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31.01.2017

06:29 Uhr

Watzke und Rummenigge

Zwei Fußball-Bosse gegen Fifa und DFB

VonThomas Schmitt

Es wird ungemütlich für den Weltverband Fifa. Die Fußballklubs machen mobil gegen die Mammut-WM. Ihre Speerspitze in Deutschland: Bayern-Boss Kalle Rummenigge und BVB-Chef Aki Watzke. Nebenbei rasieren sie auch den DFB.

Hans-Joachim Watzke (l), Geschäftsführer von Borussia Dortmund, und Karl-Heinz Rumenigge, Vorstandsvorsitzender von Bayern München, demonstrierten am Montag auf dem Sportbusiness-Kongress in Düsseldorf Eintracht. dpa

Sportbusiness-Kongress

Hans-Joachim Watzke (l), Geschäftsführer von Borussia Dortmund, und Karl-Heinz Rumenigge, Vorstandsvorsitzender von Bayern München, demonstrierten am Montag auf dem Sportbusiness-Kongress in Düsseldorf Eintracht.

DüsseldorfEs gab Zeiten, da haben die beiden mächtigsten Fußball-Bosse im Land nur das Nötigste miteinander geredet, wenn überhaupt. Der Dortmunder Hans-Joachim Watzke nahm seinem Kontrahenten vom FC Bayern, Karl-Heinz Rummenigge, richtig übel, dass die Bayern nach dem Supertalent Mario Götze auch noch Topstürmer Robert Lewandowski abwarben.

Diese Zeiten sind seit 2016 vorbei. Da schoben sich beide Seiten etliche Spieler zu, unter anderem die Weltmeister Mario Götze und Mats Hummels. Zum Wohle des Fußballs wollen die beiden Manager überdies öffentlichen Streit vermeiden. Derlei Eintracht demonstrierten beide am Montag auf der Sport-Business-Messe Spobis in Düsseldorf sogar öffentlich.

Fußball: Deutsche, die bis zu 71 Millionen Euro wert sind

Platz 10

Name: Emre Can, Platz im Ranking: 93, Verein: FC Liverpool, Wert: 38,7 Millionen Euro

Quelle: CIES Football Observatory

Platz 9

Name: Julian Brandt, Platz im Ranking: 75, Verein: Bayer Leverkusen, Wert: 42,9 Millionen Euro

Platz 8

Name: Mats Hummels, Platz im Ranking: 72, Verein: FC Bayern München, Wert: 43,4 Millionen Euro

Platz 7

Name: Antonio Rüdiger, Platz im Ranking: 71, Verein: AS Rom, Wert: 44,5 Millionen Euro

Platz 6

Name: Manuel Neuer, Platz im Ranking: 67, Verein: FC Bayern München, Wert: 45 Millionen Euro

Platz 5

Name: Mesut Özil, Platz im Ranking: 62, Verein: Arsenal London, Wert: 47,6 Millionen Euro

Platz 4

Name: Shkrodan Mustafi, Platz im Ranking: 40, Verein: Arsenal London, Wert: 60,5 Millionen Euro

Platz 3

Name: Thomas Müller, Platz im Ranking: 37, Verein: FC Bayern München, Wert: 63,6 Millionen Euro

Platz 2

Name: Leroy Sané, Platz im Ranking: 33, Verein: Manchester City, Wert: 65,3 Millionen Euro

Platz 1

Name: Toni Kroos, Platz im Ranking: 23, Verein: Real Madrid, Wert: 71,4 Millionen Euro

BVB-Chef Watzke erklärte brav, dass Rummenigge der einflussreichste Klubmanager im Lande sei – mit einem „unfassbar starken Namen in Europa“. Bayern-Kontrahent Kalle Rummenigge revanchierte sich umgehend: „Aki ist auch sehr mächtig, mit seinem Wort und mit seinem Klub.“

Bei so viel Lob fehlte auf der Show-Bühne selbst dieser Hinweis von Rummenigge nicht: „Wir sind ja jetzt große Freunde geworden.“ Angesichts der heftigen Streitereien in der Vergangenheit wirkte das ein wenig übertrieben. Und war da nicht eine leichte Ironie in der Stimme von Rummenigge zu entdecken?

Rein sachlich, und das zeigte sich nach dieser Lobhudelei, liegen die beiden Fußballmanager so nah beieinander wie wohl selten in ihrer Karriere. Es geht um Geld, Interessen und die Frage: „Wem gehört der Fußball?“ Den Fans, lautet die naheliegende Antwort. Doch die gibt keiner der beiden. Sie reden über die Fifa und über sich.

„Die Machtstrukturen in Europa verändern sich gerade“, stellt Rummenigge gewohnt sachlich fest. Er ist der Konstrukteur dieser Veränderungen – als Chef des mächtigen Verbandes European Club Association. In der ECA sind 220 Vereine aus Europa gebündelt, also das Herz des Weltfußballs.

Kommentare (1)

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Herr Clemens Keil

01.02.2017, 10:03 Uhr

Ob FIFA, UEFA oder IOC, Geld regiert auch die Sport-Welt, juchhe! Insofern kann ich es nur begrüßen, wenn ARD und ZDF diese mafiösen Organisationen nicht mehr unterstützen!
Die fortschreitende Kommerzialisierung des Sports in Verbindung mit allen daraus resultierenden Auswüchsen (Korruption, Bestechung, Schiebung, Doping,...) wie z.B. dem kürzlichen Fall des illegalen Tickethandels des IOC-Funktionärs Patrick Hickey oder auch den "ahnungslosen" Geldflüssen rund um das Fußball-Sommermärchen in Deutschland ist ein unumkehrbarer Prozess. Das hat schon Sloterdijk richtig analysiert! Und dementsprechend schreitet die Gigantomanie munter voran: Ausdehnung der Fußball-WM auf 48 Mannschaften, Ausweitung der Spieltermine in der deutschen Fußball-Bundesliga zu Lasten der Amateurvereine,... Offensichtlich wird hier das Motto "schneller, höher, weiter" umgemünzt in "mehr $, mehr €, mehr Macht".
Ansonsten waren die letzten Olympischen Spiele:
Unsportlich! Dann lieber Pokémon Go!
Durchsichtige Politik des Aussitzens! Null Toleranz mit heuchlerischen Funktionären!
Die Heuchel-Sportler und die Heuchel-Sport-Funktionäre haben jeglichen moralischen Maßstab verloren. Dem Fass schlägt den Boden aus, dass sich die Funktionärselite auch noch als "härtest mögliche Aufklärer" gebärdet! Aber die Doping-Whistle-Blowerin Julia Stepanowa von den Olympischen Spielen ausschließen! Als Vorbilder höchstens noch für Drogenabhängige, Drogendealer und Mafiosi geeignet.
Entlarvend, dass sich die Politik nicht vehement distanziert! Bleibt nur, dass sich die anständigen Bürger angewidert abwenden! Boykottiert die olympischen Spiele und die nächsten Fußball-Weltmeisterschaften im Fernsehen! Und geht auf die Barrikaden, wenn das staatliche Fernsehen weiterhin diesen Schurken eure Gebühren-Millionen/Milliarden hinterherwirft! Boykottiert die Sponsoren, solange sie diese unwürdigen Spiele unterstützen! Und: spielt lieber Pokémon Go!
Postfaktische Welt?
http://youtu.be/QqoSPmtOYc8
Viel Spaß beim Anhören!

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