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14.11.2012

17:06 Uhr

Werder „kalt erwischt“

Bremen debattiert über Allofs' Nachfolger

Nun ist es klar: Werder-Manager Klaus Allofs wechselt zum VfL Wolfsburg und wird dort Geschäftsführer. Jetzt beginnt in Bremen die Debatte, wer Nachfolger wird und ob Trainer Thomas Schaaf seinem Kollegen folgt.

Der Transfer von Geschäftsführer Klaus Allofs von Werder Bremen zum Ligakonkurrenten VfL Wolfsburg ist perfekt. dpa

Der Transfer von Geschäftsführer Klaus Allofs von Werder Bremen zum Ligakonkurrenten VfL Wolfsburg ist perfekt.

Bremen/WolfsburgNach tagelangen Dementis ist der spektakulärste Manager-Wechsel in der Geschichte der Fußball-Bundesliga perfekt: Klaus Allofs folgt dem Lockruf des großen Geldes zum VfL Wolfsburg. Der 55-Jährige wechselt nach 13 Jahren in Bremen mit sofortiger Wirkung vom SV Werder zum niedersächsischen Ligakonkurrenten. Werder wurde von Allofs' Wechselwunsch „kalt erwischt“, gab Aufsichtsratschef Willi Lemke zu.

„Der Grund ist nicht Unzufriedenheit, Querelen oder fehlende Perspektive“, sagte Allofs: „Es war einfach die Gelegenheit.“ Es habe schon häufiger in der langen Zeit bei Werder Anfragen anderer Clubs gegeben, aber „dieses Mal war ich bereit. Das ist auch eine Sache des Gefühls. Die Zeichen stehen auf Veränderung“. In Wolfsburg soll Allofs einen Vertrag bis 2016 erhalten und am Donnerstag vorgestellt werden.

Mit Allofs' Weggang endet in Bremen eine Phase von seltener Kontinuität. Der Manager arbeitete seit Oktober 1999 bei Werder in verantwortlichen Positionen, zunächst als Vorstandsmitglied, zuletzt als Vorsitzender der Geschäftsführung.

Lemke war von Allofs vor einer Woche über eine „Voranfrage“ aus Wolfsburg informiert worden. Nach langem Wirrwarr mit widersprüchlichen Aussagen ging es zuletzt ganz schnell. Am Dienstagmittag wurde der Chef des Werder-Aufsichtsrates über das nun offizielle Angebot „von Klaus in Kenntnis gesetzt“, berichtete Lemke: „In der Nacht wurde der Wechsel perfekt gemacht.“

Allofs selber hatte in der vergangenen Woche nicht immer ein gutes Bild abgegeben und mehrfach ein Angebot des VfL und Gespräche mit den Wolfsburgern dementiert. „Es gab noch kein offizielles Interesse“, erklärte Allofs nun zu seiner Rechtfertigung.

Jetzt wird Allofs beim VfL Wolfsburg Nachfolger des am 25. Oktober entlassenden Felix Magath als Geschäftsführer Sport. Der 55-Jährige soll unbestätigten Berichten zufolge sein Gehalt auf rund drei Millionen Euro pro Jahr verdoppelt haben und hat zudem bei Transfers mehr Geld als in Bremen zur Verfügung.

Dass Werder-Trainer Thomas Schaaf seinem langjährigen Kollegen zum VfL folgt, gilt als unwahrscheinlich. „Wir haben dort einen Trainer, der sehr gut ist“, sagte Allofs mit Verweis auf den Interimscoach Lorenz-Günther Köstner. Er schränkte jedoch ein: „Ich sage nicht leichtfertig, dass das für alle Zeiten ausgeschlossen ist, auch wenn das jetzt überhaupt nicht auf dem Programm steht.“

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