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08.05.2015

19:52 Uhr

VW und Financial Fairplay

UEFA stellt Ermittlungen gegen Wolfsburg ein

Quelle:SID

Die UEFA hat die Ermittlungen gegen den VfL Wolfsburg eingestellt. Die Finanzkontrolleure des Kontinentalverbandes sehen keine Verstöße durch das VW-Konstrukt. Andere europäische Klubs werden allerdings sanktioniert.

Nyon/WolfsburgKlaus Allofs reagierte auf die Nachricht aus Nyon betont gelassen. Die Einstellung der Ermittlungen durch die UEFA-Finanzkontrolleure gegen seinen VfL Wolfsburg habe ihn nicht in Jubelpose aufspringen lassen, berichtete der Geschäftsführer des Fußball-Bundesligisten am Freitagabend. „Das ist positiv, aber für uns keine Überraschung. Das war für uns zu erwarten“, sagte Allofs der Deutschen Presse-Agentur.

Für den Bundesliga-Zweiten sind die entlastenden UEFA-Ergebnisse zur Kooperation mit Sponsor und Mutterunternehmen Volkswagen aber durchaus wichtig. Im Zuge der Ermittlungen war über diverse Sanktionen spekuliert worden, von einer Geldstrafe bis zum Ausschluss aus dem Europapokal, in dem sich der VfL in der kommenden Spielzeit in der Champions League auf höchstem Niveau beweisen und Millionen-Prämien einstreichen will.

Nun steht ein erhoffter Freispruch fest, den der Kontinentalverband nach mehrmonatigen Untersuchungen auf ganzen drei Zeilen in einer Pressemitteilung verkündete. Die Untersuchungskammer des sogenannten Club Financial Control Body (CFCB) habe nach zusätzlich eingereichten Informationen der Niedersachsen keine Anhaltspunkte für ein Vergehen finden können.

Der VfL Wolfsburg war im Zuge der Bestimmungen zum Financial Fair Play gesondert kontrolliert worden. Kern der Ermittlungen war die Frage, ob die Sponsorengelder von Volkswagen im wohl hohen zweistelligen Millionenbereich pro Jahr an seine hundertprozentige Tochter VfL Wolfsburg in einem akzeptablen Verhältnis zum Werbewert des Clubs stehen. Allofs wies auf sachliche Gespräche mit der UEFA hin, wollte aber zum Inhalt der nachträglich eingereichten Unterlagen keine Aussagen machen.

Eine Verurteilung hätte ein fatales Signal für den Club gehabt, aber auch für Volkswagen. Offenbar hatten die Kontrolleure gemutmaßt, dass die Autobauer ihr Sportaushängeschild Nummer 1 über Gebühr alimentieren. Das hätte auch zu Klagen von Aktionären führen können und damit Auswirkungen über die Sportwelt hinaus gehabt.

Volkswagen im Fußball

Sponsor und Anteilseigner

Der Volkswagen-Konzern sponsert diverse Teams in der 1. und 2. Bundesliga. Überdies tritt der Autobauer auch als Anteilseigner auf. Ein Überblick.

Volkswagen

VfL Wolfsburg (Hauptsponsor), 100-prozentige Tochtergesellschaft der Volkswagen AG

TSV 1860 München (Hauptsponsor)

FC Schalke 04

Werder Bremen

RB Leipzig

Volkswagen Nutzfahrzeuge

Hannover 96

Audi

FC Ingolstadt (Hauptsponsor), 19,94 Prozent des Zweitligisten gehören zudem der quattro GmbH, eine 100-prozentige Audi-Tochter.

Bayern München, außerdem hält die Audi AG 8,33 Prozent am Rekordmeister.

TSG 1899 Hoffenheim

Borussia Mönchengladbach

Hertha BSC

1. FC Nürnberg

Hamburger SV

MAN

Borussia Dortmund

Bayern München

VfL Wolfsburg

Borussia Mönchengladbach

Hamburger SV

Porsche

RB Leipzig

VfB Stuttgart

Seat

Eintracht Braunschweig (Hauptsponsor)

Mit dem Financial Fair Play will die UEFA finanzielle Auswüchse im europäischen Fußball unterbinden. Im Vorjahr waren unter anderen die Spitzenclubs Manchester City und Paris St. Germain mit Millionen-Geldbußen belegt worden. Auch in der jüngsten Verhandlungsrunde gab es Strafen gegen zehn Clubs. Der italienische Erstligist Inter Mailand wurde am härtesten sanktioniert und muss sechs Millionen Euro zahlen. Inter darf zudem ab 2017 keine neuen Schulden machen, ansonsten droht dem ehemaligen Champions-League-Sieger eine Strafe von weiteren 14 Millionen. Falls sich der Klub mit Weltmeister Lukas Podolski noch für die Europa League qualifizieren sollte, dürften dort nur 21 Spieler eingesetzt werden. 

Die UEFA bestrafte zudem den AS Monaco, AS Rom, Sporting Lissabon, Besiktas Istanbul, Lokomotive Moskau, FK Rostow, FK Krasnodar, Kardemir Karabükspor und ZSKA Sofia. Monaco muss drei Millionen Euro zahlen, zehn Millionen könnten hinzukommen, wenn 2017 kein ausgeglichener Etat gelingt. Rom muss zwei Millionen Euro zahlen, vier könnten noch zusätzlich fällig werden. Besiktas (1,5 Millionen Euro/vier Millionen möglich), Moskau (1,5/3,5) und Krasnodar (1,0/3,0) müssen ebenfalls Millionenbeträge bezahlen. Die Strafen werden durch einbehaltene Europacup-Einnahmen beglichen.

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