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12.04.2006

16:27 Uhr

WM-Rekordtorjäger, Platz 5: Jürgen Klinsmann

Vom „Diver“ zum Bundestrainer

Sein bestes Spiel im Trikot der deutschen Nationalmannschaft machte Jürgen Klinsmann bei der WM 1990 gegen die Niederlande. Nachdem Sturmpartner Rudi Völler vom Platz gestellt wurde, mischte "Klinsi" die "Oranje"-Abwehrreihe im Alleingang auf.

HB DÜSSELDORF. Mit dem 1:0-Führungstreffer gegen die Niederlande (Endstand 2:1) brachte Klinsmann die DFB-Auswahl auf die Siegerstraße und letztendlich auch zum WM-Titel. Insgesamt lief der Schwabe bei zwölf Weltmeisterschaftspartien (1990/7 Spiele, 1994/5, 1998/5) auf, markierte dabei insgesamt elf Tore. Vor allem 1994 in den USA war "Klinsi" treffsicher. Fünf Mal netzte der lauffreudige Stürmer ein, lediglich der Russe Salenko und Bulgariens Stoitchkow trafen ein Mal mehr als der Deutsche.

Die Karriere von Klinsmann begann 1982 in der zweiten Bundesliga. Bei den Stuttgarter Kickers erntete der damals 18-Jährige seine ersten Erfolge und schon im dritten Jahr wurde er Torschützenkönig der zweiten Liga. Dies machte Nachbar-Klub VfB auf Klinsmann aufmerksam. Bei den Stuttgartern stürmte Klinsmann fünf Spielzeiten lang, gab am 12. Dezember 1987 gegen Brasilien sein Debüt im Nationaltrikot, wurde 1988 Torschützenkönig der Bundesliga und im selben Jahr zum deutschen "Fußballer des Jahres" gewählt. 1989 brach der gebürtige Göppinger nach Italien auf und gewann zusammen mit seinen Nationalmannschafts-Kollegen Andy Brehme und Lothar Matthäus mit Inter Mailand bereits in seiner ersten Serie-A-Saison den italienischen Meistertitel.

Nach seiner Mailand-Zeit wechselte der Stürmer nach Frankreich. Doch mit dem AS Monaco stellten sich im Gegensatz zu seiner darauf folgenden Station auf der Europa-Tour keine großen Erfolge ein. 1994 unterschrieb "Klinsi" bei den Tottenham Hotspurs in England. Die englischen Revolverblätter beschimpften den Deutschen vor der Saison als "Schwalbenkönig", doch Klinsmann überraschte alle. Er spielte an der White Hart Lane eine hervorragende Saison, wurde zum "Spieler des Jahres" in England gewählt und kreierte den sogenannten "Diver". In Anspielung auf seine "Fallsucht" schmiss sich Klinsmann nach seinen Treffern meist auf den Bauch und rutschte über den Rasen - eine Jubelarie, die selbst Skispringer Sven Hannawald für sich entdeckt hat.

Nach seiner Rückkehr in die Bundesliga zum FC Bayern München mit seinem legendären "Tonnen-Tritt", mit dem er seiner Verärgerung über eine Auswechslung gegenüber Trainer Giovanni Trapattoni Ausdruck verlieh, und seiner Stippvisite bei Sampdoria Genua beendete er 1998 nach der WM in Frankreich und seiner letzten aktiven Saison, erneut im Trikot der Spurs, seine Karriere.

Heute ist der in den USA lebende Klinsmann Bundestrainer der deutschen Nationalmannchaft und soll 2006 mit dem WM-Gastgeber den Titel holen. "Klinsi" beerbte seinen ehemaligen Sturmpartner Rudi Völler nach dem enttäuschenden Ausscheiden bei der Europameisterschaft 2004 in Portugal und führte die toll aufspielende deutsche Auswahl beim Fifa Confederations Cup 2005 zum dritten Platz.

NAME: Klinsmann
VORNAME: Jürgen
SPITZNAME: The Diver
MANNSCHAFT: Deutschland
TORE: 11
EINSÄTZE: 12
WM-ZEITRAUM: 1990-1998

Nächsten Mittwoch: Sandor Kocsis - das Goldköpfchen

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