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30.03.2006

19:11 Uhr

Von Bayer maßlos enttäuscht

Calmund: „Es ist unerklärlich, was geschieht“

Reiner Calmund, der Ex-Geschäftsführer des Fußballbundesligisten Bayer 04 Leverkusen, hat sich im Interview mit dem Handelsblatt über die Angriffe gegen ihn beklagt.

Reiner Calmund. Archivbild: dpa

Reiner Calmund. Archivbild: dpa

DÜSSELDORF. "In 27 Jahren kann nicht alles rund laufen. Unter dem Strich war die Bilanz bei Bayer aber so positiv, dass es unerklärlich ist, was nun geschieht", sagte Calmund. "Manchmal werde ich wach - vorausgesetzt ich konnte überhaupt schlafen - und frage mich, ob das nun hoffentlich ein Traum war oder doch Realität ist."

Calmund wird vorgeworfen, dass in den Kassen von Bayer 580.000 Euro fehlen. "Ich habe ein reines Gewissen", sagte er dem Handelsblatt. Er will die Summe an den Bielelfelder Spielervermittler Volker Graul für Optionen auf fünf serbische und kroatische Junioren-Nationalspieler ausgegeben haben. Inzwischen gibt es aber auch den Vorwurf, er hätte mit dem Geld Spiele gekauft, um in der Saison 2002/2003 Bayer vor dem Abstieg zu retten.

"Wenn es gut läuft, passen Deine Freunde nicht in einen Jumbo Jet", sagte Calmund zum Fußball-Geschäft. "Ist der Erfolg aber nicht da, dann bekommst Du normalerweise nicht mal ein Gogomobil voll." Umso schöner sei es, freute sich Calmund, dass er jetzt, wo er Freunde wirklich brauche, "die Erfahrung gemacht habe, dass zwei Doppeldecker-Busse nicht reichen für die Menschen, die zu mir halten und mich unterstützen."

Über seinen früheren Verein zeigte sich Calmund dagegen maßlos enttäuscht. "Ich kann mir heute nicht mal mehr vorstellen, in das Stadion zu gehen." Das habe nichts mit den Mitarbeitern, der Mannschaft und vor allem den Fans zu tun, aber eben doch mit einigen Führungskräften. "Eigentlich habe ich es immer mit dem alten Sprichwort gehalten ?Pack schlägt sich, Pack verträgt sich?. Das aber ist nach dem, was hier vorgefallen ist, nicht mehr möglich. Mit diesen Leuten möchte ich nichts mehr zu tun haben, das ist so sicher wie das Amen in der Kirche."

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