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22.11.2016

14:29 Uhr

Werder Bremen

Ein letztes „Hipp, Hipp, Hurra“ für Willi Lemke

In schwierigen Zeiten verlässt Willi Lemke nach 35 Jahren Werder Bremen. Nicht nur deshalb befindet sich der Ex-Meister im Umbruch. Auf der Mitgliederversammlung gibt es erstmals Gegenwind von der Club-Basis.

Hubertus Hess-Grunewald (r.), Präsident von Werder Bremen, verabschiedet Willi Lemke aus dem Aufsichtsrat. dpa

Mitgliederversammlung

Hubertus Hess-Grunewald (r.), Präsident von Werder Bremen, verabschiedet Willi Lemke aus dem Aufsichtsrat.

BremenZum Abschied nach 35 Jahren von Werder Bremen gab es auch für Willi Lemke noch einmal ein Novum. „Sechs Stunden bei einer Jahreshauptversammlung habe ich auch noch nie erlebt“, sagte der 70-Jährige weit nach Mitternacht nach einer Marathon-Sitzung, die das Ende bei seinem Herzensverein endgültig besiegelte: „Ich gehe schon wehmütig von Bord. Die sportliche Situation ist grottenschlecht. Das tut sehr weh. Jetzt kann ich mich nicht mehr einbringen.“

„Historisch“ war eine Beschreibung für die Mitgliederversammlung des Stammvereins des Drittletzten der Fußball-Bundesliga, die von den Verantwortlichen in der Nacht auf Dienstag oft bemüht wurde. Historisch, weil der wohl berühmteste Funktionär, den Werder je hatte, nach mehr als drei Jahrzehnten nicht mehr in verantwortlicher Position gewünscht ist. Und historisch, weil die Kritikkultur bei Werder Einzug gehalten hat – was die Versammlung in die Länge zog.

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„Jetzt habe ich aber Durst wie ein Pferd“, verkündete Club-Präsident Hubertus Hess-Grunewald tief in der Nacht. Die Sitzung war anstrengend für viele. Es rumort an der Basis – das war am Montagabend deutlich zu spüren und daran konnte auch der erste Gewinn (2,8 Millionen Euro) seit 2011 nichts ändern. „Wir haben ein schlechtes Gefühl in der Magengrube“, bezeichnete dies Hess-Grunewald nach vier Bundesligapleiten in Serie.

Doch die Unzufriedenheit liegt nicht nur an der wieder einmal sportlich schwierigen Situation vor dem brisanten Nord-Derby am Samstag beim Tabellenletzten Hamburger SV. Auch die Aufsichtsratswahl und damit indirekt Lemkes Abschied sorgte für kritische Stimmen bei einer Veranstaltung, bei der Misstöne jahrelang unterdrückt worden waren, bis es sie schließlich gar nicht mehr gab.

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