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10.03.2006

08:22 Uhr

WM-Teilnehmer im Porträt

Elfenbeinküste – Alles dreht sich um Drogba

Die Fußball-Nationalmannschaft der Elfenbeinküste hat gleich zwei Erfolgsgaranten: Der eine führt an der Seitenlinie Regie, der andere sorgt im gegnerischen Strafraum für Verwirrung. Der eine ist Trainer, der andere Stürmer.

Das Team der Elfenbeinküste. BILD VERGRÖSSERN: Bitte klicken sie auf das Pluszeichen. Foto: afp

Das Team der Elfenbeinküste. BILD VERGRÖSSERN: Bitte klicken sie auf das Pluszeichen. Foto: afp

HB DÜSSELDORF. Ein zehn Zentimeter breites Stück Aluminium lag zwischen himmelhochjauzender Freude und tiefer Trauer: Im Fernduell zwischen Kamerun und der Elfenbeinküste um Platz eins am letzten Spieltag der Afrika-Gruppe 3 hatten die "Unbezähmbaren Löwen" Matchball: Während der 3:1-Sieg der Elfenbeinküste im Sudan schon unter Dach und Fach war, lief die Partie der Kameruner gegen Ägypten in Yaounde noch. 1:1 stand es in der Nachspielzeit - zu wenig für die erfolgreichste afrikanische Fußball-Nation der vergangenen Jahre, um zum sechsten Mal das WM-Ticket zu lösen - , als Pierre Wome zum Elfmeter antrat. Hätte er verwandelt, hätte Kamerun den Trip nach Deutschland buchen können, doch der Mann von Inter Mailand traf nur den Pfosten. Eine ganze Nation versank in tiefer Depression, während es an der Elfenbeinküste kein Halten mehr gab.

Die erste Qualifikation für eine WM-Endrunde ist der einsame Höhepunkte in der jüngeren Geschichte der gebeutelten Nation. Die einstige französische Kolonie (seit 1960 unabhängig) - bei 17,3 Millionen Einwohnern flächenmäßig nahezu so groß wie Deutschland - leidet seit 2000 unter bürgerkriegsähnlichen Zuständen, Konflikte schwelen besonders zwischen dem armen muslimischen Norden und dem reichen christlichen Süden. Unumschränktes Zentrum der "Cote d'Ivoire" ist die 3,6 Millionen Einwohner Hafen-Metropole Abidjan, die als Hauptstadt 1983 von Yamoussoukro abgelöst wurde.



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Fußballerisch gehören die Ivorer seit gut 20 Jahren zu den stärksten afrikanischen Nationen. Seit 1960 FIFA-Mitglied, belegten "Les Elephants" bei ihrem Afrika-Cup-Debüt auf Anhieb Platz drei, in der WM-Qualifikation kam das Aus aber stets früh. Seit den 90er Jahren klopfte die Elfenbeinküste an das Tor zur Weltspitze, wurde 1992 Afrikameister und verpasste 1990, 1994 und 2002 als Gruppenzweiter jeweils nur denkbar knapp den Sprung zum World Cup, ehe nun der große Wurf gelang.

Unumstrittener Star der Mannschaft ist Didier Drogba, der mit neun Treffern in der Quali großen Anteil am Ticket nach Deutschland hatte. Der elegante Mittelstürmer, Geburtsjahr 1978, genoss seine fußballerische Ausbildung in Frankreich, wo er in vier Jahren bei UC Le Mans und zwei Spielzeiten bei EA Guingamp zum gestandenen Profi wuchs. 2003 wechselte er zum französischen Spitzenklub Olympique Marseille, wo er auf Anhieb zum besten Torjäger in den europäischen Wettbewerben (elf Treffer) avancierte. Für stolze 36 Millionen Euro sicherte sich ein Jahr später der FC Chelsea Drogbas Dienste und wurde auch dank seiner Tore zum ersten Mal seit 1955 englischer Meister. Nach Frankreich und England nun also Deutschland: "Jedes unserer Spiele bei der WM in Deutschland wird eine große Party", kündigt er an. Es könnte die große Party des Didier Drogba werden...

Land:


Lage/Größe: West-Afrika - (Weltrang 67): 322 462 qkm
Bevölkerung: 17 298 040 Einwohner
Hauptstadt: Yamoussoukro - 200 000 Einwohner
Staatsform: Präsidialrepublik
Staatspräsident: Laurent Gbagbo
Bruttoinlandsprodukt (BIP), Dollar pro Kopf: 2004: 1 500 US$
Landessprache: Französisch

Fußball:
Federation Ivoirienne de Football (FIF)
Präsident: Jacques Bernard Daniel Anouma
Nationaltrainer: Henri Michel
Gründungsjahr: 1960
FIFA-Mitglied seit: 1960

WM-Bilanz:
Bislang keine Endrunden-Teilnahme

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