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29.07.2011

10:52 Uhr

Vor dem Saisonstart

Die Bayern sind schon Transfer-Meister

VonPeter Brors , Thomas Mersch

Die Bayern haben den ersten Titel der Saison schon sicher. Mit über 40 Millionen Euro investierte der Rekordmeister so viel in Transfers wie kein anderer Bundesligaclub. Die meisten anderen Clubs müssen sparen.

München, KölnZur Meisterparty vor einem Jahr fuhr Louis van Gaal in einem durchaus prachtvollen, weil golden lackierten Audi A8 vor. Bescheidenheit, so mag sich mancher Betrachter der Szenerie wohl gedacht haben, schien dem Ex-Coach von Bayern München offenbar ziemlich fremd zu sein. Ehe der inzwischen von den Bayern entlassene Coach seine Vorgesetzten in diesem Punkt doch noch einmal überraschte. "Letztes Jahr wollte der Trainer partout keine neuen Spieler", verrät Klubpräsident Uli Hoeneß dem Handelsblatt. "Dabei hatten wir ihm mehrere Nationalspieler auf dem Silbertablett serviert."

Unter dem neuen Trainer Jupp Heynckes läuft das Wechselspiel nun wieder. "Dieses Jahr ist, was die Transferstrategie angeht, eher ein normales Jahr", sagt Hoeneß. Über 40 Millionen Euro hat der Branchenführer Bayern München bislang für neue Spieler ausgegeben, die Hälfte davon für Nationaltorwart Manuel Neuer.

Während die Münchener tief in die Tasche greifen, hält sich die Konkurrenz zurück. Gerade einmal gut fünf Millionen Euro gaben die 17 anderen Erstligavereine bislang im Schnitt für Verstärkungen aus. Der Sparkurs ist oft ein Muss: "Viele Klubs haben einen Punkt erreicht, an dem sie schlichtweg zur wirtschaftlichen Konsolidierung gezwungen sind, um nicht in existenzbedrohende Schwierigkeiten zu geraten", sagt Karlheinz Küting, Direktor des Centrums für Bilanzierung und Prüfung an der Universität des Saarlands.

Zwar ist die Bundesliga insgesamt im internationalen Vergleich laut Küting wirtschaftlich gut aufgestellt. Doch mit "enormen Personalaufwendungen und Transferzahlungen sowie wenig realistischen Finanzplanungen" hätten sich einige deutsche Vereine in eine schwierige Lage manövriert. "Bei mehreren Klubs ist eine bilanzielle Überschuldung eingetreten", sagt Küting.

Das Eigenkapital sei aufgezehrt und durch weitere Verluste ins Negative gedreht. Mitte vergangenen Jahres sei das - soweit ersichtlich - bei den aktuellen Erstligisten Nürnberg, Kaiserslautern, Berlin, Köln, Hannover und Hamburg der Fall gewesen. Auch bei Schalke 04 sei von einer bilanziellen Überschuldung auszugehen.

Thomas Kroth: "Die Bundesligaklubs drehen jeden Euro zweimal um"

Thomas Kroth

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Ex-Bundesligaprofi Thomas Kroth ist heute Geschäftsführer bei Pro Profil und Vizepräsident der Deutschen Fußballspieler-Vermittler Vereinigung (DFVV). Über Trends im Transfergeschäft sprach er mit Thomas Mersch.

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