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13.11.2014

15:55 Uhr

WM in Russland und Katar

Sonderermittler widerspricht Fifa-„Ethikkommission“

Von wegen Schlussstrich: Fifa-Ermittler Garcia fühlt sich von der „Ethikkommission“ falsch wiedergegeben. Die hatte kein Indiz für schwerwiegende Korruption bei der WM-Vergabe nach Russland und Katar gefunden.

Seit Dezember 2010 wird die Entscheidung kritisiert: Fifa-Präsident Blatter verkündet, dass Katar die WM 2022 ausrichten soll. dpa

Seit Dezember 2010 wird die Entscheidung kritisiert: Fifa-Präsident Blatter verkündet, dass Katar die WM 2022 ausrichten soll.

Der Freispruch vom Korruptionsvorwurf für die umstrittenen WM-Gastgeber Russland und Katar hat zu einem FIFA-internen Eklat geführt und die Glaubwürdigkeit der vermeintlich unabhängigen Ermittlungen infrage gestellt. Nur wenige Stunden nach der Veröffentlichung eines 42-seitigen Berichts der rechtssprechenden Ethikkammer unter dem Vorsitz des deutschen Juristen Hans-Joachim Eckert widersprach der vom Fußball-Weltverband beauftragte Sonderermittler Michael Garcia seinem Kollegen und kündigte wegen „zahlreicher unvollständiger und fehlerhafter Darstellungen der Tatsachen und Schlussfolgerungen“ Berufung gegen den Bericht an.

Die Korruptionsbekämpferin Sylvia Schenk sprach am Donnerstag von einer „Kommunikationskatastrophe“. Die Frankfurterin, die bei Transparency International Deutschland die Arbeitsgruppe Sport leitet, sagte: „Die FIFA erhält keine Glaubwürdigkeit, wenn nur 42 Seiten von mehreren 100 veröffentlicht werden.“ DFB-Präsident Wolfgang Niersbach und Ligapräsident Reinhard Rauball hielten sich mit einer inhaltlichen Bewertung des Eckert-Berichts zurück, bekräftigten aber ihre Vorbehalte gegen die Fußball-WM Katar 2022.

Zuvor hatte die FIFA auf ihrer Internetseite eine Stellungnahme Eckerts veröffentlicht, derzufolge es keine Einwände gegen das Turnier in Katar gebe. Auch Russland als Gastgeber des kommenden Turniers 2018 wurde von den seit langem schwelenden Korruptionsvorwürfen freigesprochen. Nach mehrjährigen Ermittlungen konnte die FIFA-Ethikkommission im harten Bieterwettbewerb um die Milliarden-Events in vier und acht Jahren zwar viele Verstöße gegen moralische wie juristische Regularien des Weltverbandes feststellen.

Kein Vergehen wurde allerdings als so gravierend eingestuft, dass Sanktionen zu fällen wären, hieß es in dem Bericht. Garcia jedoch zeigte sich mit dem Urteil nicht einverstanden und offenbarte mit seiner öffentlichen Reaktion einen drohenden Bruch in der FIFA-Ethikkommission, deren Untersuchungskammer er führt.

Kommentare (4)

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Horst Schmidt

13.11.2014, 11:34 Uhr

Die Welt ist komplett korrupt. Warum sollte man etwas finden, so blöd ist die Elite auch wieder nicht. Korruption geht über Altersversorgung, Beraterverträge, Vermarktungsrechte usw. Schauen Sie sich doch zum Beispiel den Ex-Kanzler Schröder oder Steinbrück und viele andere aller Parteien und Funktionen , an. Die sind nicht korrupt, die zeigen uns nur, "wie man etwas Geld verdient" (Zitat Steinbrück)

Herr Jens Muche

13.11.2014, 15:04 Uhr

„„Sonderermittler widerspricht Fifa-„Ethikkommission““

Welche Rolle hat denn diese „Ethikkommission“ gespielt, als die Austragung der Weltmeisterschaft für 2022 nach Katar gegeben wurde? Wie werden die dort wohl reagieren, wenn die europäischen Gutmenschen vor jedem Spiel gegen Rassismus aufrufen, dem in islamischen Ländern ja bekanntlich eine besondere „Aufmerksamkeit“ gewidmet wird.

Herr Peter Krauss

13.11.2014, 18:17 Uhr

Klarstellung der FIFA:

Das war alles GANZ NORMALE Korruption. Nichts ungewöhnliches

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