Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

10.03.2006

12:58 Uhr

WM-Teilnehmer im Porträt

Italien – Der Stammgast

Das italienische Team muss man bei einer WM immer auf dem Zettel haben. Das ist Spätestens seit dem souveränen 4:1-Erfolg gegen die deutsche Elf klar. Mit seinen Stars wie Nesta, Totti und Del Piero steuert Trainer Marcelo Lippi auf Titelkurs.

Das italienische Team. BILD VERGRÖSSERN: Bitte klicken sie auf das Pluszeichen. Foto: afp

Das italienische Team. BILD VERGRÖSSERN: Bitte klicken sie auf das Pluszeichen. Foto: afp

HB DÜSSELDORF. Italien ist Stammgast bei Weltmeisterschaften und strebt in Deutschland bei der 16. Teilnahme den vierten WM-Titel an. In Marcello Lippi hat die "Squadra Azzurra" einen erfahrenen Trainer, der als Vereinscoach von Juventus Turin schon große Titel gewonnen hat. Er hat die Mannschaft nach der verpatzten EM 2004 von Giovanni Trapattoni übernommen, dabei verjüngt und offensiver ausgerichtet.Seine mit Stars gespickte Auswahl sorgte für eine ungefährdete Qualifikation. Und auch um den WM-Titel werden die Italiener ein Wörtchen mitzureden haben.

Die Sehsucht in der Heimat ist groß. Giuseppe Bergomi, Paolo Rossi, Dino Zoff oder Bruno Conti - Italien hatte zwar viele Fußballhelden, aber nur dieser Generation gelang es in den letzten 60 Jahren, einen WM-Titel zu erringen. 1982 holte die "Squadra Azzurra" in Madrid durch ein 3:1 gegen Deutschland den Pokal, seither warten die Tifosi trotz ambitionierter Teams und diverser Superstars sehnsüchtig auf ein weiteres Erfolgserlebnis. Doch vor dem WM-Endrunde in Deutschland spürt das Land die Rückkehr des Geistes von '82.

35 Spielern schenkte Lippi in der Qualifikation das Vertrauen, darunter gleich elf Debütanten, und der Erfolg gab ihm recht. Youngster wie Daniele de Rossi vom AS Rom machten sich in Lippis funktionalem 4-3-1-2-Sytem einen Namen, aber vor allem Akteure aus den kleinen Vereinen wie Fabio Grosso und Cristian Zaccardo (beide US Palermo) oder Vincenzo Iaquinta (Udinese Calcio) traten in den Blickpunkt und beendeten die Vormachtstellung der großen Klubs aus Mailand und Turin. Superstars waren dem stoischen Lippi schon immer suspekt, in seinem Kader finden sich aber zahlreiche Klasseleute: Das Innenverteidiger-Duo Alessandro Nesta und Fabio Cannavaro gehört zum Besten, was die Fußballwelt zu bieten hat, Keeper Gianluigi Buffon ist der Welttorhüter der Jahre 2003 und 2004 und im Mittelfeld sorgen Andrea Pirlo und Spielmacher Francesco Totti für Ordnung und Kreativität.



WM-BÖRSE



Handeln sie die Titelchancen der Teilnehmerländer: Kaufen Sie die Papiere ihres persönlichen WM-Favoriten, setzen Sie auf den weiteren Finalrunden-Verlauf und machen Sie mit dem Vorrunden-Aus der Verlierer Gewinne - Mitspieler können attraktive Preise gewinnen!



 www.handelsblatt.com/wmboerse



Der größte Gewinner der Lippi-Experimente war aber Stürmer Luca Toni. Die Geschichte des 1,94 Meter-Hünen ist die eines Spätstarters, der den Durchbruch über Umwege schaffte. Bei US Palermo ging der Stern des Angreifers auf, 2003 schoss er seinen Klub mit 30 Toren in die Serie A, im Folgejahr mit 20 Treffern dann sogar in den UEFA-Cup. Und auch nach seinem Wechsel 2005 zum AC Florenz verlor Toni den Faden nicht um reihte Tor an Tor. Lippi schenkte ihm das Vertrauen und wurde nicht enttäuscht - der 26-Jährige steuerte vier wichtige Treffer in der Qualifikation bei und ist im Sturm der "Azzurri" gesetzt.

Bei der Endrunde in Deutschland schlagen die Italiener ihr Lager in Duisburg auf. Zum Auftakt muss das Team am 12. Juni in Gruppe E in Hannover gegen Ghana antreten. Fünf Tage später wartet in Kaiserslautern die USA auf Lippi und seine Auswahl, zum Abschluss der Gruppenphase kommt es am 22. Juni in Hamburg zum mit Spannung erwarteten Duell mit Tschechien. Vom Weiterkommen sind die Italiener überzeugt, Trainer Lippi gibt das Finale als klares Ziel aus, und auch Abwehrchef Nesta gibt sich selbstbewusst: "Wir müssen vor niemandem Angst haben, auch nicht vor Brasilien." Das Zeug für den Titel bringt die "Squadra Azzurra" 24 Jahre nach dem letzten Triumph allemal mit - wie bei jeder WM-Endrunde gehört das Team zum engsten Favoritenkreis. Nur muss es dieser Rolle nun in Deutschland endlich gerecht werden.

Land:
Lage/Größe: Süd-Europa - (Weltrang: 70): 301 336 qkm
Bevölkerung: 58 103 033 Einwohner
Hauptstadt: Rom - 2,5 Mio. Einwohner
Staatsform: Republik
Staatspräsident: Carlo Azeglio Ciampi
Ministerpräsident: Silvio Berlusconi
Bruttoinlandsprodukt, Dollar pro Kopf: 2004: 28 810 US$
Landessprache: Italienisch

Fußball:
Federazione Italiana Giuoco Calcio (FIGC)
Präsident: Franco Carraro
Trainer: Marcello Lippi
Gründungsjahr: 1898
FIFA-Mitglied seit: 1905

WM-Bilanz:
1934: Weltmeister
1938: Weltmeister
1950: Vorrunde
1954: Vorrunde
1962: Vorrunde
1966: Vorrunde
1970: Vize-Weltmeister
1974: Vorrunde
1978: Vierter
1982: Weltmeister
1986: Achtelfinale
1990: Dritter
1994: Vize-Weltmeister
1998: Viertelfinale
2002: Achtelfinale

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×