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06.10.2014

17:00 Uhr

Werder-Manager stärkt Trainer

Robin Dutt ist „absolut der Richtige“

Nach sieben Spielen ist Werder Bremen immer noch ohne Sieg. Der Verein ist Schlusslicht der Tabelle. Trotzdem steht Manager Thomas Eichin hinter Coach Robin Dutt. Noch. Doch das Treubekenntnis kam reichlich spät.

Da hilft nichts. Werder Bremen steht nach sieben Spielen immer noch ohne Sieg da, die Defensive des Vereins ist die schlechteste der Liga. dpa

Da hilft nichts. Werder Bremen steht nach sieben Spielen immer noch ohne Sieg da, die Defensive des Vereins ist die schlechteste der Liga.

BremenBei jedem Tabellenletzten wird über den Trainer diskutiert – auch in Bremen. Doch bei Werder läuft das traditionell etwas leiser und zurückhaltender ab als in den meisten anderen Bundesliga-Städten. Gleichwohl muss die Führung des Clubs Wege finden, die berühmte Trainer-Frage zu beantworten.

Nach mehr als 24 Stunden Bedenkzeit entschloss sich Manager Thomas Eichin zur verbalen Rückendeckung und sagte: „Robin Dutt hat meine hundertprozentige Unterstützung.“

Unmittelbar nach dem Sturz auf den letzten Platz der Fußball-Bundesliga am Samstagnachmittag hatte sich Eichin noch geweigert und betont: „Ich beantworte keine Fragen zum Trainer.“ Am folgenden Abend sagte der Manager im „Sportclub“ des NDR zur Frage nach dem Coach: „Wir glauben nach wie vor, dass er der richtige Mann für uns ist.“ Eichin betonte sogar: „Absolut der richtige!“

Was dazwischen passiert ist? Vermutlich hat sich die Werder-Führungsriege zusammengesetzt, über den Trainer diskutiert und sich darauf geeinigt, dass Dutt weitermachen darf. Vorerst zumindest, denn bei anhaltender Erfolglosigkeit wäre Dutt nicht zu halten. Das weiß auch Eichin.

Die Rekord-Absteiger der Bundesliga

1. FC Nürnberg

Bei bislang sieben Abstiegen in den Jahren 1969, 1979, 1984, 1994, 1999, 2003 und 2008 bringt der erneute Abstieg in dieser Saison den „Klubberern“ den zweifelhaften Titel des „Bundesliga-Rekordabsteigers“ ein.

Arminia Bielefeld

Die Leidensgeschichte der Arminia aus Bielefeld hat auch sieben Kapitel und begann 1972 auf der „Alm“, sie setzte sich 1979, 1985, 1998, 2000, 2003 und 2009, dem bislang letzten Bielefelder Bundesliga-Abstieg, in der „Schüco-Arena“ fort.

Hertha BSC Berlin

Die Hertha aus Berlin überraschte in dieser Saison mit guten Leistungen, stieg aber bereits sechs Mal aus der höchsten deutschen Fußballliga ab. Die Achterbahnfahrt begann 1965 und setzte sich über die Jahre 1980, 1983, 1991 und 2010 fort. Unvergessen bleibt der Abstieg 2012 nach dem Skandal im Relegationsspiel gegen Fortuna Düsseldorf.

VfL Bochum

Der Traditionsverein aus dem Ruhrgebiet spielt derzeit in der zweiten Bundesliga, weitestgehend ohne Chancen auf einen baldigen Aufstieg. Insgesamt sechs Mal stieg der VfL Bochum bereits aus der ersten Bundesliga ab. Allerdings beginnt die Serie erst in den Neunzigerjahren (1993, 1995 und 1999) und setzt sich über die Jahre 2001, 2005 und 2010 fort.

MSV Duisburg

Der Meidericher Sportverein stieg bislang sechs Mal aus der ersten deutschen Fußballliga ab (1982, 1992, 1995, 2000, 2006 und 2008). Nach einem gescheiterten Insolvenzverfahren rutschte der MSV Duisburg in der laufenden Saison in die dritte Liga ab.

Karlsruher SC

Mit einer furiosen Hinrunde in der zweiten Bundesliga weckte der KSC in Karlsruhe Aufstiegshoffnungen, konnte diese aber zum Ende der Saison nicht erfüllen. Abstiege gab es in der Geschichte des KSC häufig. Insgesamt sechs Mal (1968, 1977, 1983, stieg der Karlsruher Verein aus der ersten Bundesliga ab (1968, 1977, 1983, 1985, 1998 und 2009).

Fortuna Düsseldorf

Mit Abstiegen aus der ersten Bundesliga ist die Fortuna aus Düsseldorf vertraut. Insgesamt fünf Mal musste der Verein die Bundesliga verlassen, zuletzt im vergangenen Jahr. Die vier weiteren Abstiege liegen bereits einige Jahre zurück (1967, 1987, 1992 und 1997).

1. FC Köln

Düsseldorfs Konkurrent, der 1. FC Köln, stieg ebenfalls fünf Mal aus der höchsten deutschen Fußballliga ab. 1998, 20902. 2004, 2006 und 2012 musste der Kölner Verein die Bundesliga wegen Punktemangels verlassen. Als Meister der zweiten Bundesliga wird der 1. FC Köln in der nächsten Saison wieder im Oberhaus spielen.

FC St. Pauli

Der Hamburger Kiezklub FC St. Pauli aus Hamburg stieg bislang fünf Mal aus der Bundesliga ab (1978, 1991, 1997, 2002 und 2011). In der Saison 2014/2015 wird es höchstwahrscheinlich zum ersten Mal ein Hamburger Stadtderby in der zweiten deutschen Bundesliga geben.

KFC Uerdingen

Der KFC Uerdingen spielte Jahrzehnte in der deutschen Bundesliga, bis er 1996 nach einem dramatischen Abstiegskampf in die zweite Bundesliga wechseln musste und seitdem bis in die vierte Liga durchgereicht wurde. Fünf Mal stieg der Krefelder Stadtteilverein bislang aus der ersten Liga ab (1976, 1981, 1991, 1993 und 1996).

Die Zahlen sprechen nicht unbedingt für den 49 Jahre alten Fußball-Lehrer. Nach sieben Spielen ist Werder noch ohne Sieg, liegt mit vier Punkten auf dem letzten Platz. In den 41 Spielen als Bremer Coach holte Dutt nur 43 Zähler.

Unter Dutt, der auch mit der Ankündigung angetreten war, die Abwehr zu stabilisieren, ist Werder mehr denn je die Schießbude der Liga und hat mit 16 Gegentreffern die schlechteste Defensive. Dabei hatte die Bremer nicht nur Pech, sondern bei sieben Aluminium-Treffern der Gegner sogar noch Glück.

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