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07.05.2015

07:58 Uhr

Was nun, Herr Guardiola?

Pep braucht 100 Millionen Euro für Stürmer — mindestens

VonThomas Schmitt, Alexander Möthe

Barcelona hat dem FC Bayern Grenzen aufgezeigt. Wenn die Münchener Trainer Pep Guardiola halten wollen, sollten sie tief in die Tasche greifen. Das Team muss verstärkt und verjüngt werden - mit viel Geld. Ein Kommentar.

DüsseldorfPep Guardiola steht nach dem 0:3 seiner Bayern gegen den FC Barcelona vor seiner ersten großen Krise als Trainer. Dass ausgerechnet seine große Liebe den Star-Trainer entzaubert, ist dabei kein Zufall. Die Niederlage belegt: Derzeit hat der FC Bayern nicht die Klasse, um die Champions League zu gewinnen.

Der Spanier in Diensten der Münchner wird dieses Ziel in den nächsten Jahren wohl auch nur erreichen, wenn er nun seine Mannschaft umbaut. Er braucht zwei Weltklassespieler, die den Angriff verstärken. Und das dürfte teuer werden. Denn solche Superkicker sind auf dem Markt rar und unter 50 Millionen Euro kaum zu haben.

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Dass die Bayern das Geld für solch hohe Investitionen in den Kader haben, ist klar. Wirtschaftlich steht der Klub so gut da wie kein anderer auf der Welt. Inzwischen ist das Management auch bereit, Grenzen zu überschreiten und extrem viel Geld auszugeben, wie sich aus öffentlichen Äußerungen herauslesen lässt.

Außerdem dürfte ein Zugriff auf das satte Festgeldkonto eine Voraussetzung sein, damit Guardiola überhaupt bei den Bayern bleibt. Der Vertrag des Trainers läuft aktuell bis 2016. Am Ende dieser Saison dürfte eine Vorentscheidung fallen, ob Pep seinen Kontrakt verlängert.

Bayern München: Welche Spiele Pep Guardiola verloren hat

1. Niederlage

27.07.2013: Borussia Dortmund - FC Bayern 4:2 Supercup-Finale.

2. Niederlage

10.12.2013 FC Bayern - Manchester City 2:3 Champions League.

3. Niederlage

05.04.2014 FC Augsburg - FC Bayern 1:0 Bundesliga.

4. Niederlage

12.04.2014 FC Bayern - Borussia Dortmund 0:3 Bundesliga.

5. Niederlage

23.04.2014 Real Madrid - FC Bayern 1:0 Champions League.

6. Niederlage

29.04.2014 FC Bayern - Real Madrid 0:4 Champions League.

7. Niederlage

13.08.2014 Borussia Dortmund - FC Bayern 2:0 Supercup-Finale.

8. Niederlage

25.11.2014 Manchester City - FC Bayern 3:2 Champions League.

9. Niederlage

30.01.2015 VFL Wolfsburg - FC Bayern 4:1 Bundesliga

10. Niederlage

22. März 2015: 0:2 zuhause gegen Borussia Mönchengladbach in der Bundesliga.

11. Niederlage

15. April 2015: 1:3 im Viertelfinale der Champions-League beim FC Porto.

12. Niederlage

28. April 2015: DFB-Pokalhalbfinale gegen Borussia Dortmund: 1:1 nach Verlängerung, 0:2 nach Elfmeterschießen

13. Niederlage

2. Mai 2015: Bayer Leverkusen gewinnt 2:0 im Bundesligaspiel. Zu diesem Zeitpunkt sind die Bayern aber schon Meister.

14. Niederlage

6. Mai 2015: Barcelona gewinnt 3:0 im ersten Halbfinale der Champions League. Das war praktisch der K.O. für die Bayern.

15. Niederlage

9. Mai 2015: In der Bundesliga verliert der FC Bayern sein Heimspiel gegen den FC Augsburg mit 0:1.

16. Niederlage

16. Mai 2015: In der Bundesliga gewinnt Freiburg am 33. Spieltag überraschend sein Heimspiel 2:1

17. Niederlage

20. Oktober 2015: In der Champions League verliert der FC Bayern 0:2 beim FC Arsenal.

18. Niederlage

5. Dezember 2015: Borussia Mönchengladbach gewinnt 3:1 in der Bundesliga.

Die Chance dafür ist nach dieser Niederlage in Barcelona sogar gestiegen. Denn Pep Guardiola ist extrem ehrgeizig. Bevor er München verlässt, will er sich und aller Welt beweisen, dass er auch in der Fremde das Triple holen kann. Doch mit diesem Team wird er es auch in der nächsten Saison kaum schaffen. Guardiola weiß das.

Sein Problem: Die beiden Weltklassestürmer Robben und Ribery sind inzwischen beide über 30 Jahre alt und dürften auf Sicht eher Ergänzungsspieler sein - zumal ihre Verletzungsanfälligkeit mit dem Alter eher steigt als sinkt. Mehr als ein Jahrzehnt Leistungssport hinterlässt eben Spuren. Kein Wunder also, dass sie derzeit beide verletzt ausfallen.

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Genau solche Spieler vom Format eines Robben oder Ribery fehlten Guardiola jedoch am Mittwoch. Barcelona dagegen hatte gleich drei dieser Weltklassestürmer in den eigenen Reihen: Messi, der das Spiel entschied; Neymar, der das 3:0 grandios abschloss; und den Beißer Suarez, der dieses Mal ohne Tor blieb.

Kommentare (15)

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Account gelöscht!

07.05.2015, 09:01 Uhr

Wer da mal bei den 100 Millionen nicht auf schlechte und mafiöse Gedanken kommt.

Die Bayern haben ja schon einen prominenten Steuerhinterzieher hinter Gittern.

Herr Jürgen Dannenberg

07.05.2015, 09:15 Uhr

Die sind schlicht und einfach nicht mehr ganz "Echt im Kopf". Pep hier Pep da Pep Sonnenschein. Der beste Trainer, bzw erfolgreiche, den Bayern je hatte war Heynckes, aber den hat man ja mehr oder minder vom Hof gejagt.

Herr John Doe

07.05.2015, 09:29 Uhr

Wäre interessant zu wissen, was die Berater, Spieler,... mit all dem Schwarzgeld machen, welches bei solchen Deals fliesst. Es war ja auch sehr interessant, dass all die Medien nichts über das Schwarzgeld geschrieben haben, als Hoeneß erwischt wurde. Wahrscheinlich wollte man die Betrügereien der Fußballprofis nicht veröffentlichen. Aber nicht umsonst gibt es ja das treffende Wort "Lügenpresse".

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