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16.01.2006

18:16 Uhr

Vom Co zum Chef

„Eine größere Chance gibt es nicht“

VonDas Gespäch führte Jörg Strohschein, News Frankfurt

Ein bisschen ist er zu seinem neuen Job gekommen wie die Jungfrau zum Kind. Doch nun will er die Gelegenheit beim Schopf packen: Der neue Schalker Trainer Mirko Slomka über Ziele, Methoden und seine Beziehung zu Ralf Rangnick.

Mirko Slomka und Rudi Assauer. Foto: dpa

Mirko Slomka und Rudi Assauer. Foto: dpa

Herr Slomka, Sie sind seit kurzem Cheftrainer des FC Schalke 04. Wie hat sich Ihr Leben verändert?

Die größte Änderung ist, dass ich alle Entscheidungen allein verantwortlich treffen muss, und das ist eine echte Herausforderung. Auch das tägliche Leben hat sich verändert. Ich werde jetzt rund um Gelsenkirchen und meinem Wohnort Hannover ständig angesprochen. Aber das kann man durchaus aushalten.

Immerhin scheinen Sie einen Freund verloren zu haben. Ihr Ex-Chef Ralf Rangnick will nach Ihrer Zusage bei den Königsblauen nichts mehr mit Ihnen zu tun haben. Wie enttäuscht sind Sie darüber?

Ich kann ihn ein stückweit verstehen, weil er diesen Job mit Herzblut gemacht hat. Aber wir haben darüber gesprochen, dass es mal so kommen kann, und da hat er es mir zugetraut. Die einzige Enttäuschung war, dass er es mir später nicht mehr zugetraut hat. Ich möchte ihn als Freund behalten.

Würden sie ihr Amt als die Chance Ihres Lebens ansehen?

Eine größere Chance als das Amt bei Schalke 04 gibt es nicht. Vor allem mit so einer starken Mannschaft und so einem professionellen Umfeld.

Haben Sie vor 16 Jahren, als Sie sich mit 22 Jahren entschlossen, Trainer zu werden, jemals an diese Möglichkeit geglaubt?

Ich habe gehofft, irgendwann mal Cheftrainer zu werden. Das war ich ja auch schon einmal ein halbes Jahr, bei Tennis Borussia Berlin. Das war eine lehrreiche Zeit. Aber ich habe mir auch unter Ralf Rangnick immer das Ziel gesetzt, ,Du musst irgendwann mal Chef sein’. Aber bei Schalke 04, undenkbar.

Wie haben Sie die Zusammenarbeit mit der Mannschaft erlebt. Hat man als Co-Trainer nicht automatisch ein Akzeptanzproblem?

Die Mannschaft hat sich ja schon nach der Beurlaubung von Ralf Rangnick klar für mich ausgesprochen. Ich war sicherlich jemand, zu dem die Spieler gerne gekommen sind. Ich denke, dass sollte auch so bleiben. Mein Auftreten vor der Gruppe hat sich aber schon stark verändert. Duzen dürfen mich die Spieler weiterhin. Und wenn es zu unpopulären Maßnahmen kommt, dann wird sich zeigen, inwieweit der Respekt der Spieler wirklich da ist.

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