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23.04.2016

13:25 Uhr

Was Fußball lehrt

Gegen den Zufall kann man nicht gewinnen

VonThorsten Giersch

Drei Halbfinals im DFB-Pokal hintereinander wurden durch rutschende Spieler entschieden. Trainer hassen diese skurrile Macht des Zufalls. Sie tun alles, um auf Überraschungen vorbereitet zu sein. Genau wie gute Manager.

Ausgerutscht, Tor gefangen, zum Himmel geschaut nach dem Motto: "Warum gerade ich?" Pech gehört zum Fußball dazu. Reuters

Hertha-Verteidiger Brooks nach seinem Ausrutscher

Ausgerutscht, Tor gefangen, zum Himmel geschaut nach dem Motto: "Warum gerade ich?" Pech gehört zum Fußball dazu.

DüsseldorfBorussia Dortmund führt 1:0, ist klar die bessere Mannschaft – aber Hertha BSC Berlin kommt Mitte der zweiten Halbzeit erstmals zu Chancen. Auch der FC Bayern war im Halbfinale vor einem Jahr deutlich besser und in Führung, als der BVB noch ausglich und später im Elfmeterschießen gewann. Doch so sollte es an diesem Abend nicht kommen: Dortmund gewann letztlich sicher mit 3:0 gegen die Hertha, weil deren Innenverteidiger Brooks ausrutschte und so den Weg frei machte für das entscheidende 2:0 durch Reus.

Im Fußball ist vieles nicht planbar: Verletzungen, Schiedsrichterentscheidungen, Formschwankungen – aber der Ausrutscher gilt als die Mutter der höheren Gewalt. So leicht geschehen, entscheidet er aber nur sehr selten Spiele. Umso skurriler, dass dies nun dreimal hintereinander in drei Halbfinals geschah. 

Im ersten Halbfinale am Dienstag zwischen dem FC Bayern München und Werder Bremen brachte das Kopfballtor von Thomas Müller den Rekordpokalsieger entscheidend in Front. Doch das war nur möglich, weil Müllers Gegenspieler Clemens Fritz ausrutschte. Am Ende siegten die Bayern mühevoll mit 2:0.  Im dramatischen Halbfinale 2015 rutschen mit Philipp Lahm und Xabi Alonso gleich zwei Münchener Kicker beim Elfmeterschuss aus. Ihre Bälle flogen weit übers Tor – Dortmund gewann deswegen.

Spielerwerte: Die Top 10 von Borussia Dortmund

Platz 10

Julian Weigl

8. September 1995 in Deutschland (20 Jahre)

Defensives Mittelfeld

Marktwert: zwölf Millionen Euro

Quelle: Transfermarkt.de

Platz 9

Matthias Ginter

19. Januar 1994 in Deutschland (22 Jahre)

Innenverteidiger

Marktwert: 13 Millionen Euro

Platz 8

Shinji Kagawa

17. März 1989 in Japan (27 Jahre)

Innenverteidiger

Marktwert: 14 Millionen Euro

Platz 7

Gonzalo Castro

11. Juni 1987 in Deutschland (28 Jahre)

Zentrales Mittelfeld

Marktwert: 14 Millionen Euro

Platz 6

Sokratis

9. Juni 1988 in Griechenland (27 Jahre)

Innenverteidiger

Marktwert: 22 Millionen Euro

Platz 5

Ilkay Gündogan

24. Oktober 1990 in Deutschland (25 Jahre)

Zentrales Mittelfeld

Marktwert: 30 Millionen Euro

Platz 4

Henrikh Mkhitaryan

21. Januar 1989 in Armenien (27 Jahre)

Rechtsaußen

Marktwert: 30 Millionen Euro

Platz 3

Mats Hummels

16. Dezember 1988 in Deutschland (27 Jahre)

Innenverteidiger

Marktwert: 32 Millionen Euro

Platz 2

Marco Reus

31. Mai 1989 in Deutschland (26 Jahre)

Linksaußen

Marktwert: 45 Millionen Euro

Platz 1

Pierre-Emerick Aubameyang

16. Juni 1989 in Frankreich (27 Jahre)

Mittelstürmer

Marktwert: 45 Millionen Euro

Es war eine der schwersten Niederlagen für Bayerns Trainer Pep Guardiola. Und er wird sie umso mehr gehasst haben, weil seiner Elf etwas überhaupt nicht Planbares den Sieg kostete. Nun gilt es im modernen Fußball als überaus wichtig, dass Trainer die Macht des Zufalls möglichst reduzieren wollen.

Pep Guardiola gilt als Vorreiter, ja geradezu als manisch bei dem Versuch, alle möglichen Wendungen eines Spiels vorauszuberechnen und auf alles eine Antwort zu haben. Er machte die Bayern zur kaum kalkulierbaren Improvisationsmaschine: Läuft es in der ersten Halbzeit nicht, dreht Pep Guardiola an ein paar Stellschrauben und seine Elf kehrt so optimiert zurück auf den Rasen, dass das Konzept des Gegners nicht mehr aufgeht.

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