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09.10.2013

16:07 Uhr

WM-Quali

Kleiner Fußballzwerg ganz groß

Belgien kann am Freitag sein Ticket für die Fußball-Weltmeisterschaft lösen. Doch die Hoffnungen gehen weit darüber hinaus. Die Elf ist jung, spielstark und das drittteuerste Team der Welt.

Belgiens Marouane Fellaini (links) und Vincent Kompany (Mitte) kämpfen mit Frankreichs Mathieu Valbuena um den Ball. Beide Belgier spielen in der englischen Premier-League. Reuters

Belgiens Marouane Fellaini (links) und Vincent Kompany (Mitte) kämpfen mit Frankreichs Mathieu Valbuena um den Ball. Beide Belgier spielen in der englischen Premier-League.

LondonMarouane Fellaini zuckte mit den Schultern. Der belgische Fußball-Nationalspieler in Diensten von Manchester United wusste zunächst keine Antwort, als er nach einem Premier-League-Spiel wieder einmal nach dem Erfolgsgeheimnis seines Nationalteams gefragt wurde. Die „Roten Teufel“ stehen in der WM-Qualifikationsgruppe A nach acht Spieltagen mit 22 Zählern ungeschlagen an der Tabellenspitze. In den abschließenden Partien am Freitag beim Zweiten in Kroatien (17) und am Dienstag in Brüssel gegen Wales fehlt nur noch ein Zähler zur direkten Qualifikation für das Turnier in Brasilien.

Diese Erfolgsbilanz wird auf der Insel bewundert. In den Zeitungen wird diskutiert, wie es der kleinen Nation bloß gelingen konnte, so viele erstklassige Kicker hervorzubringen. Der belgische Einfluss auf die Premier League sei dramatisch groß, schrieb der „Independent“ in einem Artikel über die belgischen Auswahlspieler, die in England unter Vertrag stehen. Es sind 13.

Die „Daily Mail“ bezeichnete die Gruppe von Spielern, die in der Mannschaft von Belgiens Coach Marc Wilmots das Gerüst bildet, als die „genialen Belgier“. Die „Red Devils“ seien die aufstrebende Kraft im internationalen Fußball, meinte der „Independent“ und hielt zudem fest, dass „die sieben besten Teams der Premier League mindestens einen Schlüsselspieler aus Belgien“ haben.

Thomas Vermaelen (FC Arsenal) und Vincent Kompany (Manchester City) zum Beispiel sind in ihren Clubs Kapitän. Fellainis Wechsel zu Manchester United war am letzten Tag der Transferperiode der teuerste nach dem von Mesut Özil. Christian Benteke (Aston Villa) und Romelu Lukaku (FC Everton) haben beide bereits vier Saisontreffer erzielt. Für die englischen Fans ist es sogar verstörend, dass der bei Everton überragende Lukaku in seiner Nationalmannschaft bloß Ersatzspieler ist.

Es ist lange her, dass die Belgier vor 20.000 Zuschauern spielten. Für das letzte WM-Qualifikationsspiel waren die 45.000 Plätze im „King Baudouin Stadium“ in Brüssel innerhalb einer Stunde ausverkauft. „Der Hype ist groß, die Spieler werden behandelt wie Heilige“, sagte Kristof Terreur, Reporter der größten belgischen Zeitung „Het Laatste Nieuws“. Als Chelsea-Coach José Mourinho den früheren Bremer Kevin De Bruyne neulich nicht für den Kader berücksichtigte, gründeten Fans in Belgien eine Facebook-Gruppe, um ihren Unmut darüber zu äußern. Innerhalb eines Tages kamen 50.000 „Likes“ zusammen.

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