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19.11.2013

17:08 Uhr

Vor dem Klassiker gegen England

„Der Respekt ist gegenseitig“

Ohne drei Stammkräfte aus Bayern tritt die DFB-Elf in England an. Während sich die „Three Lions“ nicht ernst genommen fühlen, stärkt dem Bundestrainer ausgerechnet ein Dortmunder den Rücken.

Bundestrainer Jogi Löw will gegen England etwas ausprobieren. dpa

Bundestrainer Jogi Löw will gegen England etwas ausprobieren.

LondonJoachim Löw wurde energisch. Der Bundestrainer schert sich weder um Vorwürfe der englischen Gastgeber noch um die Debatte über mögliche Ungerechtigkeiten vor dem Bundesliga-Gipfel Dortmund gegen FC Bayern. „Das ist für alle etwas Außergewöhnliches“, sagte der Chefcoach vor dem letzten Länderspiel der Fußball-Nationalmannschaft im Jahr 2013 im Londoner Wembleystadion. Im Vergleich zum jüngsten 1:1 in Italien wird er seine Startelf voraussichtlich gleich auf acht Positionen umstellen.

Mit einem starken BVB-Block um den Torwart-Debütanten Roman Weidenfeller und Khedira-Ersatz Sven Bender will Löw die Engländer am Dienstag (21.00 Uhr/ARD) in ihrem Heiligtum ärgern und besiegen. „Alle, die hier dabei sind in London, sind einsatzfähig und freuen sich wahnsinnig auf dieses Spiel. Das ist ja auch ein Mythos“, berichtete Löw, der beim Abschlusstraining am Montagabend mit seinem Team schon einmal die besondere Atmosphäre der Wembley-Arena testete. Mit der U-Bahn war die Nationalmannschaft zur Arbeit gefahren.

Jede Diskussion um Bevorzugung und Belastung der Nationalspieler des BVB und des FC Bayern wischte der Bundestrainer in London rigoros als „populistisch“ vom Tisch. „Eins ist klar, dass ich als Nationaltrainer auf die Nationalmannschaft schaue und das Spiel als wichtigen Test sehe. Dortmund gegen Bayern ist schon mal gar nicht mein Thema. Mein Thema ist England und Chile im nächsten Jahr“, sagte Löw mit Blick auf die letzten Testspielgegner vor seiner Kadernominierung für die Weltmeisterschaft im kommenden Sommer.

„Das ist eher ein Thema der Medien. Von Vereinen und Trainern habe ich es noch nicht gehört“, sagte Löw zu den Vergleichen, wie lange welcher Nationalspieler aus Dortmund und München nach dem 1:1 in Italien noch einmal zum Einsatz komme. Vor allem aus der Chefetage des BVB hatte es immer mal wieder Zweifel an einer Gleichbehandlung der beiden deutschen Topclubs gegeben.

Vier Tage vor dem Liga-Spitzenspiel könnten in London fünf Dortmunder Akteure in der Startelf stehen, vom FC Bayern womöglich nur ein oder zwei; in Italien war es jedoch entgegengesetzt gewesen. „Es ist Dienstag, es ist ein Spiel in Wembley mit jungen Spielern, die völlig austrainiert sind. Wenn das ein Problem ist, entwickeln wir uns in Deutschland wieder in eine andere Richtung - in eine falsche“, betonte Löw energisch.

Bestätigt wurde er vom Dortmunder Sven Bender, der im 33. Spiel gegen England – bisher stehen elf deutschen Siegen 15 Niederlagen entgegen – die Rolle des schwer am Knie verletzten Sami Khedira in der Mittelfeldzentrale übernehmen soll. „Ganz sicher werde ich mich nicht schonen, wenn ich zum Einsatz kommen sollte. Ich gehe in jedes Spiel mit hundert Prozent, mit allem, was mir zur Verfügung steht. Ich bin froh über jede Minute, die ich spielen darf“, erklärte der 24-Jährige vor seinem siebten Einsatz für Deutschland.

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