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10.03.2006

20:14 Uhr

WM-Teilnehmer im Porträt

Australien – Der Last-Minute-Qualifikant

Die australische Fußball-Nationalmannschaft scheint Gefallen an Deutschland gefunden zu haben. Anders lässt es sich wohl kaum erklären, dass sich das Team immer nur für große Turniere qualifiziert, wenn diese in Deutschland stattfinden.

Das australische Team. BILD VERGRÖSSERN: Bitte klicken sie auf das Pluszeichen. Foto: afp

Das australische Team. BILD VERGRÖSSERN: Bitte klicken sie auf das Pluszeichen. Foto: afp

HB DÜSSELDORF. Die WM-Geschichte Australiens ist übersichtlich, und trotzdem war es für die "Socceroos" ein Déjà-vu, als sie in den Play-offs gegen Uruguay das Ticket nach Deutschland lösten. Denn dort waren sie schon einmal. 1974 war Australien das erste und einzige Mal bei einer Weltmeisterschaft dabei. Damals wie auch heute ist Deutschland der Gastgeber.

Von jeher die regionale Nummer eins in der Ozeanien-Gruppe, ist auch die Qualifikation schnell erzählt. Mit 21:3 Toren in den Gruppenspielen und immerhin einem Remis (2:2 gegen die Salomon-Inseln) in fünf Spielen hielten sich die "Aussies" merklich zurück. In den Ausscheidungsspielen der Ozeanien-Gruppe machten die Australier allerdings ernst und setzten sich gegen die Salomon-Inseln mit 2:1 und 7:0 durch. In den entscheidenden Partien um die WM-Quali hatte dann Uruguay in einer Neuauflage von 2002 das Nachsehen. Vater des Erfolgs ist Guus Hiddink, der sich vor vier Jahren bei Co-Gastgeber Südkorea bereits selbst ein Denkmal setzte. Durch den überraschenden Erfolg löste der Niederländer mit seinen kampftstarken "Socceroos" 32 Jahre nach der letzten WM-Teilnahme in Down Under einen neuen Fußball-Boom aus.

"Es ist schon unglaublich, was wir erreicht haben. Fußball ist die Nummer eins in der Welt, und ich denke, Fußball wird es auch bald in Australien sein. Dabei hatte ich bis zu den Spielen gegen Uruguay nur insgesamt vier Wochen, um mit der Mannschaft zu arbeiten", erklärte Hiddink, der bis zum Ende der Saison 2005/06 in Personalunion auch den niederländischen Meister PSV Eindhoven trainierte und als erfolgreicher Titelverteidiger abtrat. Nach der WM übernimmt Hiddink die russische Nationalmannschaft.



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Vor mehr als drei Jahrzehnten war die WM-Premiere der "Aussies" rasch beendet. 0:5 Tore und nur ein Punkt hatten die vorzeitige Heimreise zur Folge. Und auch der "WM-Testlauf" 2005 beim Confederations Cup lief alles andere als erfolgreich. Nach einem achtbaren 3:4 gegen Gastgeber Deutschland folgten auch in den Spielen gegen Argentinien (2:4) und Tunesien (0:2) zwei Niederlagen. Zumindest die Offensive zeigte sich eindeutig verbessert. Zwar konnte Hiddink der wackeligen Defensive mit dem deutschstämmigen Keeper und Play-off-Helden Mark Schwarzer Sicherheit verleihen, doch spielerisch liegt bei den "Aussies" noch einiges im Argen. Gegen Uruguay setzte sich die robuste Mannschaft vom Fünften Kontinent vor allem wegen ihres ausgeprägten Kampfgeistes durch, weniger auf Grund spielerischer Überlegenheit.

Allerdings machte sich beim Rückspiel gegen die Südamerikaner in Sydney vor knapp 83.000 enthusiastischen Zuschauern Hoffnung breit. Denn Angreifer Harry Kewell vom Champions-League-Sieger FC Liverpool kehrte nach monatelangen Verletzungssorgen (Leiste) zurück in die Hiddink-Elf und bewies, dass auch Australier, die eigentlich eher Sportarten wie Cricket und Rugby zugeneigt sind, auf absolutem Weltklasse-Niveau Fußball spielen können.

"Ich liebe es Fußball zu spielen und bin so froh über mein Comeback. Ich genieße es nach meiner Leidenszeit jetzt einfach nur und will auch bei der WM in Deutschland in Topform für mein Land auflaufen", erklärte Kewell. Mit dabei ist mit Joshua Kennedy überraschend auch ein Spieler von Dynamo Dresden. Der 23-Jährige, der in der kommenden Saison beim Erstligisten 1. FC Nürnberg spielen wird und noch keinen Länderspieleinsatz vorzuweisen hat, ist der einzige Deutschland- Legionär.

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