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10.03.2006

08:57 Uhr

WM-Macher: Hans-Peter Nürnberg, Chef-Entwickler des WM-Balls „Teamgeist“

Für ihn ist der Ball mehr als nur rund

Falls Hans-Peter Nürnberg in seinem Leben mal arbeitslos werden sollte, kann er sich den Weg den zum Arbeitsamt eigentlich sparen. Denn die Wahrscheinlichkeit, dass es in seinem Job offene Stellen gibt, ist so gut wie ausgeschlossen. Dafür ist seine Tätigkeit zu ausgefallen: Nürnberg ist von Beruf Ball-Entwickler.

Hans-Peter Nürnberg und sein "Baby": Der WM-Ball "Teamgeist". Foto: dpa

Hans-Peter Nürnberg und sein "Baby": Der WM-Ball "Teamgeist". Foto: dpa

HB SCHEINFELD. Was seine Ideenwerkstatt im fränkischen Scheinfeld verlässt, ist vom Feinsten. Als Chef-Entwicklungsingenieur beim Sportartikel-Hersteller adidas gilt er als der Vater des Fußballs "Teamgeist", mit dem die Stars bei der Weltmeisterschaft 2006 zaubern werden.

Nürnberg kennt die Entstehungsgeschichte und das komplexe Innenleben des WM-Balls wie kein anderer. Mehr als drei Jahre hat er die Entwickler des runden Leders begleitet - vom ersten Brainstorming bis zum letzten Praxis-Test im harten Bundesliga-Alltag. "Das ist mein Baby", bekennt er stolz, um sofort den Teamcharakter einer solchen Entwicklungsarbeit hervorzuheben. Ohne ein Team mit vielen verschiedenen Fachleuten gehe bei der Ball-Entwicklung nichts. Auf jeden Fall sei es spannend, "aus einem scheinbar längst ausentwickelten Sportgerät wie einem Fußball das Letzte rauszukitzeln".

Dabei haben Nürnberg und sein Team im Grunde genommen einen völlig neuen Typ von Ball erfunden - nämlich einen, der auf einem tragenden Rundkorsett aufkonstruiert wurde. Bei den Umhüllungsteilen setzte der adidas-Ingenieur auf so genannte ovale Panel Shapes, die nicht mehr genäht, sondern im Ball-Inneren verklebt sind. Selbst das Ventil ist so konstruiert, dass der Ball nicht einmal mehr kleinste Unwuchten aufweist. Alles dient dazu, die Präzision beim Schuss zu erhöhen.

In der Leitung des adidas-Teams "Future Vision", das an neuen Technologien für den Fußballsport arbeitet, hat der studierte Maschinenbau-Ingenieur seinen Traumjob gefunden. "Das ist die ideale Möglichkeit, die Kunststoff-Technik mit Fußball zu verbinden." Schließlich dreht sich bei dem heute 42 Jahre alten Experten schon seit Kindesbeinen alles um das runde Leder. "Ich bin praktisch mit dem Fußball verheiratet", gesteht er. Als Jugendlicher hatte er unter Christoph Daum bei der Jugend des 1. FC Köln gespielt. Mit der C- Jugend wurde er in der Saison 1979/80 Jugendmeister.

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