Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

10.03.2006

10:46 Uhr

WM-Teilnehmer im Porträt

England – Jetzt oder nie

Seit dem Gewinn der Weltmeisterschaft 1966 sehnt sich Fußball-Mutterland nach einem internationalen Titel. In Deutschland soll nun ein neuer Versuch unternommen werden. Und die Zeichen stehen gut: Nie war einem englischen Team mehr zuzutrauen, als der Mannschaft von Sven Göran Erikson.

Das englische Team. BILD VERGRÖSSERN: Bitte klicken sie auf das Pluszeichen. Foto: afp

Das englische Team. BILD VERGRÖSSERN: Bitte klicken sie auf das Pluszeichen. Foto: afp

HB DÜSSELDORF. 40 Jahre ist es her. 40 Years of hurt, wie es die "Lightning Seeds" in ihrer Fußball-Hymne "Football's Coming Home" heute singen würden. 1966 durfte das Mutterland des Fußballs das erste und das einzige Mal den Gewinn der WM-Trophäe bejubeln. Die Zeit des Schmerzes könnte vorbei sein, denn England strotzt nach der souveränen Qualifikation zur WM in Deutschland vor Selbstbewusstsein. Ein 3:2-Erfolg in einem Testspiel gegen Argentinien gibt zusätzlichen Auftrieb.

In der Qualifikations-Gruppe 6 mussten die "Three Lions" am Ende nur eine Niederlage und ein Remis hinnehmen. Im letzten Gruppenspiel sicherten sich Beckham und Co. durch ein 2:1 gegen Polen Platz eins. Der Erfolg schürte nicht nur die ewigen Hoffnungen auf der Insel, sondern nahm zugleich Sven-Göran Eriksson aus der Schusslinie. Der schwedische Nationalcoach, der seit 2001 für den englischen Fußball-Verband (FA) arbeitet, war nach schwachen Auftritten in die Kritik geraten. Seine Mannschaft, so Eriksson, habe die richtige Antwort gegeben, das zeuge von Moral und Qualität.

Die Bürde, das Fußball-Mutterland zu sein, schien in der Vergangenheit zu hoch für die Kicker von der Insel. 1966 im legendären Finale gegen Deutschland durch das "Wembley-Tor" mit 4:2 nach Verlängerung siegreich, war bei insgesamt elf WM-Teilnahmen Platz vier 1990 das höchste der Gefühle für die englische Nationalmannschaft.



WM-BÖRSE



Handeln sie die Titelchancen der Teilnehmerländer: Kaufen Sie die Papiere ihres persönlichen WM-Favoriten, setzen Sie auf den weiteren Finalrunden-Verlauf und machen Sie mit dem Vorrunden-Aus der Verlierer Gewinne - Mitspieler können attraktive Preise gewinnen!



 www.handelsblatt.com/wmboerse



2002 in Korea und Japan waren die "Three Lions" bereits mit hohen Erwartungen in das Turnier gestartet, und diese wuchsen, nachdem sich die Eriksson-Truppe in der "Todesgruppe" mit Argentinien, Schweden und Nigeria als Zweiter durchsetzen konnte, weiter an. Doch der spätere Weltmeister Brasilien war schließlich im Viertelfinale Endstation. Zwei Jahre später bei der EM in Portugal ein ähnliches Bild: Die "Three Lions" waren mit den Toren des Youngsters Wayne Rooney und mit starken Vorstellungen vielversprechend in das Turnier gestartet, standen jedoch am Ende wieder mit leeren Händen da. "Die meisten Spieler sind jedoch nun in einem Alter, in dem sie mehr Erfahrung haben als noch 2002 oder 2004. Und diese Erfahrung ist sehr wichtig. Man kann ein so großes Turnier nicht mit einem Durchschnittsalter von 24 Jahren gewinnen. Man braucht Routine und Cleverness. Wenn wir von gravierenden Verletzungen verschont bleiben, haben wir eine gute Chance", erklärt der 57 Jahre alte Skandivanier.

Und sein Kader, um den Eriksson zu beneiden ist, gibt ihm Recht. Da wäre die Abwehrkette mit Rio Ferdinand, Gary Neville (beide Manchester United) oder John Terry (Chelsea) ebenso zu nennen wie das Mittelfeld mit David Beckham (Real Madrid), Joe Cole, Frank Lampard (beide Chelsea) oder Steven Gerrard vom Champions-League-Sieger FC Liverpool. Im Angriff sollten eigentlich Michael Owen (Newcastle United) und Rooney für die nötigen Tore sorgen, doch der Youngster von Manchester United zog sich Ende April einen Mittelfußbruch zu. Trotzdem berief Eriksson Rooney in seinen Kader und hofft, dass der schnelle Stürmer noch ins Turniergeschehen eingreifen kann. "Es ist ein großes Risiko, ein großes Wagnis. Das weiß ich", erklärte der Schwede und sorgte bei der Nominierung für einen weiteren Paukenschlag. In Arsenal-Stürmer Theo Walcott berief Eriksson völlig unerwartet einen 17-Jährigen, der noch nicht einmal ein Premier-League-Spiel absolviert hat.

"Ich hatte noch nie einen so guten Kader. Ich bin von den Spielern überzeugt. Sie haben die Stärke, um im Sommer 2006 eine gute Rolle zu spielen", so Eriksson, der nach der WM von Steve McClaren beerbt wird. In Deutschland gibt es dann auch das brisante Wiedersehen mit Erikssons Heimatland Schweden, das im letzten Gruppenspiel auf die "Three Lions" trifft. Zuvor warten Paraguay und Trinidad/Tobago auf England.

Land:
Lage/Größe: West-Europa - (Weltrang: 78): 242 910 qkm
Bevölkerung: 60 441 457 Einwohner
Hauptstadt: London - 7 Millionen Einwohner
Staatsform: Parlamentarische Monarchie
Staatsoberhaupt: Königin Elizabeth II.
Premierminister: Tony Blair
Bruttoinlandsprodukt (BIP), Dollar pro Kopf: 2004: 35 487 Dollar
Landessprache: Englisch

Fußball:
The Football Association (FA)
Präsident: Geoffrey Thompson
Trainer: Sven-Göran Eriksson
Gegründet: 1863
Fifa-Mitglied seit: 1905

WM-Bilanz:
1950: Vorrunde
1954: Viertelfinale
1958: Vorrunde
1962: Viertelfinale
1966: Weltmeister
1970: Viertelfinale
1982: Zwischenrunde
1986: Viertelfinale
1990: Vierter
1998: Achtelfinale
2002: Viertelfinale

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×