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29.05.2015

20:45 Uhr

Wiederwahl von Sepp Blatter

DFB fürchtet Entmachtung der Europäer in der Fifa

VonHolger Alich

Joseph Blatter bleibt trotz des Korruptions-Skandals bis 2019 Präsident der Fifa. DFB-Präsident Wolfgang Niersbach fürchtet nun um die Stellung Europas im Weltverband. Einen Boykott der Fußball-WM schließt er aber aus.

Der DFB-Präsident fürchtet um den Einfluss Europas im Fifa-Exekutivkomitee. dpa

Wolfgang Niersbach

Der DFB-Präsident fürchtet um den Einfluss Europas im Fifa-Exekutivkomitee.

ZürichKaum hat Sepp Blatter den Kampf um die Fifa-Spitze gewonnen, will er seine Gegner in Europa entmachten. Das fürchtet Wolfgang Niersbach, der Präsident des Deutschen Fußballbundes (DFB). Denn zur Überraschung aller kündigte Blatter kurz nach seinem Sieg an, dass das Fifa-Exekutivkomitee von 25 auf 30 Sitze erweitert werden soll.

„Wenn es bei acht Europa-Sitzen (im Exekutiv-Komitee, d. Red) bleibt und da wird ja nicht daran gedacht, die aufzustocken, (...) haben wir zusammen mit den vier südamerikanischen Vertretern keine Mehrheit mehr“, sagte Niersbach nach dem Fifa-Kongress. „Ob das Strategie ist, kann ich nicht einschätzen. Das war für mich jedenfalls eine neue Nachricht.“

Die Uefa-Mitglieder wollen sich nun am 6. Juni am Rande des Champions League Finale in Berlin beraten, wie sie weiter vorgehen sollen. Von einem möglichen WM-Boykott will Niersbach als Reaktion auf die Wiederwahl Blatters nichts wissen: „Das ist immer eine schlechte Waffe.“

Die festgenommenen Fifa-Funktionäre

Jeffrey Webb (Cayman Inseln)

Fifa-Vizepräsident Jeffrey Webb (51) gehört laut Medienberichten zu den sechs in Zürich festgenommenen Fußball-Funktionären. Webb ist ein ganz enger Vertrauter des Schweizer Fifa-Chefs Blatter. Webb führt auch den Concacaf-Verband.

Eugenio Figueredo (Uruguay)

Auch das Exekutivmitglied Eugenio Figueredo (83) befindet sich in Auslieferungshaft.

José Maria Marin (Brasilien)

Auch der brasilianische Verbandschef José Maria Marin (83) wurde festgesetzt. Er organisierte die Weltmeisterschaft 2014 maßgeblich mit.

Eduardo Li (Costa Rica)

Der Chef des costa-ricanischen Verbands Eduardo Li wird ebenfalls Korruption, organisierte Kriminalität, Überweisungsbetrug und Geldwäsche vorgeworfen.

Jack Warner (Trinidad und Tobago)

Jack Warner (72) aus der Karibik hat sich gestellt und wurde gegen eine Kaution frei gelassen. Der ehemalige Fifa-Vize-Präsident musste sich bereits 2011 einer Untersuchung wegen Wahlfälschung gekauften Stimmens stellen.

Rafael Esquivel (Venezuela)

Rafael Esquivel (68) ist Mitgliedes des Disziplinarischen Komitees der Fifa. Trotzdem muss er sich nun gegen Korruptionsvorwürfe wehren.

Nicolas Leoz (Paraguay)

Nicolás Leoz (86) wurde auf dem Fifa-Kongress von 2011 bis 2015 im Amt bestätigt, trat aber am 23. April 2013 von seinem Amt zurück. Von 1998 bis zu seinem Rücktritt war er auch Mitglied des Fifa-Exekutivkomitees. 2002 wurde er mit dem Fifa-Verdienstorden ausgezeichnet.

José Margulies (Brasilien)

Jose Margulies (75) ist auch unter dem Namen Jose Lazaro bekannt.

Julio Rocha (Nicaragua)

Julio Rocha ist 64 Jahre alt, stammt aus Nicaragua und ist ebenfalls angeklagt.

Auf das Ergebnis des Urnengangs reagierte der DFB-Chef enttäuscht, aber nicht wirklich überrascht. „Wir hatten uns als DFB und mit der Mehrheit der Europäer für den Wechsel ausgesprochen, noch vor den Ereignissen von Mittwoch. Doch leider war der Gegenwind nicht stark genug, um den Wechsel herbeizuführen.“

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