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20.05.2012

16:05 Uhr

Warmschießen für die EM

Poldi will den Titel in der Heimat

Nach dem Liga-Aus mit dem 1. FC Köln tankt Lukas Podolski im Trainingslager neuen Elan für die EM. Vereinsfrust und Muskelprobleme hat er überwunden. Nun will der gebürtige Pole in seinem Geburtsland nach ganz oben.

Im Trainingscamp in Südfrankreich hat Nationalstürmer Lukas Podolski (2. v. l.) neues Feuer gefangen. Bundestrainer Joachim Löw (r) will mit seinem Team diesmal die EM-Trophäe schießen. dpa

Im Trainingscamp in Südfrankreich hat Nationalstürmer Lukas Podolski (2. v. l.) neues Feuer gefangen. Bundestrainer Joachim Löw (r) will mit seinem Team diesmal die EM-Trophäe schießen.

TourrettesFür Lukas Podolski ist die Welt wieder in Ordnung. Poldi rackert, Poldi ist präsent, Poldi schießt Tore, wenn der Bundestrainer im Trainingscamp in Südfrankreich auf einem verkleinerten Spielfeld immer wieder Wettkampfsituationen simulieren lässt. Podolski versprüht auf dem Sportplatz von Tourrettes wieder den ganz besonderen Nationalmannschaftselan. „Die Vorfreude auf das Turnier ist da. Für mich ist es noch etwas ganz Besonderes, auch wenn die ersten drei Spiele in der Ukraine sind“, erklärte der gebürtige Pole, der seinen Frust über den Abstieg mit seinem geliebten 1. FC Köln für jeden sichtbar abgeschüttelt hat.

„Wenn man mit dem Verein absteigt, in dem man die ganze Jugend verbracht hat, in dem man aufgewachsen ist, ist es schon bitter“, bemerkte der 26-Jährige. Doch schon in den ersten Trainingsspielen in Frankreich gab der Nationalmannschafts-Dauerbrenner, der in 95 Länderspielen 43 Tore schoss, wieder den Antreiber. „Hau ihn rein“, rief Podolski dem Schalker Julian Draxler zu, als der einen Elfmeter zugesprochen bekam. „Bei den letzten Turnieren war ich noch sein Fan“, bemerkte der 18-jährige Draxler mit einem Schmunzeln.

Beim Turnier in der Heimat seiner Eltern kann Podolski in den erlauchten Kreis der „Hunderter“ stoßen, im dem vom aktuellen EM-Aufgebot bisher nur der ebenfalls in Polen geborene Miroslav Klose (114) steht. Löw ist froh darüber, dass Podolski schon jetzt nicht nur seine muskulären Probleme, sondern auch die mentalen Nachwirkungen einer Chaos-Saison mit dem 1. FC Köln überwunden hat. „Es war wahnsinnig schwierig. Nicht nur der Abstieg, sondern das ganze Jahr hinweg. Die vielen Dinge, die dort vorgefallen sind, haben ihm ein Stück weit zugesetzt“, erklärte der DFB-Chefcoach.

Der aktuelle Umzug in die Welt der Nationalelf, die seit seinem DFB-Debüt am 6. Juni 2004 gegen Ungarn (0:2) immer auch sein Welt war, hat Podolski in Windeseile gut getan. Im ersten Trainingscamp auf Sardinien hatte er Frau und Sohn dabei. Seinem vierjährigen Sohnemann musste der Vater erklären, warum Köln denn nun eigentlich abgestiegen sei. „Er versteht das noch nicht. Er weiß aber auch, dass er bald mit nach London muss. Er fragt immer, warum und weshalb“, berichtete Podolski von den „Männergesprächen“ in der Familie.

Seine Frau Monika wird nun den Umzug vorantreiben. Für zwölf Millionen Euro wechselt Podolski zum FC Arsenal. „Meine Frau wird alles organisieren. Ich hab noch keine Zeit dafür“, berichtete der Fan-Liebling, der als „Deutschland-Poldi“ bei der EM erst noch etwas Großes vor hat: Er will seinen ersten internationalen Titel.

Von

dpa

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