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04.06.2014

10:54 Uhr

Vor der Fußball-WM

Brasilien kämpft gegen Sextourismus

Die Fußall-WM in Brasilien droht viele internationale Sextouristen anzulocken. Behörden befürchten vor allem eine Zunahme der Kinderprostitution. Die Regierung will nun mit einer Kampagne für das Thema sensibilisieren.

Internationale Großevents wie die Fußball-WM locken auch viele Sextouristen nach Südamerika. dpa

Internationale Großevents wie die Fußball-WM locken auch viele Sextouristen nach Südamerika.

NatalSobald es Nacht wird, läuft Adriana de Morais Streife in den Clubs von Natal. Zusammen mit ihren Kollegen von der örtlichen Kinderschutzbehörde will sie minderjährige Prostituierte von den Straßen der brasilianischen Stadt holen. Natal im Nordosten Brasiliens ist einer von zwölf Austragungsorten der Fußball-WM. Diese werden ab der kommenden Woche für einen Monat von rund 600.000 ausländischen Gästen und drei Millionen Brasilianern überschwemmt - Behörden und Kinderschützer befürchten als Nebenprodukt der WM mehr Sextourismus und Kinderprostitution.

„Es ist ein einmaliges Ereignis, das viele Ausländer zu uns bringt, und wir machen uns wirklich Sorgen über Sextourismus“, sagt Morais. Ab 18 Jahren ist Prostitution in Brasilien legal. Wie viele der Prostituierten jünger sind, weiß niemand, es gibt keine offiziellen Statistiken. Doch die anonyme staatliche Hotline gegen Kindesmissbrauch verzeichnete vergangenes Jahr 124.000 Anrufe, 26 Prozent davon wegen sexueller Gewalt. Die meisten Anrufe kamen aus dem verarmten, wegen seiner idyllischen Strände aber bei Touristen beliebten Nordosten des Landes.

Noch vor einem Jahr war Taina eines der Mädchen, die in Natal auf den Strich gingen. Als sie zehn Jahre alt war, floh sie vor den andauernden Misshandlungen von zu Hause. Sie lebte auf der Straße, verkaufte sich für Essen oder Geld. „Wir gingen nach Ponta Negra“, ein Touristenviertel in Natal, erzählt Taina. „Meine Freundin und ich warteten darauf, dass Autos anhielten und uns mitnahmen. Viele waren Ausländer, wenige Brasilianer.“ Heute ist Taina 18 Jahre alt und versucht, sich ein neues Leben aufzubauen. Mit Hilfe des Projektes für Kinderprostituierte, „Vira Vida“ (Ändere Dein Leben), macht sie eine Ausbildung im Hotelgewerbe.

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Die Regierung von Präsidentin Dilma Rousseff startete bereits vor Jahren eine Kampagne gegen häusliche Gewalt, sexuelle Ausbeutung von Minderjährigen und Menschenhandel. Brasilien führte einen Verhaltenskodex für Taxifahrer und Hotels ein, um Kinderprostitution dort Einhalt zu gebieten, wo sie am ehesten sichtbar wird. Vor kurzem wurde das Thema auch in der populären TV-Serie „Salve Jorge“ behandelt.

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