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19.01.2006

10:20 Uhr

WM-Organisatoren erneut in Sorge

Bahn-Gewerkschaft droht mit Streik während der WM

Eigentlich wollte die Bahn zahlreiche Sonderzüge einsetzen, nun drohen die Gewerkschafter mit Arbeitsniederlegung während der WM. Grund ist die mögliche Abspaltung vom Schienennetz der Deutschen Bahn.

Bei Abspaltung vom Schienennetz werden die Gewerkschaften Widerstand leisten. Foto: AP

Bei Abspaltung vom Schienennetz werden die Gewerkschaften Widerstand leisten. Foto: AP

HB BERLIN. Die Bahngewerkschaft GDBA droht mit einem Streik auch während der Fußball-Weltmeisterschaft, um beim Börsengang der Deutschen Bahn eine Abspaltung des Schienennetzes zu verhindern.

"Wir wollen das nicht, aber zur Not streiken wir auch während der WM", sagte GDBA-Chef Klaus-Dieter Hommel der "Süddeutschen Zeitung" vom Donnerstag.

Die Eisenbahner seien durch die ständige Diskussion über eine Zerschlagung des Unternehmens verunsichert. Auch der Chef der größeren Gewerkschaft Transnet, Norbert Hansen, kündigte entschiedenen Widerstand an, falls das Schienennetz abgespalten werden sollte.

Bei der Fußball-WM will die Bahn zahlreiche Sonderzüge einsetzen, um Besucher zwischen den verschiedenen Spielorten zu befördern. Bei der GDBA sind dem Bericht zufolge 50.000 Eisenbahner organisiert, bei der Transnet 260.000.

Die Deutsche Bahn soll nach dem Willen der Bundesregierung spätestens bis 2011 an die Börse gehen. Zeitpunkt und Form der Privatisierung sollen bis Frühsommer dieses Jahres entschieden sein. Im Kern geht es um die Frage, ob die Bahn mit oder ohne ihr Schienennetz privatisiert werden soll. Verkehrspolitiker erhoffen sich von einer Abtrennung des Netzes weniger Diskriminierungsmöglichkeiten gegen Bahn-Konkurrenten und damit mehr Wettbewerb auf der Schiene.

Bahnchef Hartmut Mehdorn hatte dagegen vehement gegen eine Trennung plädiert und nur die jetzige Form als sinnvoll für einen Börsengang genannt.

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