Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

10.03.2006

20:38 Uhr

WM-Teilnehmer im Porträt

Iran – Das Team der Routiniers

Eine Reihe von Bundesligaakteuren sind im Kader des iranischen Teams zu finden. Auf sie wird es im wesentlichen ankommen, wenn die Mannschaft von Trainer Branko Ivankovic die Vorrunde überstehen will.

Das iranische Team. BILD VERGRÖSSERN: Bitte klicken sie auf das Pluszeichen. Foto: afp

Das iranische Team. BILD VERGRÖSSERN: Bitte klicken sie auf das Pluszeichen. Foto: afp

HB DÜSSELDORF. "In fünf bis zehn Jahren werden wir das internationale Topniveau erreichen, wenn das Land in die Infrastruktur investiert", meint Trainer Branko Ivankovic. Was zunächst als eine sehr optimistische Prophezeiung anmutet, entbehrt nicht jeder Grundlage. Der Fußballboom im Iran nimmt kein Ende und die Erfolge bleiben nicht aus. In der Gunst des 66-Millionen-Einwohner starken Volkes hat die Nationalelf den Ringern schon den Rang als Nummer eins abgelaufen, seit vier Jahren gibt es auch eine Profiliga in der islamischen Republik. Auch Franz Beckenbauer bewertet die Fortschritte des Iran sehr positiv und traut dem Team durchaus den Sprung ins Achtelfinale zu.

Auf dem Weg zur Weltspitze des Fußballs macht der Iran einen Schritt nach dem anderen. Bei seiner ersten WM-Teilnahme 1978 blieben die Westasiaten noch ohne Erfolgserlebnis, 1998 gelang mit einem 2:1 über die USA der erste Sieg und 2006 soll nun der nächste Schritt getan werden - in der Gruppe D mit Mexiko, Angola und Portugal peilt der Iran das Achtelfinale an.

Für viele Leistungsträger wird die WM-Endrunde in Deutschland zum "Heimspiel". Vahid Hashemian (Hannover 96), Ali Karimi (Bayern München), Mehdi Mahdavikia (Hamburger SV) und Ferydoon Zandi (1. FC Kaiserslautern) verdienen ihr Geld allesamt in Deutschland. "Ihre Erfahrung aus der Bundesliga kommt unserem Team zu Gute", weiß Ivankovic. Der Kroate, der auch schon Hannover 96 trainierte und bei der WM 1998 als Assistent der kroatischen Auswahl fungierte, führte den dreimaligen Asienmeister (1968, 1972 und 1976) souverän durch die Qualifikation. Auch wenn die Stars des Teams allesamt Offensivspieler sind, lässt Ivankovic eher defensiv agieren, was in den heimischen Medien, wo es allein 17 Sport-Tageszeitungen gibt, nicht immer auf Verständnis trifft. Der iranische Verband IRIFF hält aber am 51-Jährigen fest und der Erfolg gibt ihm Recht.



WM-BÖRSE



Handeln sie die Titelchancen der Teilnehmerländer: Kaufen Sie die Papiere ihres persönlichen WM-Favoriten, setzen Sie auf den weiteren Finalrunden-Verlauf und machen Sie mit dem Vorrunden-Aus der Verlierer Gewinne - Mitspieler können attraktive Preise gewinnen!



 www.handelsblatt.com/wmboerse



Zwei große Persönlichkeiten dominieren das iranische Nationalteam. Zum einen Torjäger Ali Daei, der zwar schon etwas in die Jahre gekommen, aber nach wie vor unverzichtbar ist. In der Qualifikation unterstrich der ehemalige Bayern-Stürmer seinen Wert mit stolzen neun Treffern einmal mehr. Zum anderen Spielmacher Karimi, der 2005 aus Dubai zum deutschen Rekordmeister wechselte. Der brillante Techniker überraschte viele Kritiker, die ihm den Sprung in eine europäische Topliga nicht zutrauten mit starken Leistungen. "Was du willst, das erreichst du auch", so das Motto von Asiens Fußballer des Jahres 2004, der mit Blick auf die Endrunde noch hinzufügt: "Ich will viel erreichen. 2006 können wir sicherlich nicht Weltmeister werden, aber wir wollen so gut wie möglich sein."

Mit der richtigen Mischung aus defensiver Grundausrichtung und offensiver Individualität will Ivankovic mit dem Iran in Deutschland im dritten Anlauf bei einer Endrunde den ersten Sprung ins Achtelfinale schaffen. 1998 sorgte der Iran zumindest mit dem 2:1-Erfolg über den politischen Gegenspieler USA für Aufsehen, 2002 verpasste das Team die Qualifikation in den entscheidenden Play-off-Spielen gegen Irland. Die Auslosung in Leipzig brachte dem Iran schwierige, aber nicht unlösbare Aufgaben. Gegen Mexiko (11. Juni in Nürnberg), Portugal (17. Juni in Frankfurt) und WM-Neuling Angola (21. Juni in Leipzig) kämpft das Team aus Vorderasien um eines der beiden Achtelfinaltickets. Ein solcher Erfolg würde dem Fußball im Iran weiteren Auftrieb geben.

Land:
Lage/Größe: Vorder-Asien (Weltrang: 17) - 1 648 000 qkm
Bevölkerung: 68 017 860 Einwohner
Hauptstadt: Teheran - 7 Mio. Einwohner
Staatsform: Islamische Republik
Staatspräsident: Mahmud Ahmadinedschad
Geistliches Oberhaupt: Ajatollah Ali Chamenei
Bruttoinlandsprodukt (BIP), Dollar pro Kopf: 2004: 2430 US$
Landessprache: Persisch (Farsi)

Fußball:
Iran Football Federation (IRIFF)
Präsident: Dr. Mohammad Dadgan
Nationaltrainer: Branko Ivankovic
Gründungsjahr: 1920
FIFA-Mitglied seit 1948

WM-Bilanz:
1978 Vorrunde
1998 Vorrunde

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×