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10.03.2006

20:54 Uhr

WM-Teilnehmer im Porträt

Polen – Die Mannschaft ohne Stars

Die Polen schafften souverän die Qualifikation für die WM-Endrunde und wollen in Deutschland an ihre bisher größten Erfolge anknüpfen. Der Dortmunder Angreifer Ebi Smolarek soll mit Toren zum Gelingen beitragen.

Das polnische Team. BILD VERGRÖSSERN: Bitte klicken sie auf das Pluszeichen. Foto: afp

Das polnische Team. BILD VERGRÖSSERN: Bitte klicken sie auf das Pluszeichen. Foto: afp

HB DÜSSELDORF. Kaum waren die letzten Mannschaften bei der WM-Auslosung zugeordnet, sandte Polens Nationaltrainer Pawel Janas die erste Kampfansage an den Gastgeber und Gruppengegner: "Polen ist immer besser geworden und gehört zur europäischen Spitzenklasse. Die Deutschen können sich beglückwünschen, Podolski und Klose, die bekanntlich polnischer Abstammung sind, in ihren Reihen zu haben, sonst würde es für sie noch schwerer gegen uns."

Selbstbewusstsein ist die neue Tugend einer Mannschaft, die nach langer Durststrecke in der Hoffnung vieler Polen an die Erfolge der starken Generation der 70er und 80er Jahre anknüpfen könnte. 1974 gewann Polen - zwei Jahre nach dem Olympiasieg von München bei der WM in Deutschland das Spiel um Platz drei gegen den noch amtierenden Weltmeister Brasilien mit 1:0, stellte dabei in Gregorz Lato auch den Torschützenkönig des Turniers. 1978 drangen die Osteuropäer immerhin in die zweite Finalrunde der WM vor. Vier Jahre später wiederholte die Goldene Generation um Lato, Boniek und Janas noch einmal den Coup von 1974, als sie beim World Cup erst im Halbfinale am späteren Weltmeister Italien scheiterte, sich dann im Spiel um Platz drei eben jenen mit einem 3:2 gegen Frankreich sicherte. 1986 schaffte Polen noch einmal den Sprung zur (mäßig erfolgreichen) Endrunde, der Knick war aber unausweichlich: Erst 2002 konnte sich das deutsche Nachbarland wieder für ein großes Turnier qualifizieren, die WM in Korea und Japan verlief aber enttäuschend.



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Dass Polen 2006 mehr als Kanonenfutter sein wird, dürfte nach der beeindruckenden Quali wahrscheinlich sein: Mit acht Siegen in zehn Spielen buchten die Janas-Schützlinge als einer der beiden besten Gruppenzweiten das WM-Ticket. Wie groß die Erwartungshaltung aber ist, zeigte sich nach eben der 1:2-Heimniederlage gegen den späteren Gruppensieger England im September 2004: "Wir wurden von den Medien gehetzt, so unter Druck gesetzt, dass ich mit den Nerven am Ende war", sagt Janas, der sogar an Rücktritt dachte.

Letztlich ging alles gut, und die fußballverrückte Nation kann auf den großen Wurf ihrer neuen Helden hoffen, in deren Reihen zwei Bundesliga-Legionäre ganz zentrale Rollen spielen. Neben Jacek Krzynowek, der spätestens nach dem Sieg in der Champions League mit Bayer Leverkusen gegen Real Madrid ungeheure Popularität genießt, ist dies vor allem Ebi Smolarek. Bei Feyenoord Rotterdam nur Mitläufer hat sich der Offensivspieler bei Borussia Dortmund binnen kürzester Zeit zum Torjäger entwickelt. Mit Marciej Zurawski von Celtic Glasgow soll er in Deutschland ein schlagkräftiges Duo bilden - in bester Tradition, versteht sich: Ebis Vater Wlodzimierz, ebenfalls Stürmer, stand im erfolgreichen polnischen Team von 1982.

Land:
Lage/Größe: Mittel-Europa - (Weltrang: 68): 312 685 qkm
Bevölkerung: 38 635 144 Einwohner
Hauptstadt: Warschau - 1,6 Mio. Einwohner
Staatsform: Republik
Staatspräsident: Aleksander Kwasniewski
Bruttoinlandsprodukt, Dollar pro Kopf: 2004: 5113 US$
Landessprache: Polnisch


Fußball:
Polish Football Association (PZPN)
Präsident: Michal Listkiewicz
Trainer: Pawel Janas
Gründungsjahr: 1919
FIFA-Mitglied seit: 1923

WM-Bilanz:
1938: Achtelfinale
1974: Dritter
1978: Zwischenrunde
1982: Dritter
1986: Achtelfinale
2002: Vorrunde

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