Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

19.10.2015

16:54 Uhr

War das WM-Sommermärchen gekauft?

Der coole Herr Niersbach

VonThomas Schmitt

Es ist der erste öffentliche Auftritt von DFB-Präsident Niersbach seit dem Bericht über eine dubiose Millionenzahlung an die Fifa. Die WM 2006 gerät ins Zwielicht. Gab es eine schwarze Kasse? Niersbach muss sich äußern.

Wolfgang Niersbach: Der DFB-Präsident besucht das Deutsche Fußballmuseum, das am Wochenende eröffnet wird. AFP

Im Museum

Wolfgang Niersbach: Der DFB-Präsident besucht das Deutsche Fußballmuseum, das am Wochenende eröffnet wird.

DortmundVor dem Eingangstor singt ein einsamer Fan: „Fußball muss bezahlbar sein, Fußball muss bezahlbar sein – für alle.“ Während diese Worte über den Vorplatz des Deutschen Fußballmuseums in Dortmund hallen, stehen Journalisten am Eingang Schlange. Der Grund: DFB-Präsident Wolfgang Niersbach hat sich angesagt. Keiner weiß, ob er wirklich kommt. Doch für den Fall des Falles wollen alle gerüstet sein.

Schließlich will die Fußballwelt wissen, wie der DFB-Präsident seinen ersten öffentlichen Auftritt hinter sich bringt, seit die Zeitschrift „Spiegel“ das WM-Sommermärchen 2006 am Wochenende in Frage gestellt hat. Es geht um eine merkwürdige Millionenzahlung, die noch niemand richtig erklären kann.

DFB verzeichnet erneuten Mitgliederrekord

Mitglieder

Die Zahl der Mitglieder des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) hat den höchsten Stand in der Verbandsgeschichte erreicht. Insgesamt 6.851.892 Mitglieder und damit 29.659 mehr als im Vorjahr sind derzeit in den 21 Landesverbänden des DFB gemeldet. Quelle: DFB

Steigerungen

Steigerungen gibt es zudem im Bereich der Vereine und der Frauenmannschaften. Mit 25.513 ist die Zahl der Klubs so hoch wie noch nie, im Jahr 2013 waren es 25.456. Und bei den im DFB registrierten Frauenteams konnte mit 5855 (2013/5782) ebenfalls eine Bestmarke erreicht werden.

Hohe Anziehungskraft des Fußballs

„Der Mitgliederrekord unterstreicht den enormen Stellenwert und die hohe Anziehungskraft des Fußballs in Deutschland. Dass wir trotz der allgemeinen demografischen Entwicklungen einen leichten Anstieg bei den Vereinen verzeichnen können, ist genauso erfreulich wie der positive Trend im Frauenfußball“, sagt DFB-Präsident Wolfgang Niersbach.

Maßnahmenpaket

Der DFB-Präsident weiter: „Um die vielen Mitglieder an der Basis in Zukunft noch besser erreichen und effektiver unterstützen zu können, haben wir mit dem Masterplan Amateurfußball ein umfangreiches Maßnahmenpaket auf den Weg gebracht.“

Gesamtzahl der Mannschaften

Die Gesamtzahl der Mannschaften ist nur noch leicht rückläufig. 2013 waren 165.229 Teams gemeldet, 2014 sind es 164.384. Mit 0,51 Prozent ist der Rückgang bei den Mannschaften damit deutlich niedriger als im Zeitraum von 2012 bis 2013 – das Minus hatte damals 2,33 Prozent betragen.

Ursache der Entwicklung

Zentrale Ursache der Entwicklung ist auch hier der demografische Wandel. Er hat zur Folge, dass die rückläufige Tendenz im Bereich der Juniorinnen- und Juniorenteams am stärksten ausfällt. 2013 gab es in diesem Bereich 100.035 gemeldete Mannschaften, 2014 sind es 99.546.

Große Herausforderungen

Dazu erklärt Niersbach: „Die Entwicklungen bei den Jugendmannschaften machen uns deutlich, dass wir hier vor großen Herausforderungen stehen. Wir sehen bereits erste Resultate der gemeinsamen Anstrengungen von DFB, Landesverbänden und Vereinen, aber wir werden künftig durch innovative Konzepte und Ideen noch mehr für Jugendliche und die Ehrenamtlichen tun.“

Onlineportal für Fußballer

„Dazu gehört das neue Onlineportal Fussball.de, auf dem ab 29. Juli jeder Fußballer umfangreiche Serviceangebote finden wird und sich wie ein Profi darstellen kann,” fügt Niersbach hinzu.

Und jede Menge Vermutungen, dass die Weltmeisterschaft gekauft worden sein könnte. Der Verdacht wird von vielen Seiten heftig bestritten. Doch so oder so: Nun steckt auch der Deutsche Fußballbund (DFB) im Skandalgeflecht rund um den Weltfußballverband Fifa.

Niersbach kommt, aber nicht durch den Haupteingang, sondern über die Hintertreppe des Fußballmuseums. Gespannt fragen sich die Wartenden: Sagt er etwas zum Sommermärchen 2006, das schließlich der Anlass war, um das Fußballmuseum zu bauen. Schon am Wochenende war ein skurril anmutendes Spiel entstanden: Auf die Behauptungen des „Spiegel“ folgten zahlreiche Dementis. Auch von Niersbach selbst.

Skandal um die WM 2006 : DFB-Funktionäre in der Defensive

Skandal um die WM 2006

Premium DFB-Funktionäre in der Defensive

Vom Sommermärchen zum Alptraum? In der Affäre um die mutmaßlich gekaufte WM 2006 fordern Politiker nun eine rückhaltlose Aufklärung der Vorwürfe. DFB-Chef Niersbach gerät in den Fokus, Adidas bestreitet Verwicklungen.

Am Montag setzte Niersbach dieses Spiel fort. Er nutzte seinen schon lange geplanten Termin in Dortmund, um seine Sicht der Dinge zu bekräftigen. Fragen von Journalisten wurden keine zugelassen, nur die Sicht des Fußballverbandes sollte dargelegt werden.

Und die lautet so: „Die WM 2006 war ein Sommermärchen und ist ein Sommermärchen. Das Sommermärchen ist nicht zerstört.“ Es habe keine schwarzen Kassen und auch keinen Stimmenkauf im Zusammenhang mit der Vergabe der WM an Deutschland gegeben. Die Bewerbung sei mit lauteren Mitteln betrieben und entschieden worden. Anderslautende Behauptungen „werden wir widerlegen“, versprach Niersbach. Und dagegen vorgehen.

Kommentare (10)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Account gelöscht!

19.10.2015, 17:25 Uhr

Der DFB sollte den Spiegel in Grund und Boden verklagen. Solche Schmierfinken die Lügen verbreiten müssen verschwinden !

Herr Rudolf Ott

19.10.2015, 17:42 Uhr

Nun mal langsam! - Wenn der DFB den Spiegel in Grund und Boden verklagen soll,
kämen die Machenschaften vielleicht doch ans Licht. Im Bezahlfußball, und der fängt schon in der Kreisklasse an, gelten die Regeln des Business: Vertuschen, Verschweigen, nur das Nötigste zugeben. - Im Fußball geht es genauso moralisch zu wie in den Vorständen der Konzerne, z.B. VW, Deutsche Bank, Siemens usw. Erschwerend beim Fußballgeschäft kommt hinszu, dass hier das Geld der Gebührenzahler verbraten wird.

Herr Josef Hirsepp

19.10.2015, 17:57 Uhr

Also:klar mit S(E)K, wie denn sonst?
ohne "schwarze Kasse" laeufts soo eine Massnahme einfach nicht, insbesondere wenn dort
a.) typische Asiaten involviert sind &
b.) das ethisch lupenreine South Africa Gegenspieler war!

Wer das Gegenteil glaubt, wird evt. selig, aber nicht in dieser Profi-Fussball-Welt, noch im IOC!
Fragt nach bei Thomas Bach, der in Buenos Aires den Job von Rogge's Jacques uebernommen hat, wie "serioes" das alles so zugeht!

a propos " PAMPERN"

Der SPIEGEL wird auch schon mal ein TRINKGELD springen lassen, um Informationen from the Hoarses Mouth zu ergattern, als erster, versteht sich! ..


Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×