Beispiel die niederländische ABN Amro Bank. Grundlage für diese Hochrechnung sind das Abschneiden der Mannschaften bei internationalen Spielen in den vergangenen Jahren, die Fifa-Rangliste und statistische Korrelationen.

Die Dekabank bezieht auch das Pro-Kopf-Bruttoinlandsprodukt der Nationen mit ein. In ihrem prognostizieren Turnierverlauf landet Tschechien auf dem zweiten Platz als Anwärter auf den Cup, gefolgt von den Niederlanden. Deutschland belegt nur Rang acht, habe aber gute Chancen, die Vorrunde zu überstehen.

Die Ergebnisse der Volkswirte sind durchaus kurios. "Bleibt der Ölpreis in diesem Jahr bei 65 US-Dollar, dann dürften die Saudis ihre Gruppenspiele wohl stets zweistellig verlieren", schreibt die Dekabank und sagt Gegnern von Saudi-Arabien "ein Schützenfest" voraus. Je teurer das Öl, desto schlechter die Tordifferenz der Saudis.

Einen Zusammenhang von Bildung und Ballbehandlung belegen die Ökonomen statistisch mit der Analphabetenrate, Zahl der Schüler und Studenten: Nationen mit niedrigem Bildungsniveau schnitten beim Kicken genauso gut ab wie Länder mit höherem formalem Ausbildungsstand. "Will Deutschland auch in Zukunft eine große Fußballnation bleiben, muss es sich wohl oder übel von Spitzenförderung und Elite-Universitäten verabschieden und stattdessen den Bau von Bolzplätzen fördern."

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