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21.03.2006

13:09 Uhr

„Wir können uns keine Fehler leisten “

Tunesien will mehr als dabei sein

Die meisten Tunesier sind schon im WM-Fußballfieber, glauben trotz aller Rückschläge an ihre Elf und sind sicher, dass ihr Team in Deutschland die Vorrunde übersteht. Viel höher wagt in Tunis aber kaum jemand die Latte zu legen.

HB TUNIS. Die Aufbauarbeit des französischen Trainers Roger Lemerre (64) zahlte sich zwar 2004 mit dem Gewinn der Afrika-Meisterschaft aus. Doch Lemerre ist - wie zuvor bereits als Nationalcoach in Frankreich - in dem nordafrikanischen Land nicht unumstritten.Staatspräsident Zine El Abidine Ben Ali, der Lemerre zu einem "Großoffizier des nationalen Verdienstordens" erhob, will sein straff geführtes Urlaubsparadies am südlichen Mittelmeerrand jedenfalls weiter internationale Punkte sammeln sehen. Und die Fans in den Teestuben von Tunis wollen das auch.

Selbst wenn Lemerre bei der WM für seine Equipe "alles für möglich" hält und Reiseveranstalter längst damit begonnen haben, für die WM tunesische Sonderflüge zu organisieren, so gilt es zunächst doch, sich von jüngsten Enttäuschungen nicht zu sehr beeindrucken zu lassen. Beim letzten Afrika-Cup kam das Aus für den Titelverteidiger schon in der zweiten Runde im Elfmeterschießen gegen Nigeria. Und das Testspiel am 1. März in Radès nahe der Hauptstadt Tunis ging mit 0:1 gegen das starke Serbien und Montenegro verloren. "Wir sind wütend, auch auf den Trainer", schimpften Fußballfans.

"Man kann den Afrika-Cup doch nicht mit der Weltmeisterschaft vergleichen", gibt sich der Trainer gelassen. "Ich habe dabei viel gelernt und werde unseren europäischen Freunden sagen, sie sollten in den nächsten Jahren sehr den afrikanischen Fußball im Auge haben." Tunesien war bisher drei Mal bei einer WM mit von der Partie und hat das Ziel, nun endlich auch mal über die Vorrunde hinauszukommen.



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Zählen kann das kleine Land dabei darauf, dass von den mehr als zwei Millionen Tunesiern, die im Ausland leben, etliche anreisen und ihre Elf in Deutschland den Rücken stärken wollen. In Tunesien waren jedenfalls alle Tickets innerhalb von wenigen Tagen vergeben. Der Haken: Sein reserviertes und bezahltes Ticket kann nur abholen, wer ein Visum bekommt. Also hoffen viele, noch zum Zuge zu kommen, weil der Nachbar doch nicht reisen kann. Tausende tunesische Fans, die in Frankreich leben, dürften im Juni noch versuchen, in die deutschen Stadien zu kommen, obwohl sie bislang keine Karte haben.

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