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07.08.2014

09:20 Uhr

WM-Rekorde unserer Weltmeister

Laufwunder, Passkönige und Fußballgötter

VonThomas Schmitt

Da verblassen selbst Messi, Ronaldo und Neymar. Deutsche Fußballer rennen wie verrückt. Und sie schießen, passen und verteidigen grandios. Das zeigt eine Auswertung der Fifa-Statistik. Die Rekorde der WM 2014.

Unbändige Freude: Mario Götze hat gerade das Siegtor im WM-Finale gegen Argentinien geschossen. Vorlagengeber Andre Schürrle (links) freut sich mit ihm, Toni Kroos kommt von hinten, Thomas Müller und Benedikt Höwedes sind die ersten Gratulanten. Reuters

Unbändige Freude: Mario Götze hat gerade das Siegtor im WM-Finale gegen Argentinien geschossen. Vorlagengeber Andre Schürrle (links) freut sich mit ihm, Toni Kroos kommt von hinten, Thomas Müller und Benedikt Höwedes sind die ersten Gratulanten.

DüsseldorfDie teuersten Fußballer der Welt spielen in Spanien. Sie kommen aus Argentinien, Portugal, Wales, Brasilien und Kolumbien. Doch weder Messi, Ronaldo, Bale, Neymar noch James sind Weltmeister geworden. Das schafften dagegen die deutschen Spieler, deren internationaler Wert von Experten deutlich hinter dem der ersten Garde einsortiert wird.

Der WM-Sieg zeigt damit: Wertvolle Einzelspieler machen in vielen Spielen zwar oft den Unterschied aus, doch für den ganz großen Erfolg auf allerhöchstem Niveau ist das zu wenig. Oder wie es der englische Fußballer Steven Gerrard auf Twitter formulierte: „Brasilien hat Neymar, Argentinien hat Messi, Portugal hat Ronaldo. Deutschland hat ein Team.“

Die Deutschen präsentierten sich in sieben WM-Spielen topfit und vollbrachten oft Höchstleistungen. In der Statistik des Weltverbandes Fifa finden sich deren Namen daher oft unter den Top 3. Ganz im Gegensatz zu Messi, Neymar oder James. Ronaldo, sonst ein Garant für Spitzenleistungen, taucht sogar unter. Und Bale, ein Waliser, war gar nicht dabei.

Fußball: Die Rekorde der WM (1)

Fifa-Statistik

Die Fifa hat alle Spiele und Spieler der Weltmeisterschaft umfassend verfolgt. So liegen eine Menge Daten vor, mit denen sich die Spieler vergleichen lassen. Einige besonders interessante Fakten sind hier aufgelistet. Noch sehr viel mehr finden Datenfreaks auf den Fifa-Seiten im Internet.

Quelle: de.fifa.com/worldcup/statistics/

Laufwunder: Platz 3

Javier Mascherano

Land: Argentinien

Verein: FC Barcelona

Gelaufene Kilometer insgesamt: 81,2 km

Gespielte Minuten:720

Meter pro Minute: 112,77778

Laufwunder: Platz 2

Toni Kroos

Land: Deutschland

Verein: Real Madrid

Gelaufen Kilometer insgesamt: 82,6 km

Minuten gespielt: 690

Meter pro Minute: 119,71014

Laufwunder: Platz 1

Thomas Müller

Land: Deutschland

Verein: Bayern München

Kilometer insgesamt: 84 km

Gespielte Minuten: 682

Meter pro Minute: 123,16716

Am meisten am Bal:l Platz 3

Toni Kroos

Land: Deutschland

Verein: Real Madrid

Gelaufen Strecke mit Ball: 34,3 km

Gespielte Minuten: 690

Meter mit Ball pro Minute: 49,71014

Am meisten am Ball: Platz 2

Thomas Müller

Land: Deutschland

Verein: Bayern München

Strecke mit Ball am Fuß: 34,5 km

Minuten gespielt: 682

Meter mit Ball pro Minute: 50,58651

Am meisten am Ball: Platz 1

Philipp Lahm

Land: Deutschland

Verein: Bayern München

Strecke mit Ball am Fuß: 34,6 km

Gespielte Minuten: 690

Meter mit Ball pro Minute: 50,14493

Laufen ohne Ball: Platz 3

Pablo Zabaleta

Land: Argentinien

Verein: Manchester City

Strecke ohne Ball: 28,3 km

Gespielte Minuten: 720

Laufen ohne Ball: Platz 2

Ron Vlaar

Land: Niederlande

Verein: Aston Villa

Strecke ohne Ball: 28,5 km

Gespielte Minuten: 690

Laufen ohne Ball: Platz 1

Javier Mascherano

Land: Argentinien

Verein: FC Barcelona

Strecke ohne Ball: 30,7 km

Gespielte Minuten: 720

Herausragendes Beispiel für bedingungslosen Einsatz und riesigen Willen ist Thomas Müller. Der Stürmer schoss fünf Tore und lieferte drei Vorlagen – das ist einsame Spitze. Und er rannte 84 Kilometer in sieben Spielen – so viel wie kein anderer. Zum Vergleich: Der beste Spieler der Welt, Lionel Messi, lief in der gleichen Zeit 21 Kilometer weniger – und landete damit nur auf Platz 22 dieser Rangliste.

Warum toppen ausgerechnet die Deutschen solche Vergleiche – und das in Südamerika, wo bisher keine Mannschaft aus Europa Weltmeister geworden ist? Natürlich spielt die Leistung des Trainerteams um Jogi Löw da eine entscheidende Rolle. Doch Weltmeister wird eine Mannschaft selten aus dem Nichts. Dazu bedarf es einer Vorgeschichte, aber auch Glück.

Davon hatte Jogi Löw eine gute Portion knapp zwei Monate vor der WM: am 29. April 2014. Im Halbfinale der europäischen Königsklasse kassierten die großen Bayern, die beste Mannschaft der Welt, eine Klatsche gegen Real Madrid: 0:4 hieß es am Ende. Wie das WM-Halbfinale gegen Brasilien war das Spiel schon in der ersten Halbzeit entschieden. Das war schlimm. Aber für die WM perfekt.

Kommentare (1)

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Herr Karsten Jaeger

08.08.2014, 11:30 Uhr

Eine wirklich informative Zusammenfassung, die zu den richtigen Schlüssen kommt: Deutschland ist Weltmeister geworden, weil es als Team überzeugt hat und zudem in vielen Schlüsselstatistiken gleich mit mehreren Spielern ganz vorn liegt.
Eine kleine Korrektur am Rande: Der FIFA Index heißt in Wahrheit Castrol Index und wurde erstmals bei der UEFA EURO 2008 (damals noch als Castrol Performance Index) erhoben und kam seitdem bei der FIFA WM 2010, der EURO 2012 und dem FIFA Confed Cup 2013 zum Einsatz (Quelle: http://en.wikipedia.org/wiki/Castrol_Performance_Index).

Beste Grüße
Karsten Jaeger
(Pressesprecher Castrol)

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