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22.01.2007

12:50 Uhr

Warum die Premier League so erfolgreich ist

Die Welt liebt englischen Fußball

VonErik Wegener

Keine Liga ist auf allen Bildschirmen so präsent wie die Premier League. Ein Erklärungsversuch

Die Fernsehbilder aus der Premier League gehen um die ganze Welt. Foto: dpa ap

Die Fernsehbilder aus der Premier League gehen um die ganze Welt. Foto: dpa

MÜNCHEN. Auch wenn der FC Chelsea am Wochenende mit 0:2 beim FC Liverpool unterlag, der Verein dominiert seit zwei Jahren die Premier League. Im Mai wurden die „Blues“ zum zweiten Mal souverän englischer Meister. Der Gewinn der Champions-League soll laut Trainer José Mourinho in diesem Jahr folgen. Geschäftlich wollen sich die Londoner nicht allein mit Europa zufrieden geben, der Klub des russischen Milliardärs Roman Abramowitsch will den ganzen Erdball für sich gewinnen. „Spätestens bis zum Jahr 2014 wollen wir weltweit die Nummer eins im Klubfußball sein“, sagt Generaldirektor Peter Kenyon.

Mit derlei Ambitionen ist der Vereins von Michael Ballack das neue Zugpferd bei der Auslandsvermarktung der Premier League. Keine andere Liga ist auf den Bildschirmen dieser Welt so präsent wie die englische. Laut einer Studie der Wirtschaftsprüfer von Ernst & Young kassiert die Premier League jährlich 157 Millionen Euro für ihre Auslandsrechte, Tendenz steigend. Fast eine Milliarde Euro sind es in den kommenden drei Spielzeiten. Der Verkauf der Fernsehrechte in insgesamt 81 Paketen für 208 Länder und Territorien bringe bis 2010 umgerechnet 952 Millionen Euro, teilte die Premier League vergangene Woche mit.

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Dieser Wert ist unerreicht. Die Bundesliga verdient im Ausland mit TV-Rechten, Merchandising, Lizenzen und Internetrechten gerade einmal 20 Millionen Euro. Den Vorsprung vor Deutschland, Italien oder Spanien verdanken die Briten vor allem ihrer Pionierrolle. Die vom englischen Fußballverband FA unabhängige Liga-Organisation wurde bereits 1992 gegründet und knüpfte wenige Monate später erste Kontakte in Fernost. Die Deutsche Fußballliga (DFL) nahm 2001 ihre Arbeit auf. „Die Engländer haben die lukrative Prime Time mit ihrem Fußball besetzt“, sagt Arnd Hovemann von Ernst & Young. Danach sei es den anderen Ligen schwer gefallen, den TV-Stationen in Übersee zu erklären, warum diese auch noch italienischen oder deutschen Spitzenfußball einkaufen sollen.

Die Fans lieben englischen Fußball. Heute sind die Begegnungen an der White Hart Lane oder in Old Trafford in 190 Ländern zu sehen, sogar in Surinam, im Jemen oder in Bangladesh. Der englische Fußball sei schon immer telegen gewesen, denn es werde mit hohem Tempo nach vorne gespielt, sagt Wolfgang Jauer von der Vermarktungsagentur Sportfive in Hamburg. Dagegen sei der Sicherheitsfußball in Italien weniger attraktiv. Zudem achteten die Briten bei der Fernsehproduktion immer auf erstklassige Qualität. Ein hochwertiges Signal, unterschiedlichste Kamerapositionen und gute Kommentatoren gehörten seit Jahren zum Standard. Dies seien weitere Gründe für den Export-Erfolg der Briten.

Zu den wichtigsten Auslandsmärkten der Premier League gehören neben Japan, Hongkong, Indonesien und den Öl-Emiraten am Golf die USA. Im April startete Chelsea eine Allianz mit dem amerikanischen Sportvermarkter AEG, Besitzer einiger Major League Soccer-Klubs wie Los Angeles Galaxy, Chicago Fire und Houston 1836. Die Kooperation beinhaltet ein Saison-Vorbereitungs-Turnier alle zwei Jahre in Los Angeles sowie einen Austausch von Nachwuchsspielern.

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