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10.03.2006

08:25 Uhr

WM-Teilnehmer im Porträt

Südkorea – Asiens Erfolgsgarant

Südkorea ist Asiens erfolgreichste Mannschaft bei Fußball- Weltmeisterschaften. In Deutschland sind die "Taeguk Warriors" bereits zum siebten Mal bei einer Endrunde dabei.

Das südkoreanische Team. BILD VERGRÖSSERN: Bitte klicken sie auf das Pluszeichen. Foto: afp

Das südkoreanische Team. BILD VERGRÖSSERN: Bitte klicken sie auf das Pluszeichen. Foto: afp

HB DÜSSELDORF. Knapp vier Wochen lang schallte der Schlachtruf "Dae Han Min Guk" vor mittlerweile knapp vier Jahren durch die asiatischen Arenen. "Korea ist groß", skandierten die Fans des WM-Mitausrichters 2002 vieltausendfach, verwandelten die Straßen in Seoul oder Ulsan in ein rotes Menschenmeer. Die Begeisterung trug Südkorea bis ins Halbfinale, wo sich Deutschland knapp mit 1:0 durchsetzte. Und eben dort müssen die "Reds" nun unter Beweis stellen, dass sie auch ohne Heimvorteil zur erweiterten Weltspitze zählen.

Zum sechsten Mal in Serie ist Südkorea bei einer WM-Endrunde dabei - die Qualifikation verlief aber alles andere als reibungslos: Schon in der ersten Gruppenphase mühte sich der Favorit, kam gegen die Fußballzwerge Libanon und Malediven nur zu Unentschieden. In der zweiten Phase gab es zwei Pleiten gegen Gruppensieger Saudi-Arabien, die besonders in der Defensive Defizite offenbarten. Der Verband zog die Notbremse, ersetzte den in die Kritik geratenen Coach Jo Bonfrere nach seinem Rücktritt durch seinen niederländischen Landsmann Dick Advocaat. Der "kleine General", zuvor beim Bundesligisten Borussia Mönchengladbach gescheitert, soll für Disziplin bei den launigen Stars sorgen: "Ich weiß um die Erwartungen des südkoreanischen Volkes. Meine Mannschaft muss bei der WM den unbedingten Willen dazu mitbringen, so an ihre Leistungsrenze zu gehen, wie vor vier Jahren", sagt Advocaat, für den es nach zwei Anläufen mit den Niederlanden (1994, 2002) die dritte Endrunden-Teilnahme ist. Die Erwartungshaltung ist nicht zuletzt seit dem 3:1-Sieg über Deutschland im Dezember 2004 enorm.



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Mit Fug und Recht ist Südkorea als die Wiege des asiatischen Fußballs zu bezeichnen: Schon vor der Annexion durch Japan (1904/05) hatten die Briten das Spiel ins Land gebracht, 1928 gründete sich der Nationalverband, der 1940 der FIFA beitrat. Zwar gelang 1954 die erste Qualifikation zur Endrunde, in der Schweiz gab es aber kapitale Pleiten gegen Ungarn (0:9) und die Türkei (0:7). Danach ging es sportlich richtig bergab; Während Nordkorea 1966 in England sensationell Mitfavorit Italien bezwang und erst im Viertelfinale an Portugal scheiterte, gelang dem Süden erst 1986 wieder der Sprung zur Endrunde. Spätestens seit dem Turnier im eigenen Land hat Fußball in Südkorea einen riesigen Stellenwert.

Dementsprechend aufgewertet wurde in den vergangenen Jahre die heimische K-League, die aber mittlerweile unter akutem Zuschauerschwund leidet. So suchen die bekanntesten Spieler immer noch ihr Glück in Europa. So kickt WM-Held Jung Hwan Ahn beim FC Metz, Stürmer Du-Ri Cha bei Eintracht Frankfurt, Abwehrrecke Young-Pyo Lee bei Tottenham Hotspur und der große Star der Truppe bei Manchester United: Mittelfeld-Motor und Freistoßspezialist Ji-Sung Park wechselte vor der Saison 2005/06 für 7,3 Millionen Euro vom PSV Eindhoven auf die Insel. Park und Co. sind Idole in der Heimat - dennoch oder vielleicht auch deswegen ist die Angst vor dem Versagen groß, wie Cha weiß: "Wenn wir bei der WM in Deutschland keinen Erfolg haben, dann wird die Presse über uns herfallen. Die Medien sind bei uns sehr extrem. Sie jubeln dich hoch, lassen dich aber auch sehr schnell wieder fallen."

Land:


Lage/Größe: Ost-Asien (Weltrang: 107) - 99 313 qkm
Bevölkerung: 48 422 644 Einwohner
Hauptstadt: Seoul - 11,7 Mio Einwohner
Staatsform: Republik
Staatspräsident: Roh Moo Hyun
Bruttoinlandsprodukt (BIP), Dollar pro Kopf: 2004: 14 108 US$
Landessprache: Koreanisch

Fußball:
Korea Football Association (KFA)
Präsident: Dr. Mong Joon Chung
Nationaltrainer: Dick Advocaat
Gründungsjahr: 1928
FIFA-Mitglied seit 1948

WM-Bilanz:
1954 Vorrunde
1986 Vorrunde
1990 Vorrunde
1994 Vorrunde
1998 Vorrunde
2002 Vierter

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