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17.03.2006

09:26 Uhr

Wettskandal

FC Bayern will wegen „Rufmord“ klagen

Der FC Bayern schlägt zurück: Der Verein will gegen die Münchener Tageszeitung „tz“ klagen, die über eine über eine angebliche angebliche Verstrickung von Nationalspieler Bastian Schweinsteiger in den Fußball-Wettskandal berichtet hatte. Laut Zeitungsbericht wurde bereits ein Fachanwalt eingeschaltet.

HB MÜNCHEN. Nach Informationen der „Süddeutschen Zeitung“ (SZ) hat der deutsche Rekordmeister noch am Donnerstag einen auf Medienrecht spezialisierten Anwalt aus Hamburg eingeschaltet. „Wir werden eine Schadenersatzklage wegen Rufmord gegen die tz anstrengen, wie es sie noch nie gegeben hat im deutschen Sport“, kündigte Manager Uli Hoeneß in der „SZ“ an.

Der Vorstandsvorsitzende Karl-Heinz Rummenigge hatte nach der Veröffentlichung des Zeitungsberichtes, bei dem auch zwei Profis des Zweitligisten TSV 1860 München namentlich genannt worden waren, am Donnerstagabend ebenfalls juristische Schritte angekündigt. „Das wird Konsequenzen haben. Ich kann den Verantwortlichen dieser Zeitung sagen: Unsere Anwälte werden mit aller Härte nach den Buchstaben des Gesetzes gegen diese, ich würde fast sagen unwahrheitsgemäße und unanständige und unverantwortliche Berichterstattung vorgehen“, erklärte Rummenigge bei einer Pressekonferenz.

Rummenigge erklärte, dass sich der „seriöse FC Bayern“ die Vorwürfe nicht bieten lassen werde. „Wir werden unseren Spieler dagegen schützen.“ Der Bayern-Chef sprach von „Rufmord an einem 21-jährigen jungen Menschen“. Der Nationalspieler habe in einem persönlichen Gespräch mit den Verantwortlichen des Clubs versichert, dass „die aufgestellten Behauptungen absolut frei erfunden sind“, teilte der FC Bayern in einer Erklärung mit. „Ich zweifle nicht an der Unschuld von Bastian Schweinsteiger“, ergänzte Rummenigge.

Auch der Deutsche Fußball-Bund (DFB) kritisierte die Berichterstattung und stellte sich hinter seinen Nationalspieler. „Was gestern gelaufen ist, ist absoluter Rufmord“, sagte DFB-Sprecher Harald Stenger am Freitag dem Nachrichtensender „n24“. „Wir lassen die Spieler nicht im Regen stehen gegen solch unverschämte Kampagnen.“ Was hier passiere, habe kein Niveau mehr. Es bestehe keinen Grund für den Kontrollausschuss, Schritte einzuleiten.

Die Staatsanwaltschaft München hatte den „tz“-Bericht ebenfalls dementiert. Es habe keine Vernehmungen der genannten Spieler gegeben, sie seien keine Beschuldigten, sagte Oberstaatsanwalt Anton Winkler.

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