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28.02.2015

14:21 Uhr

Vor Revier-Derby

Polizei nimmt Kölner Hooligans in Dortmund fest

Nach Platzsturm nun Gewalt-Tourismus: Mitglieder der Kölner Ultra-Gruppe „Boyz“ wurden auf dem Weg zum Revier-Derby zwischen Dortmund und Schalke festgenommen. BVB-Chaoten hatten sich zuletzt solidarisch gezeigt.

Platzsturm im Borussia-Park in Mönchengladbach: Kölner Fans sorgen schon wieder für Randale. dpa

Fan-Gruppe „Boyz“

Platzsturm im Borussia-Park in Mönchengladbach: Kölner Fans sorgen schon wieder für Randale.

DortmundAm Rande des Revierderbys zwischen Borussia Dortmund und dem FC Schalke 04 hat die Polizei am Samstag gewaltbereite Kölner Fans in Gewahrsam genommen. Bei den 20 bis 25 Personen handelt es sich nach Polizeiangaben mutmaßlich um Anhänger der Kölner Ultra-Gruppierung Boyz.

Deren Mitglieder waren zuletzt nach der Randale bei der Partie Borussia Mönchengladbach gegen den 1. FC Köln in die Kritik geraten. Vom Verein waren sie mit dem Entzug der Dauerkarten, der Aberkennung des Fanclub-Status und Stadionverbote sanktioniert worden.

Einige Boyz-Mitglieder wurden am Vormittag in Dortmund von der Polizei aufgegriffen. Bei Fahrzeugkontrollen stellten die Beamten neben Betäubungsmitteln auch Schlagwerkzeuge sicher. „Wir gehen davon aus, dass sie am Rande des Derbys Straftaten begehen wollte“, sagte ein Polizeisprecher. Alle Personen kamen in Gewahrsam. „Da werden sie zur Gefahrenabwehr vorerst auch bleiben.“

Der 23. Bundesliga-Spieltag

FC Bayern München - 1. FC Köln 4:1 (2:1)

Die Bayern beschenken sich zum 115. Vereinsgeburtstag selbst. Nach zehn Minuten scheint die Partie bereits entschieden, Schweinsteiger (3.) und Ribery (10.) treffen früh, doch Köln gelingt durch Ujah noch vor der Pause der Anschluss (45+1.). Köln zeigt sich mutig im zweiten Spielabschnitt, hat durch Ujah und Risse sogar doppelt die Chance zum 2:2, doch letztlich sorgt das Münchner Konterspiel fürklare Verhältnisse: Robben (67.) und Lewandowski (75.) schießen die Bayern auf die Siegerstraße. Köln präsentiert sich besser, als anfangs befürchtet, fährt aber dennoch ohne Punkte nach Hause.

Borussia Dortmund - FC Schalke 04 3:0 (0:0)

Nach einer hochgradig einseitigen ersten Halbzeit, in der die Gastgeber reihenweise Großchancen liegen lassen, spielt die Borussia auch in den zweiten 45 Minuten nur auf ein Tor. Dennoch dauert es bis zur 78. Minute, ehe Aubameyang die erlösende Führung erzielt. Mkhitaryan (79.) und Reus (86.) legen im Anschluss nach und krönen eines der besten Saisonspiele der Dortmunder. Schalke muss sich nach dem harmlosen Auftreten unangenehmen Fragen stellen.

Bayer Leverkusen - SC Freiburg 1:0 (1:0)

Wie bereits im Hinspiel bieten die beiden Teams den 28.624 Fans ein überschaubares Spektakel - diesmal fällt jedoch ein Tor. Leverkusen startet stark in die Partie, ist gegenüber defensiven und ängstlichen Freiburger in allen Belangen überlegen. Nach zwei guten Chancen der Breisgauer erzielt Kapitän Simon Rolfes (33.) das Tor des Tages. Nach dem Seitenwechsel gibt es auf beiden Seiten kaum noch Bewegung oder Chancen - lediglich eine ist erwähnenswert: Jonathan Schmid sorgt beinahe für verkehrte Welt im Rheinland und erzielt in der Nachspielzeit per Kopf beinahe noch den Ausgleich (90.+2).

1899 Hoffenheim - FSV Mainz 05 2:0 (0:0)

55 Minuten lang sind die Gäste aus Mainz das bessere Team und haben die klareren Chancen. Doch dann kontern die Gastgeber mustergültig über Firmino und Volland (55.). Mit dem Führungstreffer im Rücken kehrt auch das Hoffenheimer Kombinationsspiel zurück. Einen dieser schönen Konter vollendet Polanski zur 2:0-Entscheidung (76.).

Hannover 96 - VfB Stuttgart 1:1 (0:0)

Das 1:1 hilft keinem so richtig weiter, immerhin war auf beiden Seiten der Wille zum Sieg vorhanden. Stuttgart kommt besser in die Partie, leistet sich aber wie Hannover viele Ungenauigkeiten im Aufbau. Nach dem Treffer von Gentner (52.) kommt Hoffnung beim VfB auf, die aber durch das Ausgleichstor durch Stindl (70.) im Keim erstickt wird. Hannover übernimmt von da an die Partie und ist dem Sieg näher als die Gäste. In der Schlussphase kommt es bei einer Rudelbildung noch zu unschönen Szenen, Harnik (Rot) und Stindl (Gelb-Rot) fliegen vom Platz.

Hertha BSC - FC Augsburg 1:0 (0:0)

Augsburg dominiert das Spiel ab der 20. Minute, doch verpasst es gefährliche Chancen zu kreieren. Die Hertha konzentriert sich auf ihre gute Abwehrarbeit, und gewinnt durch das Tor von Salomon Kalou (88.) nicht ganz unverdient. Der FCA ist nun seit vier Spielen ohne Sieg.

Eintracht Frankfurt - Hamburger SV 2:1 (1:1)

Vorne hui, hinten pfui: Die Frankfurter Eintracht präsentierte sich offensiv druckvoll und ideenreich, defensiv aber häufig unkonzentriert. Am Ende war das 2:1 verdient. Insbesondere Alex Meier durfte sich freuen. Die Hamburger waren hingegen mal wieder einfach zu schwach.

Borussia Mönchengladbach - SC Paderborn 2:0 (1:0)

Mönchengladbach gewinnt mit zwei abgefälschten Toren gegen nun mehr als Abstiegskandidaten geltenden SC Paderborn. Der Arbeitssieg bringt die Gladbacher in die Spur nach Europa. Die Paderborner waren ein ums andere Mal zu zögerlich vor dem Tor.

Werder Bremen - VfL Wolfsburg 3:5 (3:3)

Acht Tore in knapp 55 Minuten: Das letzte Spiel des Spieltags ist mit Abstand das torreichste. Wolfsburg watscht Werder Bremen mit 3:5 ab und sorgt für die erste Werder-Niederlage 2015. Wieder einmal war Bas Dost der spielbestimmende Akteur. Wolfsburg steht weiterhin für Spektakel.

Anhänger des BVB und des 1. FC Köln pflegen eine Fan-Freundschaft. BVB-Ultras hatten daher nach den Sanktionen gegen die Boyz ihre Solidarität bekundet. Beim Spiel in Stuttgart hängten Dortmunder im Stadion ein Transparent mit der Aufschrift „Je suis Boyz Köln“ auf und spielten damit auf das Charlie-Hebdo-Attentat an.

BVB-Boss Hans-Joachim Watzke bezeichnete die Aktion der BVB-Ultras als „geschmacklos“ und „Frechheit“. Mit dem Spruch „Je suis Charlie“ war weltweit der Opfer des Terroranschlags auf das französische Satiremagazin „Charlie Hebdo“ im Januar gedacht worden.

Von

dpa

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