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11.01.2017

16:51 Uhr

Weltmeisterschaft 2026

Ein Trio in der Favoritenrolle als Gastgeber

48 Teilnehmer? Stehen ab der WM 2026 fest. Nur wo das Turnier stattfindet, entscheidet sich erst 2020. Topfavorit ist nicht nur ein Land, sondern gleich drei: USA, Kanada und Mexiko wollen gemeinsam anpacken.

Erste Mega-WM 2026 mit 48 Teams von FIFA beschlossen. dpa

Das FIFA Logo am FIFA Hauptquartier in Zürich

Erste Mega-WM 2026 mit 48 Teams von FIFA beschlossen.

ZürichVictor Montagliani ist ein Mann von wuchtiger Gestalt. Nach dem FIFA-Beschluss für eine 48er-WM im Jahr 2026 verschwand der schwergewichtige Chef der Fußball-Konföderation von Nord- und Mittelamerika aber förmlich hinter dem Pulk aus Journalisten. Der Kanadier hatte was zu sagen. „In manchen Regionen macht es nicht nur Sinn, es ist der einzige Sinn“, sagte Montagliani über eine mögliche gemeinsame WM-Bewerbung mit den USA und Mexiko für die erste 48er-WM im Jahr 2026. Die FIFA-Regeln erlauben eine Dreifachbewerbung. Den Weg hatte der Fußball-Weltverband schon im Vorjahr frei gemacht.

Bald werde man miteinander reden, sagte Montagliani, der mit dem US-Verbandschef Sunil Gulati im FIFA-Council sitzt. Laut der Nachrichtenagentur AP laufen informelle Gespräche sogar schon. Und die America-Connection hat alle Argumente auf ihrer Seite, den Zuschlag für die Mammut-Premiere zu bekommen.

Warum der Fußball eine Mammut-WM will

Welche Konflikte gibt es?

Der Plan von Weltverbandschef Gianni Infantino ist beschlossen: Die Mammut-WM ab 2026 mit 48 Mannschaften kommt. Doch die Interessenkonflikte zwischen den kontinentalen Verbänden sind groß.

Wieso soll es mehr WM-Teilnehmer geben?

Die Idee mit einer 40er-WM stammt vom einstigen UEFA-Präsidenten Michel Platini. Sein Funktionärs-Ziehsohn Gianni Infantino punktete damit erfolgreich in seinem Wahlkampf für den Posten als Fifa-Chef gerade in Afrika und Asien.

Welche Vorschläge gab es?

Vier Varianten lagen auf dem Tisch, zwei für eine WM mit 40, zwei mit 48 Teams. Die Gesamtzahl der WM-Spiele steigt von 64 auf 80 Partien.

Was spricht gegen eine größere WM?

Die WM wird komplizierter und sportlich ungerechter. Fundamentalkritik kommt aus dem europäischen Profifußball. Die reichen Europäer sehen eine Überbelastung der von ihnen teuer bezahlten Superstars. Die europäischen Ligen stellen die mit Abstand meisten WM-Spieler.

Warum war Joachim Löw gegen eine Erweiterung?

Der Bundestrainer, der den höchsten sportlichen Wettkampf propagiert, fürchtet eine „Verwässerung“ der Fußball-Qualität. Die nervte Löw schon bei der 24er-EM vergangenen Sommer.

Wer hat über die Erweiterung entschieden?

Das Fifa-Council mit seinen derzeit 33 Mitgliedern aus allen sechs Konföderationen kann das WM-Format bestimmen. Der deutsche Fußball saß nicht mit am Tisch. Der Platz von Wolfgang Niersbach ist noch nicht besetzt.

Europäer und Asiaten sind laut FIFA-Statuten von einer Kandidatur für 2026 ausgeschlossen, da sie 2018 (Russland) und 2022 (Katar) den Gastgeber stellen. In Afrika, Südamerika und Ozeanien wird keinem Land der Kraftakt von 80 WM-Spielen in 32 Tagen zugetraut. Zwölf Stadien sind die von FIFA-Chef Gianni Infantino postulierte Anforderung.

Die USA könnten auch alleine oder mit einem der beiden Partner das neue Mega-Event stemmen. Doch eine Kooperation mit beiden Nachbarn hätte hohen symbolischen Wert. Für das Turnier 2022 war man unter bekanntermaßen zweifelhaften Umständen an Katar gescheitert. Jetzt könnte man im amerikanischen Schulterschluss auch für einen moralischen Neuanfang stehen. Hinter den Kulissen ist zu hören, dass man für einen frühere WM-Vergabe als bislang angedacht beim FIFA-Kongress 2020 Politik macht.

In Mexiko ist die Begeisterung ohnehin groß. „Ja, das ist unser Wunsch“, sagte der Generalsekretär des mexikanischen Fußballverbands, Guillermo Cantú, der Zeitung „El Universal. Zu gerne wäre man „Teil dieser Fiesta“. Eine gemeinsame Bewerbung der USA und Mexikos wäre politisch brisant, angesichts der aggressiven Politik des gewählten US-Präsidenten Donald Trump. Montagliani wählte dazu auf englisch süffisant klingende Worte. „Man möchte hoffen, dass der Fußball die Politik überTRUMPfen kann.“ (So you would hope that football will trump politics.“)

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Die FIFA hätte bei einer WM mit drei Gastgebern auch ganz praktische Fragen zu klären. Im schon ausgebrochenen Kampf um die Neuverteilung der Startplätze pro Kontinent müsste geklärt werden, ob wie bislang üblich alle Ausrichter einen fixen Platz bekommen. Aus Zürich ist zu hören, dass man die Gastgeber künftig der neuen kontinentalen Quote anrechnen könnte - das würde die Chancen aller anderen Teams der Konföderation verringern und in Nord- und Mittelamerika wenig Freude auslösen.

Von

dpa

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