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11.10.2014

10:24 Uhr

Vorschau zum Qualifikationsspiel

Der Weltmeister trifft auf einen Lieblingsgegner

An Warschau hat Jogi Löw keine guten Erinnerungen. Doch gegen Polen hat Deutschland noch nie verloren – es käme einer Blamage gleich. Und blamiert hat sich ja schon Europameister Spanien.

So begann 2006 das Sommermärchen: Lukas Podolski (l.) und David Odonkor feiern den Last-Minute-Sieg gegen Polen im Gruppenspiel der WM. Imago

So begann 2006 das Sommermärchen: Lukas Podolski (l.) und David Odonkor feiern den Last-Minute-Sieg gegen Polen im Gruppenspiel der WM.

Warschau/BerlinSein letzter Auftritt im Warschauer Nationalstadion hatte ein gewaltiges Frustpotenzial – für Toni Kroos selbst und auch für Bundestrainer Joachim Löw. Vergessen. Geschichte.

Am Samstag (20.45/RTL) kommen Kroos und Löw als Weltmeister in die Arena, in der sie 2012 das EM-Halbfinale gegen Italien verloren hatten. „Es ist für uns einfach ein wichtiges Qualifikationsspiel. Alles andere ist abgehakt, spätestens mit dem Titel. Da haben wir bessere Erinnerungen“, erklärte der Mittelfeldmann von Real Madrid.

Kroos (24) ist inzwischen „von einem jungen, talentierten Spieler zum Mann, zum Stammspieler und absoluten Leistungsträger geworden“, urteilte Löw über den gebürtigen Greifswalder. Gegen Polen ist er nach den Ausfällen der zentralen Kräfte Bastian Schweinsteiger, Sami Khedira und Mesut Özil der Mann, der das deutsche Spiel antreiben und dirigieren soll.

An seiner Seite wird der Gladbacher Weltmeister Christoph Kramer erwartet, der Aufsteiger des Jahres im Löw-Team. „Kurz vor der WM war er für viele ein unbeschriebenes Blatt. Er hat dann sofort auf sich aufmerksam gemacht“, bemerkte der Münchner Thomas Müller respektvoll über Kramer.

Stimmen zum Polen-Spiel

Joachim Löw

„Polen ist nicht nur Lewandowski. Es reicht nicht, nur ihn aus dem Spiel zu nehmen. Wir haben die ganze Mannschaft auf der Rechnung, zumal sie sicher auch vom eigenen Publikum in Warschau nach vorn getrieben werden.“

Thomas Schneider

„Wir haben genug Qualität, um die Ausfälle zu kompensieren. Die Situation ist, wie sie ist. Da wollen wir nicht herumjammern.“

Thomas Müller

Über das Duell mit seinem polnischen Bayern-Kollegen Robert Lewandowski: „Wir haben uns auf ein Unentschieden mit Sieg für Deutschland geeinigt.“

Toni Kroos

„Polen wird mit das schwerste Spiel in der Qualirunde. Von daher müssen wir schon konzentriert sein.“

Manuel Neuer

Manuel Neuer will die Verletztenliste und die Veränderungen im Team nicht überbewerten. Klar: So ein Umbruch gehe „nicht von heute auf morgen“, betonte der beste WM-Torwart. „Dennoch haben wir jetzt ein Pflichtspiel vor der Brust. Ich denke, dass wir schon eine gute Leistung abrufen können.“

Adam Nawalka (Nationaltrainer Polen)

„Ich respektiere Deutschland, habe aber auch keine Angst. Wir werden am Samstag unsere Trümpfe zeigen. Ich bin optimistisch.“

Lukasz Piszczek (Polen)

„Ich hoffe, dass es diesmal endlich klappt. Aber es wird schwer. Deutschland ist nicht umsonst Weltmeister.“

Kroos und Kramer – beide sind durch den Triumph von Rio als Profi und Persönlichkeit gewachsen – wenn auch auf unterschiedliche Art. „Das, was jetzt passiert ist in einem guten Jahr, ist nicht einfach zu erklären und schwer zu realisieren“, sagte Jung-Nationalspieler Kramer.

Bei Kroos, schon 53 Mal im Adler-Trikot auf dem Platz, hat Nationalmannschafts-Manager Oliver Bierhoff festgestellt: „Er hat bei der WM in Brasilien nochmal einen unglaublichen Schritt gemacht, den der eine oder andere Bayern-Verantwortliche vielleicht nicht erwartet hat. Man merkt eine große Reife bei ihm.“

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